Bitte auch zu Ostern Bio-Eier kaufen!

Bioland-Henne ©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler
Bioland-Henne
©BLE, Bonn/Foto: Dominic Menzler

Eine Woche vor Ostern dreht sich mal wieder alles ums Ei. Wir erfahren, wie viele Eier wir Deutsche statistisch gesehen so essen (231 pro Jahr) oder wie man hart gekochte Eier ganz natürlich mit Blumen und Blättern färben kann. Und wir sind umzingelt von Rezepten für den Osterbrunch, zu dem es natürlich auch ganz viele Eier gibt. Otto-Normal-Verbraucher verschwendet dabei meist keinen Gedanken an das Huhn, das sich für die Eier in seinem Osternest angestrengt hat und meist kein artgerechtes Leben lebt. Daran ändert auch wenig, dass immer mehr Leute Bio-Eier kaufen. Denn das sind immer noch lange nicht genug (8 Prozent Marktanteil haben Eier aus ökologischer Erzeugung) im Vergleich zur Übermacht derjenigen, die es normal finden, viele und billige Eier zu kaufen. Schließlich sind die Supermärkte voll davon.

Außerdem kommen auch die Betriebe, die ihre Legehennen nach ökologischen Kriterien halten, meist nicht darum herum, die vielen kleinen Kükenbrüder zu töten. Denn die legen leider keine Eier, taugen aber auch nicht dazu, zumindest ein kurzes Leben zu genießen (?), um später in der Pfanne zu landen. Denn sie setzen aus ökonomischer Sicht viel zu langsam und zu wenig Fleisch an. Schon im letzten Jahr hat unser Agrarminister erklärt, er wolle dafür sorgen, dass das „Kükenschreddern“ 2017 aufhört – allerdings ohne es zu verbieten. Die Idee: Man bestimmt schon im gerade erst bebrüteten Ei, ob daraus später Hühnchen oder Hähnchen schlüpfen würde und sortiert entsprechend aus. In diesem Jahr gab es sogar eine Klage gegen eine Brüterei wegen dieser Sache mit den männlichen Küken (man kann das Wort wirklich kaum aussprechen, auch wenn ich es oben benutzt habe…). Sie wurde aber prompt abgelehnt.

Schwester Henne oder Bruder Hahn? ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan
Gerade zu Ostern auch an die süßen Bruder-Küken denken
©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

Die Idee vom Schmidt ist ja schon mal ein guter erster Ansatz, wenn sie denn tatsächlich irgendwann mal umgesetzt wird. Bis dahin könnte man theoretisch auch die Eier von der Bruder-Hahn-Initiative kaufen. Der Haken daran: Die gibt es nur in wenigen Bio-Läden, in meinem schon mal nicht. (Im Moment doch. Heute am 18.3. entdeckt und sofort gekauft).Dabei geht es im Prinzip darum, die Hähnchenküken mit aufzuziehen, obwohl sie nur langsam Fleisch ansetzen. Das ist das Ergebnis der gängigen Praxis, entweder Hochleistungshühner zu züchten, die Unmengen von Eiern legen, oder solche, die in kürzester Zeit zu dicken Masthühnern heranwachsen. Es gibt aber auch so genannte Hybrid- oder Zweinutzungshühner. Die können Eier und Fleisch, von beidem aber nicht so viel. Damit hätte sich dann das Problem der überflüssigen männlichen Küken gelöst. Im Moment werden solche Hühner nur von den großen Konzernen gezüchtet. Aber die Bio-Züchter arbeiten dran. Nur dauern solche Züchtungen eben sehr lange und kosten vor allem Geld.

Natürlich müssten auch wir Verbraucher für die Eier und das Fleisch von solchen Bio-Tieren mehr Geld ausgeben: Etwa 60 Cent fürs Ei und 20 Euro für das Kilo Hähnchen. Das ist aber aus meiner Sicht jeden Cent wert. Sparen kann man dann, indem man zu Ostern nicht mehr Eier ins Nest legt als man eigentlich essen kann und auch sonst einfach weniger Eier ist – dafür aber mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen. Und auch so ein Zitronenhähnchen aus dem Backofen schmeckt mir viel besser, wenn ich mich nicht darüber gruseln muss, wie es aufgewachsen ist.

Zum Schluss noch mein Appell in Sachen bunte Ostereier: Bitte, bitte jetzt keine weißen Eier aus konventioneller Erzeugung kaufen, nur weil man die besser färben kann. Aus ökologischer gibt es ja fast nur braune Eier. Das liegt an den dort verwendeten Rassen. So eine Bio-Legehenne hat zwar auch nicht wirklich ein idyllisches Leben und ist auf Hochleistung getrimmt – besser als der Nicht-Bio-Henne geht es ihr aber allemal. Ich spare mir jetzt hier den Tipp, wie man braune Bio-Eier schön bunt machen kann. Auch dazu gibt es zum Beispiel im Bio-Laden genug Anregungen und natürliche Färbemittel.

Und noch eine aktuelle Ergänzung, die ich gerade auf Twitter entdeckt habe: NRW-Minister Remmel fordert Tötungsverbot.

 

Wenn das so weiter geht, werde ich mit diesem Blogbeitrag nie fertig. Denn soeben hat die Verbraucherzentrale NRW eine gute Auflistung dazu veröffentlicht, wo man Eier von speziellen Inititiativen kaufen kann, für die keine männlichen Küken getötet werden. Super!