Ernährungsempfehlungen eingedampft: Weniger essen, mehr bewegen, reichlich Obst und Gemüse!

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Prof. Ursel Wahrburg stellt den nährstoffbasierten Ansatz in Frage. Quelle: aid infodienst e. V.

Professor Ursel Wahrburg stellt den nährstoffbasierten Ansatz und noch anderes in Frage.
Quelle: aid infodienst e. V.

Da haben wir damals im Studium sämtliche „DACH-Referenzwerte“ mit Nachkommastelle auswendig gelernt und nun meint Frau Wahrburg, die seien pseudogenau? Das ist nicht fair. Aber logisch ist es. Logisch ist auch, dass es irgendwie nicht sein kann, dass ein 24jähriger 1,3 mg Thiamin pro Tag braucht und ein 25jähriger nur noch 1,2 mg. Aber geschenkt – irgendwo muss man die Grenze ja wohl ziehen, wenn es denn überhaupt Sinn macht, so genau auf die Nährstoffe zu schauen.

Und auch das hat die Frau Professor aus Münster gut beim aid-Forum „Ernährungsempfehlungen – Fette Ratschläge, magere Relevanz?“ auseinander klamüsert. Denn bei uns geht es ja heute meist gar nicht mehr darum, dass wir zu wenig Vitamine oder Mineralstoffe und dann richtige Mangelkrankheiten bekommen. Nein, wir haben ganz andere Probleme, denn die meisten von uns essen zu viel, zu fett, zu süß, zu salzig, usw. Und das auch noch auf dem Sofa vor irgendwelchen Bildschirmen sitzend. Dadurch werden wir immer dicker und kränker, jetzt mal ganz unwissenschaftlich gesprochen.

Das Schlimme ist: Die meisten wissen sogar, dass das nicht das Wahre sein kann. Aber offensichtlich sind bereits die auf 10 einfache Regeln reduzierten Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für viele zu viele. Daher ging es auf dem aid-Forum auch immer wieder darum, diese Empfehlungen noch weiter einzudampfen und siehe da, viel könnte vermutlich schon gewonnen sein, wenn die Menschen sich an die eine Regel von Marion Nestle aus den USA halten würden:

Eat less, move more, eat lots oft fruits and vegetables.

Es fragt sich nur, wie wir Ernährungsexperten „die Medien“ dazu bringen können, immer wieder diese paar Wörter in ihrer ganzen Wahrheit und Schlichtheit zu kommunizieren. So richtig fällt mir dazu bisher nichts ein. Außer, diesen (Blog-)Beitrag zu schreiben.

2 Kommentare

  1. Gabi sagt:

    Ja, ich finde das auch sehr schade, aber so ticken die meisten Medien mit Auflage eben und da wird man nicht dran vorbei kommen. Aber vielleicht ist es eben unsere Aufgabe, diese Botschaft immer wieder neu und spannend zu verpacken, damit sie sich durchsetzt. Zumindest in unseren Blogs können wir das tun und damit einen kleinen Beitrag leisten.

  2. Die Ernährungsempfehlungen auf e i n e „Faustformel“ zurückzuführen, halte ich für nicht wirklich machbar – es sei denn, es wird eine ziemlich komplizierte Megaformel, das mag versuchen, wer will…

    Mit dem Ernährungswissen ist es ja so eine Sache, weil Traditionen sich gar nicht mehr herausbilden können bei dem schnellen Wandel der Ernährungsmoden; meine Oma hat mich jedenfalls nicht gelehrt, wie man Pizza backt, hätte mir noch zeigen können, wie man Brot für eine Woche im Dorfbackhaus backt, beim Buttern durfte ich noch zuschauen.

    Und die Medien heutzutage? „Eat less“ steht jedenfals nicht auf dem Programm beim „Perfekten Dinner“, „Eat less“ würde keine Quote bringen, da sind Sensatiönchen gefragt, keine Vernunft.

    Schade…

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