Frischer Spinat, Blätter und Stängel

Frischer Spinat macht weniger Arbeit als gedacht!

Frischer Spinat hat den Ruf, viel Arbeit zu machen. Wer aber einmal den Bogen raus hat, bereitet ihn ruckzuck zu und wird mit einem Genuss belohnt, den die Alternative aus der Tiefkühltruhe nicht bieten kann. Außerdem macht das Hantieren mit frischem Gemüse einfach viel mehr Spaß: Die Farben, der Duft. Für mich ist das nicht nur Arbeit, sondern entschleunigt und ist ein willkommener Ausgleich zur Schreibtischarbeit.

Deutscher Spinat hat noch bis November Saison

Spinat im Oktober und November? Ja, genau. Spinat ist den meisten als Frühlingsgemüse bekannt, denn im Frühling ist er besonders zart. Außerdem gibt es da noch nicht so viele andere Gemüsesorten und junger Spinat passt perfekt zu Spargel und Erdbeeren. Doch auch jetzt im Herbst hat Spinat bei uns Saison und kommt noch bis November frisch vom Feld. Dann landet also schon mal ein Kilo Spinat in meiner Bio-Gemüsekiste und will verarbeitet werden – so wie letzte Woche.

Spinatblätter blanchieren senkt Oxalsäure-Gehalt

Spinat enthält nicht nur sehr viel Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin C, Calcium, Magnesium und Eisen (3 mg Eisen pro 100 g), sondern leider auch viel Oxalsäure. Die kann wertvolle Mineralstoffe wie Calcium binden und für Menschen mit Nierensteinen problematisch sein. Für alle anderen ist sie in der Regel kein Problem, wenn sie nicht gerade ständig Smoothies mit rohem Spinat genießen. Hier gilt wie immer: Nicht auf ein Gemüse fixieren, sondern immer schön bunt durch den Garten für Abwechslung sorgen 😉 Und wer Spinat schonend als Gemüse zubereitet, kann den Oxalsäure-Gehalt deutlich senken.

Der Spinat aus meiner Gemüsekiste war Wurzelspinat, wurde also mit Wurzel geerntet. Die schneide ich als erstes ab und wasche den Spinat in reichlich Wasser. So spüle ich Sand und Erde raus. Dann schneide ich die langen Stiele ab und verarbeite Blätter und Stiele erst getrennt und dann gemeinsam.

  • Die Blätter blanchiere ich kurz in kochendem Salzwasser, schütte sie durch ein Sieb und drücke überflüssiges Wasser mit den Händen aus. Dadurch entferne ich einen Großteil der Oxalsäure, der ins Kochwasser übergegangen ist. Jetzt hacke ich die blanchierten Blätter grob mit einem großen Messer.
  • Die Stiele schneide ich in kurze Stücke und dünste sie in einer separaten Pfanne zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch in etwas Rapsöl. Sie enthalten kaum Oxalsäure, brauchen also nicht extra blanchiert zu werden. Und sie gehören auf keinen Fall in den Müll, wie manchmal zu lesen ist!
  • Zum Schluss kommen die Blätter zu den Stielen in die Pfanne. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, noch einmal kurz zusammen schmurgeln lassen – fertig!

Bio-Spinat enthält weniger Nitrat

Die Empfehlung, die Stiele zu entfernen, hat vermutlich auch etwas mit der Angst vor hohen Nitratgehalten zu tun. Tatsächlich kann sich Nitrat in den Stielen vom  Spinat anhäufen. Bei meinem Bio-Spinat habe ich da aber keine Bedenken, denn Bio-Bauern düngen nicht mit nitrathaltigem Dünger. Also essen ich die Stiele unbesorgt mit. Die sind besonders aromatisch und sonst bleibt vom schönen Spinat ja auch nur die Hälfte übrig…

Spinat trifft Kürbis

Trotzdem sind die Blätter nach dem Blanchieren immer arg zusammen geschrumpft. Wer zum ersten Mal frischen Spinat verarbeitet, darf sich also nicht wundern, wenn in Rezepten für vier Personen von 500 g oder gar einem Kilo die Rede ist.

So gut wie Spinat im Frühling zu anderen Frühlingsgemüsen passt, so gut passt er jetzt im Herbst für mich zu Kürbis. Der Spinat von letzter Woche landete also zusammen mit Hokkaido-Kürbis in einer vegetarischen Lasagne.  Und weil ich gerade Ferien und besonders Muße zum Kochen habe, gab es heute schon wieder frischen Spinat, allerdings nur eine kleine Portion: Wieder zusammen mit Kürbis und schon wieder vegetarisch – diesmal als Belag für herzhafte Flammkuchen 🙂

Vegetarische Lasagne mit Spinat und Kürbis
Blanchierter und gehackter Spinat
Frischer Bio-Spinat