Rudi rettet Reste mit Welthungerhilfe und Foodsharing

Rudi rettet Reste mit Welthungerhilfe und Foodsharing

Letzten Donnerstag habe ich einen Lebensmittelrest vor der Tonne gerettet. Also eigentlich gerettet haben ihn die Leute von foodsharing. Ich habe ihn aber in eine herzhafte Quiche verwandelt und meinen Gästen von Rudi rettet Reste vorgesetzt. Wie bin ich drauf gekommen? Über meine Freundin Irene, die bei der Welthungerhilfe arbeitet, und mich zum Mitmachen angestiftet hat. Rudi rettet Reste ist quasi ein Rudi-rockt-Spezial, entstanden durch die Kooperation mit Welthungerhilfe und foodsharing. Beide Organisationen möchten mit ihren Aktionen und Kampagnen auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.

Vielen Dank nochmal, liebe Irene, für den Abstecher in die Welt der Studenten und anderen Ü-30er. Ältere Semester wie ich und meine Freundin Wiebke, die im Team mit mir gekocht hat, waren in meinen Runden jedenfalls nicht dabei. Zufall oder System? Vermutlich letzteres, denn auf der Webseite von Rudi rockt findet sich zwar keine Altersbegrenzung – stattdessen sogar ein Bericht zu einem ähnlichen Event in Lüneburg, bei dem auch „sie, 47 Jahre alt, und er, 52, beide Akademiker“ mitgemacht haben … Aber es liegt wohl in der Natur der Sache oder Art der Stadt (Bonn=viele Studenten) und Location bzw. des Clubs für die After-Dinner-Party, dass Menschen mit etwas mehr Lebenserfahrung wie Wiebke und ich eher die Ausnahme unter den knapp 300 Bonner Rudi-Rettern waren.

Ob’s unsere Gäste bzw. Gastgeber gestört hat? Beschwert haben sie sich nicht und die Gespräche waren auch sehr anregend – für uns zwei jedenfalls. Ich habe z. B. gelernt, was man heute so studiert, wie hoch die Miete für eine WG in der Innenstadt ist und wie es den Studenten in der Mensa schmeckt („geht so“). Als Teenager-Mutter fand ich außerdem die Perspektive, dass meine zwei irgendwann auch mal so gut kochen könnten wie unsere Gastgeber, sehr beruhigend.

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung

Am Vortag konnte sich jeder Rudiretter kostenlos Lebensmittelreste bei foodsharing abholen
Am Vortag konnte sich jeder Rudi-Retter kostenlos Lebensmittel bei foodsharing abholen. Etwa die Hälfte der 300 Teilnehmer hat diese Möglichkeit genutzt.

Aber um den Austausch zwischen verschiedenen Generationen ging es bei der Sache ja eigentlich überhaupt nicht. Worum dann? Bei der Bonner Variante von Rudi rockt eben nicht nur darum, nette Leute kennenzulernen und die dann nach drei Gängen in verschiedenen Küchen (Rudi ist nämlich die Abkürzung für Running Dinner) auf der „After-Dinner-Party wiederzusehen und gleichzeitig bei geiler Musik und lässigen Drinks zu feiern, Rezepte auszutauschen oder Nachtreffen zu planen“…

Es ging gleichzeitig um die bereits erwähnte Lebensmittelverschwendung. Daher haben die lokalen Medien auch brav alles dokumentiert, z. B. das Abholen der Zutaten bei der Verteilerstelle von foodsharing Bonn. Und als ob ich es geahnt hätte, war ich fotoscheues Wesen ausgerechnet in der Minute da, als die Fotografin für den Bonner General-Anzeiger ihre Kamera zückte – zum Glück bin ich nur etwas versteckt hinter dem jungen Gemüse zu sehen 🙂

Quelle: General-Anzeiger
Quelle: General-Anzeiger

Vor lauter Aufregung habe ich nur besagten Spitzkohl mitgenommen. Dabei hätte der Chicorée auch gut zu unserem Salat gepasst. Vielleicht beim nächsten Mal (evtl. im Herbst, hat Organisator Fabio Schleicher in der Lokalzeit verraten), wenn ich mich nochmal traue. Pünktlich um 18.30 Uhr gab es dann also am Freitag bei mir zuhause eine Quiche mit Spitzkohl. Den Salat dazu hat Wiebke allerdings frisch gekauft – der foodsharing-Salat war mir dann doch etwas zu schlapp. Offensichtlich waren einige Lebensmittel vom ersten Schwung (z. B. Spargel) schon weg und Nachschub erst noch auf dem Weg (z. B. Champignons und ganz viel Joghurt). Grundsätzlich war aber genug Auswahl für jeden da, der diesen Teil der Aktion mitmachen wollte.

Neue Lebensmittelreste für Foodsharing Bonn
Neue Lebensmittelreste für Foodsharing Bonn

Auch unsere Gäste Lisa und Melly hatten viel noch wirklich frisches Gemüse für ihre Hauptspeise (Risotto mit Pilzen) mitnehmen können. Die beiden studieren Ernährungs- bzw. Agarwissenschaften und passten daher prima zu mir und Wiebke, die Gartenbau-Ingenieurin ist. Noch mehr interessierten sie sich aber für die Arbeit unserer zwei anderen Gäste, die nämlich bei der Welthungerhilfe im Einsatz sind. Gesprächsstoff satt also. Vielleicht wurden hier sogar erste Strippen für künftige Praktika gezogen.

Vorspeise Rudi rettet Reste
Zur Vorspeise gab es Quiche mit Spitzkohl und Salat mit diversen Toppings.

Zur Hauptspeise radelten Wiebke und ich in wenigen Minuten mit dem Fahrrad auf die andere Rheinseite. Mitten in der Innenstadt, über einem Döner-Laden im vierten Stock hatten Tom und Dominik sehr kreativ für uns gekocht: Es gab einen Thai-Auberginen-Salat zu Hühnchen-Curry mit Reis; dazu weitere spannende Gespräche, z. B. darüber, was man traditionell in Kenia isst.

 

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2. Gang vom Running Dinner in Bonn bei Tom und Dominik

Den Nachtisch und noch mehr Gesprächsstoff in einer reinen Damenrunde, die außer uns tatsächlich auch noch aus zwei anderen Nicht-Mehr-Studentinnen bestand, gab es dann wieder auf der Beueler Rheinseite. Zum Fotografieren hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Lust mehr. Wer mag, findet aber weitere Fotos und Eindrücke von anderen Runden auf der Facebook-Seite vom Bonner Event.