Champignons mit Kichererbsen-Pestofüllung zum Grillen

Aluminium beim Grillen – Fluch oder Segen?

Grillen ist lecker und gesellig, der Inbegriff eines deutschen Sommers, und macht besonders viel Spaß draußen im Grünen. Bei uns in Bonn wurde in diesem Jahr sogar das allgemeine Grillverbot an öffentlichen Plätzen aufgehoben. Das schrieb der General-Anzeiger schon im Mai und listet außerdem viele Grillplätze in Bonn und der Region auf.

Soweit so toll. Und was ist mit der Gesundheit? Ist Grillen krebserregend? Nicht, wenn man ein paar Regeln befolgt, die sich mittlerweile herumgesprochen haben dürften oder z. B. bei der Verbraucherzentrale nachgelesen werden können. Dabei geht es vor allem darum, dass beim Grillen von Fleisch immer dann krebserregende Stoffe entstehen, wenn Fett oder Fleischsaft in die Glut tropfen. So entsteht Rauch mit „polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen“ – kurz PAK. Der steigt wieder auf und schlägt sich an Bratwurst oder Steak nieder. Eine beliebte Möglichkeit, das zu verhindern, sind Grillschalen aus Aluminium. Doch hier stellt sich die nächste Frage: Wie schädlich ist Aluminium?

BfR hält Aluminiumschalen für Fleisch für vertretbar

Die Sache mit dem Aluminium haben die Wissenschaftler bisher noch nicht eindeutig geklärt. Fest steht, wir nehmen sowieso schon reichlich Aluminium über viele Lebensmittel, in denen es natürlicherweise vorkommt, auf. Dazu kann noch Aluminium aus Verpackungen, Deos und Medikamenten kommen. Wahrscheinlich nehmen so einige von uns mehr Aluminium auf als gesund ist. Denn Aluminium lagert sich nach und nach im Körper ab und steht im Verdacht, etwas mit der Entstehung von z. B. Brustkrebs oder Alzheimer zu tun zu haben. Was bedeutet das jetzt für’s Grillen? Für das Grillen von Fleisch ist das Ganze eine Risikoabwägung und wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung BfR so zusammengefasst:

Auch beim Grillen von Lebensmitteln auf Aluminiumschalen ist ein Übergang von Aluminium in das Grillgut zu erwarten. Andererseits soll die Verwendung von Aluminiumschalen beim Grillen das Abtropfen von Fett in die Glut verhindern und somit die Entstehung von krebserregenden PAKs. In dieser Abwägung ist der Gebrauch von Aluminiumschalen beim Grillen von Fleisch vertretbar. Gesalzen und gewürzt werden sollte allerdings erst am Ende des Grillvorgangs.

Hinter dem letzten Satz stecken chemische Zusammenhänge. Denn Aluminiumionen lösen sich am besten in der Gegenwart von Säuren oder Laugen aus der Alufolie oder Grillschale. Salz fördert diesen Prozess.

Das gilt aber auch für Gemüse mit Schafskäse, eine von vielen vegetarischen Grill-Alternativen. Sollte ich also meine geliebten Zucchini-Schafskäse-Päckchen in Alufolie nun für immer und ewig vom Grill verbannen? Ich habe dazu mit einer Dame beim BfR telefoniert und die Antwort hätte ich mir eigentlich auch selber geben können: Alles eine Frage der Menge. Es gibt ja schließlich solche und solche Griller. Manche, die nicht genug davon bekommen können, und mehrmals wöchentlich den Grill anschmeißen. Und dann solche Gelegenheitsgriller wie mich. Bei denen dürfte hin und wieder ein Alupäckchen Zucchini mit Schafskäse und Thymianhonig wenig Schaden anrichten.

Vegetarische Zucchini-Päckchen vom Grill in Aluminiumfolie
Zucchini-Päckchen mit Schafskäse in Aluminiumfolie

Zucchini-Schafskäse-Päckchen in Alufolie nicht zu oft

Wenn der Sommer dann doch noch öfter zum Grillen einlädt, gibt es aber auch dazu Alternativen, z. B. die gefüllten Champignons von meinem Foto. Da kommt die Alufolie weder mit Säure noch mit Salz in Kontakt. Und es gibt natürlich auch Alternativen zur Alufolie: Grillschalen aus Edelstahl oder Emaille kosten zwar ein paar Euro, landen dafür aber nicht hinterher auf dem Müll. Wie gut es sich damit wirklich grillen lässt, habe ich bisher allerdings noch nicht selber ausprobiert. Wer mag, kann mir gerne von seinen Erfahrungen berichten, bevor ich Geld in eine falsche Anschaffung stecke.

Ein paar interessante Tipps zum Grillen ohne Alufolie gab es vor ein paar Tagen auch im ARD-Buffet., z. B. Gemüsepäckchen, die in den Blättern eines Maiskolbens gegrillt werden. Klingt spannend. Die Geschichte mit den vor krebserregenden Stoffen schützenden Marinaden hört sich zwar auch gut an. Beim Fleisch würde ich aber trotzdem vor allem den Vielgrillern sicherheitshalber zu Grillschalen raten.