Gabriela Freitag-Ziegler https://www.freitag-ziegler.de Ernährung, Genuss, Gesundheit, Expertin für Kommunikation Fri, 26 Jun 2020 13:18:11 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.3.4 Frischer Portulak aus eigener Ernte https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/portulak-aus-eigener-ernte/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/portulak-aus-eigener-ernte/#comments Fri, 26 Jun 2020 12:49:07 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4563 Ich habe einen neuen Gartenbewohner. Er heißt Portulak oder Sommerportulak. Die frischen, leicht säuerlichen Salatpflänzchen wandern seit etwa zwei Wochen direkt vom Blumenkasten auf unsere Teller. Meist als Topping zu anderen Blattsalaten sorgen sie dort für eine Extra-Portion Vitamine und Mineralstoffe. Denn Portulak ist ausgesprochen nährstoffreich und ihr könnt ihn kinderleicht selber ziehen.

Vitamine und Mineralstoffe aus dem Blumenkasten

In 100 g Portulak stecken laut Heseker-Nährwerttabelle* 95 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 3,6 mg Eisen und 70 mg Vitamin C. Außerdem soll er reich an Omega-3-Fettsäuren sein. Das gibt mir beim Genuss ein gutes Gefühl. Besonders der hohe Eisengehalt freut mich, denn bei uns kommt kaum noch Fleisch auf den Tisch. Und das Vitamin C, das unserem Körper dabei hilft, Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln zu verwerten, steckt auch schon drin. Sehr praktisch!

Am besten gefällt mir, dass die knackigen Pflänzchen ganz unkompliziert in einem Blumenkasten wachsen. Mit dem habe ich mein Hochbeet verbreitert, das mit diversen Kräutern, Spinat und Pflücksalat schon mehr als voll ist.

Leider gehöre ich zu den Menschen mit nur einem halben grünen Daumen und bin immer froh, wenn meine Garten-Experimente gelingen. Daher verzichte ich hier auch auf Anbau- und sonstige Gartentipps zum Portulak. Das können andere besser. Wenn ihr mehr wissen möchtet, schaut euch zum Beispiel diesen Überblick zum Portulak an. Damit mache ich jetzt zwar (unbezahlte!) Werbung, aber diese Seite scheint mir das Wichtigste schnell – und vor allem richtig – zusammenzufassen.

Wenn ihr mögt, könnt ihr Portulak jetzt noch den ganzen Sommer über aussäen. Samen findet ihr in Gärtnereien, Samenhandlungen oder bei spezialisierten Saatgut-Züchtern. Ich werde ein paar Pflänzchen stehen lassen und aus den Blüten meine eigenen Samen für nächstes Jahr gewinnen.

 

Portulak erste Triebe
Portulak reif zur Ernte

Das Foto links stammt von Ende Mai, das Foto rechts von Mitte Juni. Seitdem ernte ich regelmäßig frischen Portulak.

Sommerportulak  und Winterportulak (= Postelein) sind zweierlei

Dieser Blogpost hat übrigens noch einen anderen Hintergrund: 2018 lernte ich erstmals Postelein kennen. Den bescherte mir im Februar meine Bio-Gemüsekiste und ich war hoch erfreut über die Abwechslung zum Feldsalat und anderen Wintersalaten und -gemüsen. Doch dann passierte mir, womit ich offensichtlich nicht allein bin: Ich warf vor lauter Begeisterung Sommerportulak und Postelein, der auch unter dem Namen Winterportulak bekannt ist, in einen Topf. Das sind allerdings zwei verschiedene Pflanzen und verrät auch der Blick in die Botanik bzw. Systematik. Postelein gehört zu einer anderen Gattung und trägt die botanischen Namen Claytonia perfoliata oder auch Monita perfoliata. Portulak heißt botanisch korrekt Portulaca Oleracea.

Postelein sieht auch etwas anders aus als Portulak. Er hat längere und dünnere Stiele und zartere Blätter als der fleischige Portulak. Und er wächst eben im Winter und hält sogar Frost aus.  Portulak ist dagegen ein klassischer Sommersalat, den ihr ab Mai direkt ins Freiland aussäen könnt.

Eigentlich merkwürdig, dass beide Pflanzen nur wegen dieses Namen-Wirrwars so oft verwechselt werden. Was die Verwendung in der Küche angeht, ähneln sie sich dann doch wieder. Beide schmecken als Salat oder als Gemüse. Den Postelein findet ihr jedoch im Winter mittlerweile häufiger im Gemüse-/Bioladen oder auf dem Markt. Portulak habe ich bisher noch nirgends entdeckt, aber auch nicht aktiv danach gesucht.

Portulak oder Sommerportulak (Portulaca oleracea) hat fleischige Stiele und kleine eiförmige Blätter.
Winterportulak oder Postelein
Postelein oder Winterportulak (Claytonia perfoliata) hat lange dünne Stiele und größere herzförmige Blätter.

Wanted: Nährwertangaben zum Postelein

Dummerweise versah ich den Winterpostelein auch noch mit den oben beschriebenen Nährwerten für den echten Portulak. Und das, wo ich es eigentlich immer ganz genau nehme. Die würde ich im Blogbeitrag zum Postelein jetzt gerne ergänzen. Mag sein, dass die ähnlich sind, aber das ist reine Spekulation. Fakt ist, ich habe bisher keine verlässlichen Nährwertangaben zum Postelein gefunden. Er taucht in den einschlägigen Tabellenwerken einfach nicht auf. Und auch meine Nachfrage bei diversen Fachleuten hatte (noch) kein Ergebnis.

Aber ich bleibe dran und ergänze die Inhaltsstoffe, sobald ich fündig geworden bin. Denn ich gehöre zwar nicht zu denjenigen, die einzelne Lebensmittel als Superfood hypen, sondern esse nach dem Motto „bunt ist gesund“. Aber ich finde es doch immer sehr interessant, was das Essen auf meinem Teller zu bieten hat. Falls ihr also einen ultimativen Recherche-Tipp oder Hinweis für mich habt, bin ich sehr dankbar.

*Heseker, H., Heseker, B.: Die Nährwerttabelle, Umschau-Verlag 2016/2017

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/portulak-aus-eigener-ernte/feed/ 2
Flower Focaccia – locker und leicht mit langer Teigführung https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/flower-focaccia-lange-teigfuehrung/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/flower-focaccia-lange-teigfuehrung/#comments Mon, 08 Jun 2020 11:44:50 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4462 Flower Focaccia, endlich ein Trend nach meinem Geschmack! Mit Gemüse und Kräutern Bilder auf Hefeteig „malen“ ist eine geniale Idee. Und das klappt sogar ohne viel Extra-Aufwand mit meinem Standard-Rezept für knusprige Focaccia.

Den Hefeteig dafür lasse ich schön lange über Nacht gehen. So bauen sich gleichzeitig schwer verdauliche Zucker ab und köstliche Aromen auf.

Lange Teigführung macht Weizen bekömmlich

Lange Teigführung heißt, dass ich Hefeteig für Focaccia, Pizza oder Kuchen über Nacht gehen lasse. In meinem schon etwas älteren Beitrag Focaccia mit Rosmarin beschreibe ich, wie ich ihn in den Kühlschrank stelle und morgens zum Aufwärmen wieder raushole. Das mache ich heute nur noch, wenn ich erst am übernächsten Tag backen möchte. Andernfalls lasse ich den Teig einfach bei nicht zu warmer Zimmertemperatur (etwa 18 bis 20 °C) stehen.

In dieser Zeit geht der Teig auch mit sehr wenig Hefe wunderbar auf. Gleichzeitig bauen sich die sogenannten FODMAPs ab. Das ist die Abkürzung für „Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole“. Diese Stoffe sorgen vermutlich bei manchen Menschen dafür, dass sie von Weizenbroten Bauchgrummeln und Blähungen bekommen – und zwar selbst dann, wenn sie keine nachgewiesene Weizenallergie oder Glutenunverträglichkeit haben.

Forscher der Universität Hohenheim haben dazu eine interessante Studie durchgeführt. Sie konnten zeigen: Je länger der Teig reift, desto mehr FODMAPs werden abgebaut. Traditionelle Handwerksbäckereien machen das sowieso schon immer so. Viele Großbäckereien geben ihren Broten aber heute leider nicht mehr so viel Zeit.

Flower Focaccia: Mit Gemüse und Kräutern ganze Gärten malen

Zurück zum kreativen Teil. Da sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich dekoriere meinen Teig einfach mit allem, was die Saison und mein Kräuter-Garten hergeben und uns schmeckt: Oliven, Paprika oder milde Peperoni ergeben schöne Blüten. Schnittlauch, Knobi-Gras, Thymian und Rucola werden zu Stielen und Blättern. Im Moment macht sich grüner Spargel toll und trifft auf die ersten Cocktail-Tomaten.

Ich gehe übrigens keine Umwege, indem ich den Teig vorbacke und erst später belege. Meine Focaccia ist nach etwa 15 Minuten goldgelb und fertig. Das halten sogar die zarten Tomaten und Kräuter aus, ohne zu verbrennen. Trotzdem behaltet ihr sie vorsichtshalber gut im Auge.

Blanchierter grüner Spargel, Oliven, Tomaten, Zwiebeln, milde Peperoni und diverse Kräuter dekorieren mein Flower Focaccia

Den Spargel und die Karotten – letztere konnte ich beim ersten Versuch gar nicht mehr unterbringen – blanchiere ich allerdings vorher: Einfach eine Minute in Salzwasser kochen und mit kaltem Wasser abschrecken. Ansonsten legt ihr euch am besten alle Zutaten übersichtlich sortiert, halbiert oder in Scheiben geschnitten parat. So könnt ihr euch danach ganz auf das Dekorieren konzentrieren.

 

Flower Focaccia
 
Autorin:
Zutaten
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 650 g Weizenmehl (Type 550)
  • 10 g frische Hefe (1/4 Würfel)
  • 1 Teelöffel Jodsalz für den Teig
  • Olivenöl
  • grobes Salz (evtl. fleur de sel) zum Bestreuen
  • Oliven, Tomaten, Zwiebeln, Peperoni, grüner Spargel, Rosmarin, Thymian ...
Zubereitung
  1. Das Mehl mit dem Salz in einer großen Schüssel mischen.
  2. Das Wasser bis auf einen Rest von etwa 30 Milliliter dazugeben und alles mit einem Handrührgerät (Knethaken) oder in einer Küchenmaschine vermischen.
  3. Die Hefe im restlichen Wasser auflösen, dazugeben und ein paar Minuten weiterrühren, bis der Teig schön homogen ist.
  4. Die Schüssel mit einem Deckel verschließen oder in eine große Plastiktüte stellen und bei Zimmertemperatur über Nacht stehen lassen.
  5. Vor dem Backen den Backofen auf 250 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Backpapier auf ein Backblech legen und mit Olivenöl bestreichen.
  6. Den Teig direkt aus der Schüssel auf das Blech gleiten lassen. Die Finger in Olivenöl tauchen und den Teig mit den Fingern auf dem Blech verteilen.
  7. Jetzt kunstvoll mit dem vorbereiteten Gemüse und den Kräutern belegen.
  8. Mit grobem Salz bestreuen.
  9. Die Ofentemperatur auf 230 °C runterdrehen und das Blech in die Mitte des Ofens schieben.
  10. Etwa 15 Minuten backen.

Variationen mit italienischen Kräutern und verschiedenen Mehltypen

Bei meinem Basisrezept kommen bereits in den Teig viele italienische Kräuter und am nächsten Tag reichlich frischer Rosmarin oben drauf. So mag ich die Focaccia am liebsten. Beim Mehl nehme ich Mehltype 550, aber ihr könnt auch mit Type 405 backen. Oder ihr experimentiert mit einem Teil Vollkornmehl. Damit der Teig dann nicht zu schwer wird, gebt ihr ein wenig mehr Wasser dazu.

Einfach den Focaccia-Teig mit allen bunten Zutaten belegen und zusammen backen.

Mehr kreative Anregungen und Rezepte zum Backen mit Hefe

Ich bin mit meinem ersten Versuch schon sehr zufrieden. Falls ich euch anstecken konnte, findet ihr weitere kreative Ideen für erste Experimente oder regelrechte Kunstwerke im Netz oder zum Beispiel auf Instagram unter #flowerfocaccia, #focacciaart, #breadart oder einfach nur #focaccia. Und im gerade erschienenen Buch Fabelhafte Focaccia, das ich aber selber noch nicht in der Hand hatte.

Außerdem mache ich gerne noch ein wenig (unbezahlte!) Werbung für weitere meiner Lieblingsrezepte mit Hefeteig:

 

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/flower-focaccia-lange-teigfuehrung/feed/ 1
Achtsam essen und leben – gerade jetzt! https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/achtsamkeit-und-achtsam-essen/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/achtsamkeit-und-achtsam-essen/#comments Tue, 24 Mar 2020 10:02:25 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4408 Viele von uns lernen gerade zu „entschleunigen“. Dabei können Übungen zur Achtsamkeit und Meditationen helfen. Achtsames Essen ist eine wichtige Baustelle. Mit Achtsamkeit fällt mir persönlich #wirbleibenzuhause jedenfalls viel leichter. Daran möchte ich euch heute teilhaben lassen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen

Wer hat das gesagt? Der gute alte Luther natürlich. Tatsächlich koche und backe ich seit einigen Tagen wie ein Weltmeister. Weil mich das von dem Wahnsinn da draußen ablenkt. Weil mich gutes Essen glücklich macht. Und natürlich ganz praktisch, weil die ganze Familie mittlerweile zuhause ist.

Ich habe mich die letzten Tage oft gefragt, was ich schreiben könnte, um einen kleinen Beitrag zur Krisenbewältigung und guten Stimmung zu leisten. Viele Foodblogger*innen und Organisationen posten jetzt Rezepte und motivieren zum Selberkochen, zum Kochen mit Kindern und zur Vorratshaltung ohne Hamstern. Das finde ich gut und ich lasse mich immer gerne inspirieren. Wer mag, kann sich auch auf meinen Seiten Anregungen holen und meine Lieblingsrezepte nachkochen oder -backen.

Was ich aber bisher noch nicht geteilt habe, sind meine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Konzept der Achtsamkeit und der Idee des achtsamen Essens. Das möchte ich heute nachholen und zum Nachahmen bzw. Ausprobieren empfehlen.

Mindfulness-Based Stress Reduction: Mit Achtsamkeit gegen Stress

Bereits 2016 habe ich das erste Mal einen längeren Blogpost zur Achtsamkeit geschrieben – angeregt durch eine Tagung des BZfE (damals noch aid) zum Thema. Eigene Erfahrungen hatte ich aber noch nicht. Im letzten Winter habe ich dann endlich den klassischen 8-Wochen-MBSR-Kurs absolviert. MBSR steht für Mindfulness-Based Stress Reduction. Wie solch ein Kurs abläuft und was genau hinter MBSR steckt, könnt ihr zum Beispiel auf der Website von Anja Siebertz, „meiner“ Achtsamkeits-Lehrerin, nachlesen. Sie bietet dort oder über eine eigene App auch Audios für ganz kurze und längere Meditationen an.

Seit Oktober letzten Jahres „übe“ ich nun also fast jeden Tag: Klassische Sitzmeditationen, achtsames Yoga oder Body-Scan. Solche und andere Meditationsübungen sollen dabei helfen, den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben, ohne ihn zu bewerten. Sie bieten einen Ausweg aus dem Hamsterrad von Stress und Hektik. Es geht um Mitgefühl sich selbst gegenüber. Um die Fähigkeit, die Gedankenflut im eigenen Kopf zu bemerken und sich wie ein Beobachter davon soweit zu distanzieren, dass sie uns nicht komplett beherrscht.

Das alles erfordert viel Geduld und ist für ungeduldige Menschen wie mich nicht leicht. Aber ich bleibe dran. Gerade in diesen Tagen fällt es mir gleichzeitig schwerer und leichter, die Übungen und das Gelernte in meinen Alltag zu retten, weil sich der so sehr verändert hat. Im Homeoffice bin ich ja auch sonst, aber mit der ganzen Familie drumherum jetzt nie wirklich allein. Das ist schon eine besondere Herausforderung, auch wenn Anja die als willkommene „Hantel“ bezeichnet.

Auf der anderen Seite fallen viele Freizeitaktivitäten weg, die mir mehr Zeit für die Übungen bescheren. Theoretisch jedenfalls. Und statt Stress und Multitasking zu entkommen, helfen mir Atemübungen und Metta-Meditationen im Moment im Umgang mit Angst und Unsicherheit.

Online-Kurse zur Achtsamkeit

Anja Siebertz und all die anderen Achtsamkeits-Lehrenden dort draußen gehören nun auch zu den Menschen, denen ihre Einnahmen gerade wegbrechen. Denn MBSR-Kurse und Meditationsangebote  in der Gemeinschaft mit anderen fallen wie so vieles dem Corona-Virus zum Opfer. Die ersten Betroffenen gehen daher nun neue Wege und nutzen die Möglichkeiten, die das Internet bietet. Wer also das Gefühl hat, dass ihm so ein Kurs gut tun würde oder schon länger mit dem Gedanken spielt, findet Online-Kurse auf der Website des MBSR-Verbandes. Und wer solche Angebote gerade jetzt nutzt, hilft gleichzeitig den Menschen, die sie anbieten.

Achtsam essen für mehr Genuss und Zufriedenheit

Vielleicht habt ihr aber auch mehr Lust, erstmal ein Buch zur Achtsamkeit zu lesen oder euch speziell mit dem Thema „achtsam essen“ zu beschäftigen. Wo doch das Essen im Moment so eine große Rolle für uns alle spielt 😉 Oder weil ihr ganz konkret mit eurem Gewicht oder Körper unzufrieden seid.

Essen ist wie duschen, Zähne putzen, Treppe steigen und all die vielen Dinge, die wir mehrmals am Tag tun, eine perfekte Gelegenheit, Achtsamkeit zu üben. Deshalb gehören sie auch zur „informellen“ Achtsamkeitspraxis im Gegensatz zu den „formellen“ Meditationen.

Ich selber ertappe mich oft dabei, dass ich das leckere Käsebrot oder Mittagessen viel zu schnell gegessen habe oder mit den Gedanken ganz woanders war und gar nicht richtig geschmeckt habe. Schade um den schönen Käse und das gute Brot aus meinem Bioladen.

Manchmal esse ich auch Schokolade aus Frust und kann sie gar nicht richtig genießen. Zum Glück werde ich davon (bisher) nicht dick. Aber bei vielen Menschen ist das leider anders. Daher ist achtsames Essen zwar keine Diät, aber ein guter Ansatz, die eigenen Essgewohnheiten erst zu beobachten und dann zu verändern. Schritt für Schritt, mit Geduld und Selbstmitgefühl, wenn es nicht auf Anhieb klappt.

Zum achtsamen Essen gibt es kein allgemeingültiges Konzept wie das MBSR-Konzept gegen Stress. Es gibt aber interessante Bücher für den Einstieg. Für Menschen, die es selber ausprobieren möchten, und für Ernährungsfachkräfte, die nach neuen Ansätzen für die Beratung suchen.  Ich habe zwei davon gelesen, die mir beide gut gefallen haben:

„Achtsam essen“ von Jan Chozen Bays

In diesem Buch geht es um unsere Gewohnheiten und deren Hintergründe. Es geht um sieben Hungerarten, die uns zum Essen bewegen und die wir nicht alle wirklich mit Nahrung stillen können. Aber womit können wir Augen- oder Herzhunger dann stillen? Und wie hilft uns die Achtsamkeit dabei? Bays nimmt sich Zeit, die Zusammenhänge zu erklären. Sie gibt einleuchtende Beispiele, die dazu motivieren, dem eigenen Hunger auf die Spur zu kommen, ungünstige Gewohnheiten zu erkennen und abzulegen. Ein sehr einfühlsames Buch, das aber keine einfachen Lösungen liefert.

„achtsam essen, achtsam leben“ von Thich Nhat Hanh und Lilian Cheung

Verschiedene Hungerarten sucht man in diesem Buch vergebens. Stattdessen verknüpft das Gemeinschaftswerk eines buddhistischen Meditationslehrers und einer Ernährungswissenschaftlerin das Wichtigste aus beiden „Disziplinen“. Es geht mehr um ein gesundes Gewicht und ums Abnehmen als im Buch von Bays. Dazu gibt es nicht nur Kapitel zum achtsamen Essen, sondern auch zum achtsamen Bewegen. Und es gibt eine konkrete Anleitung zu einem achtsamen Lebensplan.

Damit mein Buchhändler des Vertrauens in Bonn-Beuel die Krise finanziell übersteht, lasse ich mir solche und andere Bücher über deren Online-Shop liefern und nicht vom großen Riesen… Vielleicht gibt es diese Möglichkeit ja auch in eurer Stadt.

Und falls ihr ein inspirierendes kleines Büchlein für euch selbst oder zum Verschenken sucht, empfehle ich euch zum Schluss noch „Einfach essen“ von Thich Nhat Hanh. Das enthält 88 ganz kurze Texte mit Anleitungen zur Meditation, speziell aber nicht nur mit Blick auf unser Essen. Daraus ein Beispiel, das zeigt, wie viel hinter der Idee von achtsam essen steckt.

Achtsam essen

Um Achtsamkeit zu entwickeln, tun wir einfach die gleichen Dinge, die wir immer tun – wir gehen, sitzen, arbeiten, essen und so weiter -, doch mit achtsamem Gewahrsein für das, was wir tun. Wenn wir essen, wissen wir, dass wir essen. Öffnen wir eine Tür, wissen wir, dass wir eine Tür öffnen. Mit unserem Bewusstsein sind wir bei dem, was wir tun.

Sie brauchen nur ein klein wenig Achtsamkeit, wenn Sie ein Stück Obst in den Mund stecken, um zu wissen: „Ich stecke ein Stück Obst in den Mund.“ Ihr Geist sollte nicht woanders sein. Sind Sie beim Kauen mit Ihren Gedanken bei der Arbeit, so ist das kein achtsames Essen. Achtsamkeit bedeutet, dem Apfel Ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Das lässt Sie tiefer schauen, und Sie werden schon nach kurzer Zeit den Samen des Apfels, den schönen Obstgarten, den Himmel, den Bauern und die Obstpflücker sehen. In diesem Apfel steckt eine Menge Arbeit.

Für die Verlinkungen und Empfehlungen in diesem Artikel habe ich keinerlei Gegenleistungen erhalten. Ich bedanke mich aber beim Arbor-Verlag und O. W. Barth-Verlag für die Bereitstellung der kostenlosen Rezensionsexemplare.

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/achtsamkeit-und-achtsam-essen/feed/ 3
Die beste vegane Linsensuppe – mit lila Rübchen https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/vegane-linsensuppe-mit-lila-ruebchen/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/vegane-linsensuppe-mit-lila-ruebchen/#respond Tue, 18 Feb 2020 08:43:07 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4179 Vegetarische, aber doch irgendwie klassische Linsensuppe? Ohne Mettwürstchen schmeckte mir die bisher nie wirklich. Jetzt habe ich endlich das perfekte Rezept. Die Linsensuppe mit lila Rübchen ist sogar vegan!

Vegane Linsensuppe mit lila Rübchen aus der Gemüsekiste

Die Grundidee für diese Linsensuppe mit Berglinsen stammt vom Rezeptblatt meines Bioladens, das ich etwas abgewandelt habe. Es liegt meiner wöchentlichen Gemüsekiste bei und in der waren neulich lila Rübchen. Die sind auch als „Navet violett“ bekannt und gehören zu den Speiserüben. Von denen gibt es viele Sorten, zum Beispiel die bekannteren Mairübchen und Teltower Rübchen.  Auch der Rübstiel (=Stielmus) gehört dazu, den ich vor 3 Jahren entdeckt habe.

Die lila Rübchen, Navet oder Navettes haben jetzt noch Saison. So lässt es sich prima regional, saisonal und bio leben und genießen. Denn die kleinen hübschen Rüben haben ein würziges und zugleich fruchtiges Aroma. Perfekt für die Linsensuppe, die uns das Warten auf die ersten Frühlingsgemüse erleichtert 😉

Vegan kochen klappt oft besser mit Rezept

Die Sache mit den veganen Gerichten treibt mich ja schon länger um. Dabei bin ich noch nicht einmal 100-prozentige Vegetarierin. Aber oft koche ich quasi „aus Versehen vegan“, weil viele unserer Lieblingsgerichte ohnehin sehr gut ohne tierische Zutaten auskommen. Zum Beispiel Buntes Wokgemüse. Oder ich probiere bewusst vegane Rezepte aus. Weil ich den Satz richtig finde: „Wir müssen nicht alle Veganer werden, aber wir müssen alle veganer werden.“

So hat es diese Linsensuppe mit Berglinsen in unsere Familien-Hitliste geschafft. Sie ist keine indische Variante mit Ingwer und gelben oder roten Linsen, sondern kommt der Linsensuppe meiner Kindheit recht nahe. Für den tollen, runden Geschmack sorgen neben den lila Rübchen und anderem Gemüse Senf, Balsamico und Sojasoße. Ganz ehrlich? Auf diese Kombination wäre ich von allein nicht gekommen. Dafür bin ich zu sehr Hobby- und weniger Profi-Köchin.

Wie ihr im Rezept seht, koche ich die Linsen direkt in Gemüsebrühe. Den Hinweis auf der Verpackung vieler Hülsenfrüchte „erst nach dem Kochen salzen“ könnt ihr nämlich getrost vergessen. Warum das so ist, erkläre ich in meinem Blogpost Hülsenfrüchte vor oder nach dem Kochen salzen.

Der Essig kommt aber tatsächlich erst dann dazu, wenn die Berglinsen gar sind und noch etwas Biss haben.

 

Vegane Linsensuppe mit lila Rübchen
 
Autorin:
Zutaten
  • 1 Stange Porree
  • 2 Knoblauchzehen
  • 4 El Rapsöl
  • 500 g Kartoffeln (festkochend)
  • ½ Knollensellerie
  • 3 lila Rübchen (Navet violett)
  • 4 Karotten
  • 500 g Berglinsen
  • 1,5 Liter heiße Gemüsebrühe
  • 4 Tl Senf
  • 4 El Balsamico
  • 5 El Sojasoße
  • Jodsalz
  • weißer Pfeffer aus der Mühle
  • Petersilie
Zubereitung
  1. Den Porree längs halbieren, auffächern und unter fließendem Wasser waschen. In Streifen schneiden.
  2. Den Knoblauch schälen und in kleine Würfel schneiden.
  3. Kartoffeln, Knollensellerie, lila Rübchen und Karotten schälen und in Würfel schneiden (oder in der Küchenmaschine zerkleinern).
  4. Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Porree und Knoblauch dazu und unter Rühren bei mittlerer Hitze anbraten.
  5. Das Gemüse und die Linsen dazugeben und mit 1,5 Liter heißer Gemüsebrühe auffüllen.
  6. Etwa 20 bis 30 Minuten köcheln lassen bis die Linsen gar sind. Dabei immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn die Suppe zu dick wird, mehr Wasser dazugeben.
  7. Mit Senf, Balsamico, Sojasoße, Jodsalz und Pfeffer herzhaft abschmecken.
  8. Petersilie waschen, hacken und unterrühren.

Wenn ihr nachlesen möchtet, wie eine vegane Ernährung grundsätzlich funktionieren kann, ohne dass dem Körper etwas fehlt, empfehle ich euch meinen Gastbeitrag Gesund essen mit veganer Lebensmittelpyramide.

Und Kochen nach Rezept bedeutet natürlich nicht, dass die Linsensuppe nur mit lila Rübchen schmeckt. Mittlerweile habe ich sie mit Goldball-Rübchen ausprobiert, die mit einer anderen Gemüsekiste ins Haus kamen.  Auch sehr fein! Habt Ihr weitere Rezept-Ideen für Speiserüben? Dann verratet mir die gerne in den Kommentaren.

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/vegane-linsensuppe-mit-lila-ruebchen/feed/ 0
Keine Empfehlung: Meeresfrüchtecocktail mit grünen Bohnen, Rosinen und frischem Koriander https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/koriander-kontroversen-und-mehr/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/koriander-kontroversen-und-mehr/#comments Sun, 02 Feb 2020 18:05:51 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4189 Mein Blog-Salat ist beschenkt worden! Mit einer launigen Geschichte über Koriander, grüne Bohnen und andere kontroverse Lebensmittel. Einmal im Jahr bewichteln wir Textinen vom Texttreff – dem Netzwerk wortstarker Frauen – uns nämlich gegenseitig mit Blogbeiträgen. Dieses Jahr wurden mein Blog und ich von der wunderbaren Nina Bodenlosz beschenkt, die mit manchen Köstlichkeiten einfach nicht warm wird. Bei Koriander und Rosinen bin ich ganz bei ihr. Aber grüne Bohnen sind doch lecker oder etwa nicht?

Viel Spaß beim Lesen und herzlichen Dank, liebe Nina. Ab sofort werde ich beim Genuss (!) grüner Bohnen wohl immer an dich denken 🙂

Koriander ist kontrovers. Immerhin 17 Prozent aller Menschen in Europa empfinden das Kraut als widerlich, ekelhaft oder seifenartig. Der Abscheu kann bis zum Würgereiz gehen. Eine Studie fand heraus, dass dieser Ekel auch auf genetischen Ursachen beruht. Selbst in Regionen, wo Koriander alltäglich verspeist wird, hat ein kleiner Anteil der Bevölkerung diese genetische Disposition. Eine schreckliche Vorstellung, von Kindheit an täglich Berge von Koriander vorgesetzt zu bekommen, obwohl er nach Putzmittel und Seife schmeckt. Allerdings kann man angeblich trainieren, Koriander zu tolerieren.

Ich persönlich finde frischen Koriander in kleinen Dosen so lala, meine Gene sind da nicht entschieden. Aber ich kann gut darauf verzichten. Gehackter Koriander tarnt sich übrigens oft als Petersilie. Ich bin hier sehr vorsichtig geworden.

Sind andere Abneigungen beim Essen auch erblich? Mein Vater verabscheute sowohl Erbsen als auch grüne Bohnen. Er pflegte beim Anblick dieser Gemüse zu erzählen, dass er entgegen der Prophezeiungen seiner Mutter auch zu Hungerzeiten Erbsen und grüne Bohnen angewidert weitergereicht habe. Er blieb hungrig, aber in gewisser Weise war es wohl ein Triumph.

Erbsen liebe ich, aber mit grünen Bohnen kann man mich jagen. Als Bestandteil von Eintöpfen und Aufläufen schlucke ich sie hinunter, aber solo sind sie für mich ein No-Go. Grüne Bohnen sind ein sehr beliebtes Lebensmittel, das kann ich bezeugen. Die Kantine an meinem Arbeitsplatz könnte „Haus zur grünen Bohne“ heißen. Dabei finde ich grüne Bohnen hübsch. Ich mag ihre Farbe und auf Englisch reimen sie sich sogar. Nur ihr Geruch, ihr Aroma und ihre Konsistenz machen mich fertig. Beiße ich auf eine grüne Bohne, klebt sich ihr übler Geschmack auf meinen Gaumen, kriecht zwischen die Zähne, steigt in meiner Nase auf und schleicht sich in alle Zellen meines Körpers ein. Ich muss mich schütteln, Wasser trinken, anderes essen und mühsam Contenance bewahren, bis der böse Geist der grünen Bohne ausgetrieben ist. Vielleicht könnte ich trainieren, sie zu essen, aber ich wüsste nicht wozu. Nur wenn ich auf einem Planeten wohnen müsste, wo es nichts anderes zu essen gibt, würde ich es erwägen. Ich muss auch keine Spinnen streicheln.

Bei den grünen Bohnen widert mich in erster Linie der Geschmack an, bei Rosinen ist es die Konsistenz. Entweder sie sind glibberig. Früher versteckten sich oft solche Weichtiere in kleinen, feuchten Höhlen im Käsekuchen. Ich musste sie herauspuhlen oder höflich schnell schlucken. Schade um den Käsekuchen. Am anderen Ende des Rosinenspektrums finden sich harte, zähe, schwarze Klumpen, die schmerzlich süß sind und zwischen den Zähnen kleben bleiben.

Und dann gibt es noch die Lebensmittel, bei denen ich vor allem die Gestalt ekelhaft finde. Ganz vorne liegen hier die Meerestiere: Tentakel mit Saugnäpfen, Rosafarbenes, Embryonenhaftes mit vielen Beinstümpfchen, spinnenartige Wesen mit Außenskeletten. Ich wünsche allem Meeresgetier ein schönes Leben in intakten Biotopen. Viel Spaß und macht es gut. Nur nicht zwischen meinen Zähnen. Auch Muscheln und Schnecken müssen für mich nicht ihr Leben lassen. An dem Tag, an dem es Standard wird, Insekten zu verzehren, werde ich endlich Vegetarierin.

Zumeist gelingt es mir, den Lebensmitteln auszuweichen, die ich widerlich finde. Aber sobald ich mit ihnen konfrontiert bin, lodert heißer Abscheu auf. Der Widerwille ist körperlich spürbar. Es ist ein sinnliches Erlebnis. Würde es sich um Menschen handeln, könnte man Hassliebe vermuten. Doch hier ist von Liebe keine Spur. Dennoch ist das Phänomen ein anregendes Thema, stelle ich fest. Vielleicht sollte ich einen Horrorroman über grüne Bohnen schreiben.

Nina Bodenlosz
Foto: Ruth Frobeen

 

Nina Bodenlosz schreibt Romane, Erzählungen und kurze Texte, die von ihrem Blog Das Bodenlosz-Archiv aus in die Welt fliegen. Sie lebt in Berlin-Neukölln.

 

 

 

 

 

(Beitragsbild gezeichnet von Katarina Pollner)

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/koriander-kontroversen-und-mehr/feed/ 1
Schwarzwurzeln richtig schälen und schnell zubereiten https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/schwarzwurzeln-richtig-zubereiten/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/schwarzwurzeln-richtig-zubereiten/#comments Mon, 16 Dec 2019 08:17:43 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4142 Wir sind mitten in der Saison für Schwarzwurzeln. Wer jetzt „bäh“ sagt, kennt das feine Wintergemüse wohl nur aus der Konserve. Oder zerkocht und in Mehlschwitze ertränkt. Ich kannte Schwarzwurzeln bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht. Aber seit ich so konsequent wie möglich saisonal und regional koche, gibt es bei uns im Winter regelmäßig Schwarzwurzeln.

„Die machen doch so furchtbar viel Arbeit.“ Das stimmt nicht wirklich. Ich habe den Dreh mittlerweile ganz gut raus. Und so freue ich mich jedes Mal, wenn beim Schälen das überraschend Weiße unter der urigen schwarzen Schale zum Vorschein kommt. Im Folgenden erkläre ich euch, wie ihr Schwarzwurzeln richtig schält und schnell zubereitet.

Schwarzwurzeln enthalten viel Eisen und Ballaststoffe

Einige Stangen ungeschälter Schwarzwurzeln
Schwarzwurzeln gibt es unverpackt auf dem Markt und im Gemüse- oder Bioladen.

Wer zum ersten Mal ungeschälte Schwarzwurzeln in der Hand hält, kann sich nicht vorstellen, wie sie unter ihrer schwarzen Haut aussehen und legt sie im schlimmsten Fall wieder zurück. Bitte nicht! Kaufen und ausprobieren, es lohnt sich!

Weil Schwarzwurzeln köstlich sind, wenn man sie richtig zubereitet. Und weil so viele Nährstoffe drin sind.  Vor allem Ballaststoffe und Eisen: 3 mg Eisen stecken in 100 g. So viel enthält fast kein anderes Gemüse. Mir fallen nur Topinambur und Postelein ein. Aber von denen isst man ja keine so großen Portionen. Ein tolles Gemüse also für Vegetarier und Veganer oder Menschen wie mich, die nur noch sehr selten Fleisch essen.

Und nicht vergessen: Immer etwas Vitamin-C-haltiges dazu, damit der Körper das pflanzliche Eisen verwerten kann. Da bietet sich zum Beispiel eine Orange als Nachtisch an 😉

Schwarzwurzeln richtig zubereiten ohne Küchenchaos

Immer lese ich, dass Schwarzwurzeln zu schälen eine extrem klebrige Angelegenheit ist, nach der man sich selbst und die Küche renovieren muss. Das kann ich nicht bestätigen. Ich beherzige einfach die einschlägigen Tipps und nutze dazu ausnahmsweise mal Einweghandschuhe. Die sind bei mir aber Mehrweg. Denn bevor ich sie ausziehe, wasche ich die behandschuhten Hände mit Seife, lasse die Handschuhe trocknen und benutze sie beim nächsten Mal wieder.

Zu diesen Tipps gehört auch, eine Schüssel mit Wasser, Essig oder Zitrone und Mehl bereitzustellen. Dadurch wird der beim Schälen austretende Saft unschädlich gemacht und die Schwarzwurzeln bleiben schön weiß.

So schäle ich Schwarzwurzeln

  1. In einer Schüssel kaltes Wasser mit einem Schuss Essig und einem Esslöffel Mehl verrühren.
  2. Schwarzwurzeln kurz unter fließendem Wasser von losem Sand befreien.
  3. Gummihandschuhe anziehen.
  4. Schwarzwurzeln schälen und direkt in die vorbereitete Schüssel legen.
  5. Wenn alle geschält sind, je nach Rezept ganz oder in Stücken weiterverarbeiten.
Schwarzwurzeln schälen
Gummihandschuhe schützen die Hände und kann man gut mehrmals verwenden.

Schwarzwurzeln in 10 Minuten aus der Pfanne auf den Teller

Mir ist schleierhaft, warum in vielen Gemüserezepten so lange Garzeiten angegeben werden – auch bei Schwarzwurzeln. Meine Schwarzwurzeln vom Beitragsbild habe ich zusammen mit ein paar Schalotten in einer Mischung aus Rapsöl und Butter leicht gebraten. Dann Deckel drauf, Temperatur runter, hin und wieder umrühren und nach 10 Minuten waren sie gar, aber noch bissfest.

Dazu habe ich ein paar Pellkartoffeln mit etwas Schinken angebraten. Für mich ist so etwas eine vollständige Mahlzeit, der nichts fehlt. Aber dazu passt natürlich auch prima ein kleines Schnitzel oder etwas Fisch aus der Pfanne.

Was ich noch ausprobieren muss: Die Schwarzwurzeln erst kochen und danach die Schale abziehen. Diese Idee beschreibt Sabine Schlimm in ihrem Blogpost Ohne Geklebe: Ausgebackene Schwarzwurzeln mit Orangen.

Wie sind eure Erfahrungen mit Schwarzwurzeln in der Küche? Und welches sind eure Lieblingsrezepte? Ich bin sehr gespannt und freue mich auf eure Kommentare.

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/schwarzwurzeln-richtig-zubereiten/feed/ 2
#WirGegenHunger – Spendenaktion der Welthungerhilfe https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/wirgegenhunger-spendenaktion-der-welthungerhilfe/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/wirgegenhunger-spendenaktion-der-welthungerhilfe/#comments Tue, 03 Dec 2019 14:43:54 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4123 Heute morgen flatterte der Newsletter der Welthungerhilfe in mein Postfach. Darin wird mir die Kampagne #WirGegenHunger vorgestellt. Sie beinhaltet einen Spendenaufruf, eine Petition für eine gerechtere Klimapolitik und ein Social-Media-Kit zum Weitersagen und Mitmachen. Die beiden ersten Punkte habe ich in wenigen Minuten gerne erfüllt. Der dritte Punkt dauert ein wenig länger, denn ganz so schnell ist auch ein schneller Blogpost nicht geschrieben.

Zur Welthungerhilfe habe ich gewissermaßen einen persönlichen Bezug. Denn dort arbeitet meine Freundin Irene in der Öffentlichkeitsarbeit und ich durfte schon oft ein wenig hinter die Kulissen schauen, zum Beispiel

  • bei der Organisation der ZeroHungerRuns. Passenderweise habe ich dort vor zwei Jahren in Bonn als Exotin das Schlusslicht gebildet (nordic walkend mit Stöcken, joggen kann ich nicht),
  • bei Rudi rettet Reste, einer gemeinsamen Aktion mit Foodsharing,
  • bei ihrer Reise in eine der ärmsten Regionen Nepals. Dort machte sich das Team der Welthungerhilfe vor wenigen Tagen zusammen mit der Unterstützergruppe Bootcamp vor Ort einen Bild davon, was mit den Spendengeldern konkret passiert.

Aber auch bei Recherchen im Rahmen meiner Arbeit informiere ich mich oft auf den Seiten der Welthungerhilfe. Dort finde ich aktuelle Fakten und Erklärungen zur Verbreitung, zu Ursachen und Folgen von Hunger oder zur Lebensmittelverschwendung.

All dies und natürlich der Wunsch, meinen Beitrag zu weniger Hunger in der Welt zu leisten, motiviert mich, an die Welthungerhilfe zu spenden. Und seit unsere Tochter Anfang 2018 dort ihr Schulpraktikum absolvieren durfte, ist die Verbundenheit noch mehr gewachsen. Auch sie ist mittlerweile beim #ZeroHungerRun mitgelaufen. Und nun spendet sie zusätzlich regelmäßig einen Teil des Geldes, das sie durch Nachhilfe oder Klavierunterricht verdient.

Das finde ich ziemlich großartig und setzt den Rest der Familie mächtig unter Druck, mitzuhalten. Unsere persönliche Spenden-Challenge sozusagen. Und da ich gerade dabei bin, habe ich jetzt endlich auch eine monatliche Dauerspende ab Januar eingerichtet. Denn beim Tag der offenen Tür der Welthungerhilfe vor einigen Wochen habe ich gelernt, wie wichtig und hilfreich solche Spenden zusätzlich zu den Einzelspenden sind. Die ist in 1 Minute über den Button unten erledig, hinterlässt aber ein gutes Gefühl für mindestens den Rest des Tages 😉


Fotos: Welthungerhilfe

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/wirgegenhunger-spendenaktion-der-welthungerhilfe/feed/ 2
Oecotrophologin Anja Tanas im Interview: Erfolgreich vor und hinter der Kamera https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/oecotrophologin-anja-tanas-im-interview/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/oecotrophologin-anja-tanas-im-interview/#respond Mon, 04 Nov 2019 11:29:08 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4104 Anja Tanas ist meine nächste bloggende ErnährungsexpertIn im Interview. Seit August 2018 ist sie mit einem eigenen Blog am Start. Anja ist wie viele meiner KollegInnen ein Multitalent. Sie kann Ernährungswissenschaften UND kochen. Das zeigt sie vor und hinter der Kamera: als Fernsehjournalistin und als gut gelaunte Köchin in der Kochshow „Beste Heimathäppchen“. Und sie hat sich als Buchautorin einen Namen gemacht. Dabei kann sie sowohl Kochbücher als auch Sachbücher schreiben, wie der jüngst erschienene Ratgeber „Alles über Salz“ beweist.

Liebe Anja, 2016 hast du uns auf dem PR-Netzwerktreffen des VDOE erklärt, warum du nicht in den sozialen Medien aktiv bist. Zwei Jahre später dann doch ein Blog, Profile auf Facebook und Instagram. Was steckt hinter diesem Meinungsumschwung?

Ich habe mich damals auf dem Netzwerktreffen tatsächlich von den Kollegen inspirieren lassen. Ich fand die Aussage richtig, dass mehr Oecotrophologen auf den großen Plattformen zu finden sein sollten. Und da ich über den WDR ohnehin eine gewisse Öffentlichkeit habe, fühlte ich mich hier persönlich angesprochen. Außerdem wollte ich einen Test starten, inwieweit man ohne großen Aufwand einen solchen Blog betreiben kann und der eventuell dabei hilft, sich selbst zu vermarkten.

Auch die Tatsache, dass andere Kollegen im Journalismus mich häufig nach meinen Profilen bei Facebook und Instagram fragten, hat einen Einfluss gehabt. Ich kam mir schon fast unprofessionell vor, wenn ich zugeben musste, dass ich da nicht mitspiele. Es kamen also viele Punkte zusammen, bis ich mich endlich entschlossen habe, bei diesem herrlichen Irrsinn mitzumachen.

Als Bloggerin, Buchautorin und Fernsehfrau geht es bei dir viel ums Kochen. Birgt das nicht die Gefahr, trotz deiner wissenschaftlichen Ausbildung in die falsche Ecke gestellt zu werden?

Meine Plattform ist in erster Linie eine ganz persönliche Visitenkarte und zeigt, was bei mir aktuell so abgeht. Ich präsentiere mich als Köchin, da ich ja nun eine eigene Kochsendung im WDR habe. Ab und zu gibt es Fachinfos und natürlich Präsentationen meiner Bücher und meiner Sendung. Das ist für mich erstmal am wichtigsten, darauf fokussiere ich mich zurzeit.

Für mehr bleibt leider keine Zeit. Ich meine auch, dass es zu verwirrend wäre, wenn ich zu viel Wissenschaft einfließen lasse. Das beißt sich und dafür sollte ich dann einen eigenen Social-Media-Account eröffnen. Das ist aber nicht in Aussicht.

Deine Blogposts zum Rotkohl und Quinoa gefallen mir besonders gut. Darin verpackst du Warenkunde unterhaltsam und regst zum nachhaltigen Konsum an. Wie laufen solche Beiträge im Vergleich zu reinen Rezept-Beiträgen?

Ich muss jetzt mal ganz ehrlich sein: Ich habe noch nie wirklich geschaut, was auf dem Blog gut läuft. Hört sich vielleicht überheblich an, so ist es aber nicht gemeint. Es liegt vielmehr an dem Mangel an Zeit und Wissen. Was sollten mir Zahlen sagen? Spreche ich mit erfahrenen Bloggern, dann höre ich viel von Manipulation, von Feeds, in die man nicht mehr kommt, wenn man xyz nicht beachtet.

Da wurde mir schnell klar, dass man viel Geld in die Hand nehmen muss, um wirklich relevant zu werden. Das Geld möchte ich aber nicht investieren. Ich merke aber durchaus, dass Posts mit einem Foto von mir und persönlichen Infos meist am besten laufen.

Du kannst nicht nur gut schreiben, sondern postest auch sehr professionelle und kreative Fotos. Machst du das alles selber oder „leistest“ du dir Unterstützung?

Danke für das Kompliment, freut mich total, dass dir die Fotos gefallen. Ich habe eine wunderbare Kamera, kann Bildbearbeitungsprogramme bedienen, kochen und auch Foodstyling ist mir nicht fremd. Aber: Meist bekomme ich hier dennoch Unterstützung von zwei jungen Damen. Ich entwickle die Rezepte und die Texte, oft kochen die beiden dann und machen die schönen Fotos.

Daran erkennt man auch schnell das generelle Problem: Den Mangel an Zeit, beziehungsweise den hohen Aufwand, den man hat, wenn man einen professionellen Blog betreiben möchte. Ich habe diese Zeit einfach nicht. Ich kann nicht neben meinem Job auch noch so viel zusätzliche Arbeit leisten. Daher bilden wir drei in dieser Hinsicht ein super Team. Das machen übrigens viele Blogger so. Das ist gar nicht ungewöhnlich.

Drei deiner Posts auf Instagram stechen durch überdurchschnittlich viele Likes heraus: Quinoa (fast 400), Spargel (fast 500), nussiges Saatenbrot (über 600). Was glaubst du, woran das jeweils liegt?

Ich weiß sehr genau, woran es liegt: Für diese Beiträge hatte ich nämlich je einmal Werbung geschaltet und entsprechend bezahlt. Und dann bekommt man fröhlich Likes von ganz vielen Menschen, die einen nicht mal abonniert haben. Ich dachte, man bekäme dadurch gleichzeitig mehr Follower. Der Effekt war aber nicht spürbar.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wie sieht dein Fazit nach einem Jahr und zwei Monaten als Bloggerin und auf Facebook und Instagram aus? Was bringt dir das Ganze? Hast du vielleicht sogar wertvolle Kontakte geknüpft, die du sonst nicht hättest?

Insgesamt habe ich mittlerweile eine stattliche Visitenkarte, die ich stolz präsentiere. Und tatsächlich haben mich auch schon ein paar wichtige Leute nach meinen Auftritten auf Social Media gefragt und sich das Ganze angeschaut und positiv kommentiert. Das war ein ziemlich gutes Gefühl.

Jobs habe ich über diese Kanäle noch nicht bekommen, auch keine außergewöhnlich tollen Kontakte. Allerdings stehe ich mit Bekannten und Kollegen auf diese Art und Weise in regem Austausch.

Schade finde ich, dass ein Übertrag von TV und Print auf Social Media bei mir nicht funktioniert. Ich hatte irgendwie gehofft, dass ich durch meine Präsenz schneller an viele Follower komme und sich die Relevanz erhöht. Pustekuchen! Wenn, dann wirkt sich das eher bei Facebook aus, als bei Insta. Ach ja, hätte ich mal schon vor fünf Jahren angefangen…

Heute kann ich also sagen: Es macht viel Arbeit, es kostet Geld, bringt wenig, aber es ist schon eine ganz schön lässige Angelegenheit, die ich zurzeit noch nicht missen möchte. Wobei ich viel zu oft am Handy hänge, seitdem ich bei Social Media mitmache. Das Problem mit der Handysucht – das kann ich nun komplett nachvollziehen. In dieser Form wird mein Auftritt sicher endlich sein.

Anja Tanas

Anja Tanas ist Diplom-Oecotrophologin, freiberufliche Journalistin und (Kochbuch-)Autorin. Für den WDR steht sie in der Sendung Beste Heimathäppchen auch als Köchin vor der Kamera und macht Lust auf regionale und saisonale Rezepte. Seit 2018 postet sie auf ihrem Blog Anja Tanas regelmäßig Rezepte und Artikel zur Warenkunde.

 

 

Beitragsbild Rotkohl: @Frederike Lenz; Porträt: @Ulrich Tanas

Hier geht es zu den Interviews, die ich bereits mit anderen Kolleginnen zu ihren Erfahrungen als Bloggerinnen geführt habe:

 

 

 

 

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/oecotrophologin-anja-tanas-im-interview/feed/ 0
Frischer Spinat macht weniger Arbeit als gedacht! https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/frischer-spinat-macht-weniger-arbeit-als-gedacht/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/frischer-spinat-macht-weniger-arbeit-als-gedacht/#respond Tue, 15 Oct 2019 16:50:18 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4083 Frischer Spinat hat den Ruf, viel Arbeit zu machen. Wer aber einmal den Bogen raus hat, bereitet ihn ruckzuck zu und wird mit einem Genuss belohnt, den die Alternative aus der Tiefkühltruhe nicht bieten kann. Außerdem macht das Hantieren mit frischem Gemüse einfach viel mehr Spaß: Die Farben, der Duft. Für mich ist das nicht nur Arbeit, sondern entschleunigt und ist ein willkommener Ausgleich zur Schreibtischarbeit.

Deutscher Spinat hat noch bis November Saison

Spinat im Oktober und November? Ja, genau. Spinat ist den meisten als Frühlingsgemüse bekannt, denn im Frühling ist er besonders zart. Außerdem gibt es da noch nicht so viele andere Gemüsesorten und junger Spinat passt perfekt zu Spargel und Erdbeeren. Doch auch jetzt im Herbst hat Spinat bei uns Saison und kommt noch bis November frisch vom Feld. Dann landet also schon mal ein Kilo Spinat in meiner Bio-Gemüsekiste und will verarbeitet werden – so wie letzte Woche.

Spinatblätter blanchieren senkt Oxalsäure-Gehalt

Spinat enthält nicht nur sehr viel Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin C, Calcium, Magnesium und Eisen (3 mg Eisen pro 100 g), sondern leider auch viel Oxalsäure. Die kann wertvolle Mineralstoffe wie Calcium binden und für Menschen mit Nierensteinen problematisch sein. Für alle anderen ist sie in der Regel kein Problem, wenn sie nicht gerade ständig Smoothies mit rohem Spinat genießen. Hier gilt wie immer: Nicht auf ein Gemüse fixieren, sondern immer schön bunt durch den Garten für Abwechslung sorgen 😉 Und wer Spinat schonend als Gemüse zubereitet, kann den Oxalsäure-Gehalt deutlich senken.

Der Spinat aus meiner Gemüsekiste war Wurzelspinat, wurde also mit Wurzel geerntet. Die schneide ich als erstes ab und wasche den Spinat in reichlich Wasser. So spüle ich Sand und Erde raus. Dann schneide ich die langen Stiele ab und verarbeite Blätter und Stiele erst getrennt und dann gemeinsam.

  • Die Blätter blanchiere ich kurz in kochendem Salzwasser, schütte sie durch ein Sieb und drücke überflüssiges Wasser mit den Händen aus. Dadurch entferne ich einen Großteil der Oxalsäure, der ins Kochwasser übergegangen ist. Jetzt hacke ich die blanchierten Blätter grob mit einem großen Messer.
  • Die Stiele schneide ich in kurze Stücke und dünste sie in einer separaten Pfanne zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch in etwas Rapsöl. Sie enthalten kaum Oxalsäure, brauchen also nicht extra blanchiert zu werden. Und sie gehören auf keinen Fall in den Müll, wie manchmal zu lesen ist!
  • Zum Schluss kommen die Blätter zu den Stielen in die Pfanne. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, noch einmal kurz zusammen schmurgeln lassen – fertig!

Bio-Spinat enthält weniger Nitrat

Die Empfehlung, die Stiele zu entfernen, hat vermutlich auch etwas mit der Angst vor hohen Nitratgehalten zu tun. Tatsächlich kann sich Nitrat in den Stielen vom  Spinat anhäufen. Bei meinem Bio-Spinat habe ich da aber keine Bedenken, denn Bio-Bauern düngen nicht mit nitrathaltigem Dünger. Also essen ich die Stiele unbesorgt mit. Die sind besonders aromatisch und sonst bleibt vom schönen Spinat ja auch nur die Hälfte übrig…

Spinat trifft Kürbis

Trotzdem sind die Blätter nach dem Blanchieren immer arg zusammen geschrumpft. Wer zum ersten Mal frischen Spinat verarbeitet, darf sich also nicht wundern, wenn in Rezepten für vier Personen von 500 g oder gar einem Kilo die Rede ist.

So gut wie Spinat im Frühling zu anderen Frühlingsgemüsen passt, so gut passt er jetzt im Herbst für mich zu Kürbis. Der Spinat von letzter Woche landete also zusammen mit Hokkaido-Kürbis in einer vegetarischen Lasagne.  Und weil ich gerade Ferien und besonders Muße zum Kochen habe, gab es heute schon wieder frischen Spinat, allerdings nur eine kleine Portion: Wieder zusammen mit Kürbis und schon wieder vegetarisch – diesmal als Belag für herzhafte Flammkuchen 🙂

Vegetarische Lasagne mit Spinat und Kürbis
Blanchierter und gehackter Spinat
Frischer Bio-Spinat
]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/frischer-spinat-macht-weniger-arbeit-als-gedacht/feed/ 0
Das BZfE-Forum und #berta19 auf Twitter: Da geht noch mehr! https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/bzfe-forum-auf-twitter/ https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/bzfe-forum-auf-twitter/#respond Thu, 12 Sep 2019 13:27:23 +0000 https://www.freitag-ziegler.de/?p=4011 Ab ins Netz – so prangte es schön doppeldeutig auf dem Stoffbeutel, den jede/r TeilnehmerIn des 3. BZfE-Forums mit nach Hause nehmen durfte. Ab ins „Internetz“ und rein in die Sozialen Medien? Das ist vermutlich für viele der Teilnehmenden die größere Herausforderung als Obst und Gemüse im Mehrwegbeutel einzukaufen! Unter dem Hashtag #berta19 war letzte Woche dennoch Einiges los: Ein wenig auf Facebook und Instagram, jede Menge auf Twitter.

#berta19 in den Twittertrends – na und?

So gelangte der Hashtag #berta19 während der DGE-Arbeitstagung in den deutschen Twitter-Trends unter die Top 10. Und auch beim BZfE-Forum am 5. September sorgten die Menschen, die live aus der Stadthalle oder aus der Ferne auf Twitter aktiv waren, dafür, dass #berta19 erneut „trendete“.

Solch ein Twitter-Trend entsteht nach einem bestimmten Algorithmus vor allem bei Themen, die plötzlich aktuell werden. Wenn beispielsweise während einer Veranstaltung wie dem BZfE-Forum ein exponentielles Wachstum von Tweets mit demselben Hashtag von vielen unterschiedlichen Twitter-Nutzern erzeugt wird, trendet dieser Hashtag – in diesem Falle also #berta19. Retweets verstärken den Effekt zusätzlich.

Das Ganze scheint eine Wissenschaft für sich und nur Twitter selber weiß, was genau dahinter steckt. Interessant ist aber im Wesentlichen die Frage: Was hat man davon? Der Sinn ist, dass sich die Themen und Botschaften einer solchen Tagung quasi in Echtzeit an viele Menschen verbreiten, die sich dafür interessieren (könnten). Und zwar nicht nur unter denjenigen, die sich sowieso schon auf Twitter folgen und ihre Posts regelmäßig gegenseitig liken und retweeten.

Herzchen sind auf Twitter keine Liebeserklärung

Auch darum geht es also bei dem ständigen Appell an Organisationen und Ernährungsfachkräfte: Mischt auf den Sozialen Medien mit, um die Kommunikation über Ernährung und Gesundheit nicht anderen zu überlassen. Nutzt und verbreitet passende und gerne kreative Hashtags. Teilt Tweets mit spannenden und wichtigen Infos. Oder honoriert sie zumindest mit einem Like. Dass die bei Twitter Herzen sind, macht sie übrigens nicht zu einer Liebeserklärung…

So machen wir im Idealfall gemeinsam auch die großen Mainstream-Medien auf unsere Expertise, unsere fundierten Infos und praktischen Tipps aufmerksam, die den Menschen letztendlich zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen sollen.

Brauchen wir mehr Verbote?

Lebhaft wurde die Diskussion auf Twitter als Prof. Lorkowski in seinem Vortrag „Essen XXL: Isst sich Deutschland krank?“ forderte: „Es braucht mehr Verbote“. Oha! Verbote stehen auf der Leiter der Interventionen, wenn es beispielsweise darum geht, den Zuckerkonsum zu bremsen, ganz oben. Quasi als letztes Mittel, wenn Maßnahmen wie Information oder Abschreckung nicht ausreichend wirken.

Ein Twitter-Post dazu rief den Ernährungssoziologen Daniel Kofahl auf den Plan, der nichts von Verboten hält und fordert, Experten sollten ermöglichen, nicht verbieten. (Wer den ganzen Thread lesen möchte, klickt einfach im Tweet oben in die weiße Fläche.)

So richtig verstehe ich die Argumentation und Aufregung allerdings nicht. Klar geht es darum, die Menschen zu befähigen, bei Süßigkeiten Maß zu halten, gehören die aber auch zum Genuss dazu. Und natürlich müssen Eltern ihre Kinder erziehen. Aber warum soll man ihnen und uns allen nicht das Leben leichter machen? Keine Süßigkeiten mehr an der Kasse im Supermarkt (oder Bioladen – die machen das ja genauso)? Für mich spricht wenig dagegen.

#nudging nimmt Fahrt auf

Eine gute Alternative zu Verboten – auch in Sachen Quengelkasse – ist für mich das Nudging. Bis vor zwei Jahren sagte mir und vermutlich den meisten Zeitgenossen der Begriff nur wenig. Jetzt findet das „Anstupsen“ zu einer gesünderen Ernährung, zu mehr Gemüse und weniger fettigem, salzigem oder gezuckertem Essen, zu kleineren Portionen und zu öfter mal Wasser im Glas immer mehr Befürworter. Und auch auf Twitter gibt es täglich Posts unter dem Hashtag #nudging – nicht nur im Zusammenhang mit Essen und Lebensmitteln.

Ausgesprochen gut gefällt mir ein Beispiel, das Dr. Kai Purnhagen in seinen Vortrag eingebaut hatte: Die „Frei von“-Kasse, an der weder Süßigkeiten noch Alkohol oder Zigaretten locken. Wer sich selbst oder seine Kinder überlisten möchte, geht schnurstracks zu dieser Kasse. Wer noch schnell einen Schokoriegel kaufen möchte, stellt sich eben an einer normalen Kasse an. Noch toller wäre es, wenn an der Kasse Gemüse oder Obst „nimm mich mit“ rufen würden. Zu solchen und anderen Ernährungs-Nudges gibt es bereits diverse Versuche in Betriebskantinen. Die zeigen, wie einfach so etwas funktionieren kann.

Ich habe das Nudging neulich für das BZfE etwas genauer unter die Lupe genommen und bin seitdem überzeugt: Nudging gehört unbedingt in den viel beschworenen Maßnahmen-Mix, um Menschen ohne Zwang, kreativ und mit Spaßfaktor zu einem gesünderen Leben zu bewegen.

Frei-von-Kasse
„Frei von Süßigkeiten, Alkohol- und Tabakwaren“-Kasse.
Foto: Kai Purnhagen

Kombiniert ihr in der Suche auf Twitter die Hashtags #berta19 und #nudging, bekommt ihr einen schnellen Überblick, was zum Nudging auf den Bonner Ernährungstagen noch so alles gesagt und getwittert wurde. Dann gelangt ihr auch zu folgendem Beispiel aus den Niederlanden, das prompt plus Link über Twitter geteilt wurde: Ein Nationaler Aktionsplan für mehr Obst und Gemüse, bei dem alle an einem Strang ziehen.

Ernährungsfachkräfte auf Twitter – das Glas ist halbvoll

Rund 500 TeilnehmerInnen hatten sich zum BZfE-Forum angemeldet, aber nur ein Bruchteil davon war während der Tagung auf Twitter aktiv. Das ist ja auch nicht so einfach. Denn eigentlich möchte man sich voll auf die Vorträge und Diskussionen konzentrieren und nicht gleichzeitig mit dem Smartphone hantieren. Das kann ich gut verstehen und finde es auch manchmal ziemlich anstrengend. Trotzdem: Mit ein wenig Übung kann man nebenbei zumindest ein wenig bei der Verbreitung wichtiger Aussagen und Infos via Twitter helfen. Oder das zuhause gemütlich auf dem Sofa nachholen. Und je mehr mitmachen, desto besser verteilt sich diese Aufgabe.

Für das nächste Jahr ist der Hashtag für die 4. Bonner Ernährungstage übrigens #berta20. Ich bin gespannt, was sich bis dahin getan hat und freue mich auf viele neue KollegInnen und munteres Netzwerken, Informationen-und-Meinungen-Austauschen auch auf Twitter.

Dieser Blogbeitrag ist im Zusammenhang mit meiner freiberuflichen Tätigkeit für das Bundeszentrum für Ernährung entstanden. Die Auswahl der Inhalte erfolgte rein subjektiv und spiegelt meine persönliche Wahrnehmung und Interessenschwerpunkte wider. 

]]>
https://www.freitag-ziegler.de/blog-salat/bzfe-forum-auf-twitter/feed/ 0