Seniorenverpflegung – aktuelle Trends im Überblick

Frühstück im Haus Widum Foto: © aid infodienst e. V.

Frühstück im Haus Widum
Foto: © Schubert/aid infodienst e. V.

Wer heute 80, 90 oder älter ist, hat viel zu erzählen. Zum Beispiel vom zweiten Weltkrieg und den Hungerjahren danach – wenn er oder sie sich noch erinnern kann. Rein statistisch leiden 30 Prozent aller über 90jährigen an einer Demenz. Viele dieser Menschen können daher auch nicht mehr sagen, welches ihre Lieblingsspeisen sind oder was sie noch nie ausstehen konnten. Das ist tragisch, denn gerade sie hätten es doch verdient, heute nach Strich und Faden verwöhnt zu werden.

Dazu kommen viele handfeste Probleme, die manchen alten Menschen den Spaß am Essen vermiesen: Sehen, Schmecken und Riechen lassen nach, das Gebiss sitzt nicht richtig, der Stoffwechsel läuft nicht mehr rund und braucht eine spezielle Diät. Oft hinterlassen Einsamkeit und Depressionen auch einen regelrechten Kloß im Hals und der Appetit geht dahin.

Mobile Saftmaschinen und smootfood

Viele Küchen in Senioren- und Pflegeheimen schaffen es trotzdem, ihre Gäste mit leckerem und gesundem Essen glücklich zu machen. Z. B. mit mobilen Saftmaschinen, Show-Cooking in den Wohnbereichen oder Kuchen aus der eigenen Backstube. Die bringen Farbe, Duft und Genuss ins Haus, was eben nur mit frischen Lebensmitteln und Mahlzeiten möglich ist. Demenzkranke mit starkem Bewegungsdrang dürfen im Gehen Fingerfood essen (eat by walking) und für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen gibt es „smoothfood“ als eine mögliche Alternative zum farblosen Einheitsbrei.

"Rinderroulade" à la smoothfood Foto: © Katharina Jäger

„Rinderroulade“ à la smoothfood
Foto: © Katharina Jäger

Ich war jedenfalls überrascht, welche Ideen bereits heute in der Seniorenverpflegung umgesetzt werden, wie kreativ Küchenchefs und Mitarbeiter sind und wohin künftig die Reise gehen könnte. Natürlich schaffen das (noch) längst nicht alle Einrichtungen, aber viele Praxisbeispiele zeigen, wie es laufen kann.

Trendscout Seniorenverpflegung

Wer sich für das Thema interessiert, kann die Ergebnisse meiner Recherche im aktuellen Trendscout Seniorenverpflegung nachlesen. Auch zur Qualität von Essen auf Rädern habe ich einige Untersuchungen und Meinungen zusammengetragen sowie zu neuen Wohnkonzepten: die Senioren- oder gar Alzheimer-WG. Sie scheint auf den ersten Blick eine gute Alternative zum Allein- oder Heimleben zu sein. „Gesund“ ist sie allerdings nur, wenn dabei auch ordentliches Essen und Trinken geplant werden.