Rezension "Lecker ohne Weizen" - gesicherte Fakten und erprobte Rezepte

Rezension „Lecker ohne Weizen“ – gesicherte Fakten und erprobte Rezepte

Mit „Lecker ohne… Weizen“ haben die Diätassistentinnen Alexandra Hirschfelder und Sabine Offenborn mittlerweile ihren vierten Ratgeber für Verbraucher geschrieben, die auf bestimmte Lebensmittel(bestandteile) verzichten wollen oder müssen. Ich muss zugeben, als ich die Pressemeldung dazu erhielt, grummelte es mir direkt ein wenig im Magen. Und zwar nicht, weil ich Weizen oder Gluten nicht vertragen kann. Ich ärgere mich vielmehr seit Jahren über diese Weizen- bzw. Glutenhysterie, von der sich viele Menschen heute völlig unnötig mitreißen lassen.

Zöliakie, Weizenallergie, Gluten- und Weizensensitivität

Doch bereits das Vorwort der Autorinnen hat mich beruhigt. Ihnen geht es genau darum, dieser Hysterie wissenschaftlich gesicherte Fakten gegenüberzustellen. Dazu gehört an erster Stelle die Beschreibung der Beschwerdebilder Zöliakie, Weizenallergie und Gluten- bzw. Weizensensitivität. Damit legen sie die eigentliche Zielgruppe fest, für die dieser Ratgeber gedacht ist: Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen wirklich auf Weizen bzw. Gluten verzichten müssen und nach guten Tipps und Rezepten für ihren Alltag suchen. Daneben gibt es gewissermaßen eine Randzielgruppe: Das sind diejenigen, die von zu viel Weißbrot, Kuchen, Pasta, Pizza und Süßkram dick werden. Bringen die mit glutenfreiem Pseudogetreide wie Quinoa mehr Abwechslung auf den Tisch, kann sich das positiv auf ihr Gewicht auswirken. Das klappt aber meist nur dann, wenn selber gekocht und gebacken wird. Denn viele glutenfreien Fertigprodukte enthalten reichlich Zucker und Fett, aber wenig Ballaststoffe. Bestimmen die den Speiseplan, geht der Schuss quasi nach hinten los.

Alternativen zu Weizen und Gluten in der eigenen Küche

In erster Linie geht es in diesem Buch daher um den geschickten Ersatz von Weizen und anderen glutenhaltigen Getreidesorten in der eigenen Küche. Dazu beschreiben die Autorinnen von A wie Amaranth bis Z wie Zwerghirse geeignete Alternativen und liefern jeweils ein einfaches Grundrezept mit: z. B. für Buchweizengrütze, Falafel aus Kichererbsen oder einen Frühstücksbrei aus Lupinen. Sie listen glutenfreie Verdickungsmittel auf und geben Praxistipps zum Backen und Kochen. Drei glutenfreie „Backmischungen“ zum Selbermischen für helle Kuchen, helle oder dunkle Brötchen und Brote regen dazu an, auf (teure) Fertigprodukte zu verzichten. Insgesamt liefert das Buch so weit mehr Anregungen als die im zweiten Teil vorgestellten Rezepte. Das sind über sechzig Anleitungen für herzhafte oder süße Gerichte und Backwaren: Viele Ideen für Pfannkuchen, Kuchen, Kekse, Brot und Brötchen natürlich, aber auch für selbstgemachte Pasta oder knusprige Müslimischungen.

Mein Fazit: Ein tolles Ratgeber- und Kochbuch für Menschen, die auf Weizen bzw. Gluten verzichten müssen. Für alle anderen eine Möglichkeit, ihren Speiseplan hin und wieder durch ungewohnte Zutaten zu bereichern.

Wer mag, kann hier einen Blick ins Buch werfen. Noch mehr Rezepte und Fakten (!) – auch zu anderen Beschwerdebildern – sowie eine Suchfunktion nach zertifizierten ErnährungsberaterInnen, finden sich auch auf dem Online-Portal der Autorinnen Lecker ohne.