Gänsestopfleber? In Frankreich allgegenwärtig.

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Gänse stopfen? Bitte nicht! Foto: pixabay.com

Lecker Melonen und Oliven…

Längst haben mich Schreibtisch und Alltag wieder, aber immer noch zehre ich von fast drei Wochen Urlaub in Südfrankreich. Die meisten Erinnerungen zaubern mir jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht. Vor allem von den wunderbaren Früchten der Provence konnte ich gar nicht genug kriegen: Nektarinen, Pfirsiche und Aprikosen aus Carpentras, Melonen aus Cavaillon. Aber auch die köstlichen Oliven aus Nyons und was die Franzosen daraus alles so zaubern (feines Olivenöl, Tapenade…) und überall duftende Kräuter (sogar im Garten rund ums Appartement) haben mich so sehr begeistert. Dazu würziger Schaf- und Ziegenkäse, viel guter Wein und natürlich Sonne ohne Ende. Schön war’s!

…aber auch Gänsestopfleber

Zu den weniger erquicklichen Erinnerungen gehört für mich allerdings die Präsenz von Gänsestopfleber auf französischen Speisekarten. Mir war gar nicht bewusst, wie üblich diese Delikatesse in Frankreich heute noch ist. Und ich frage mich, warum, bei all dieser Fülle an anderen Köstlichkeiten, die Franzosen und ihre Urlaubsgäste die überhaupt brauchen?

Bei den ersten Restaurantbesuchen habe ich die „foie gras“ einfach ignoriert und meinen Kindern nur gesagt, das mögt ihr nicht. Doch irgendwann konnte sich unser Sohn so richtig zu keiner Vorspeise von der Karte durchringen und entschied sich schließlich für einen Salat mit Gänseleberpastete „Pâté de Foie gras“. Er fand es nicht sooo lecker (ich übrigens auch nicht – aber vielleicht bin ich ja auch nicht Feinschmeckerin genug). Jedenfalls bin ich ihm die nötige Erklärung, was er da eigentlich gegessen hat, bisher schuldig geblieben. Irgendwie wollte ich ihm im Nachhinein nicht den Genuss verderben oder sogar ein schlechtes Gewissen machen. Und welche Form der Zwangsernährung die Besitzerin dieser speziellen Leber erfahren hatte, weiß ich ja auch gar nicht.

Aber allein die Vorstellung, dass es so eine Tierhaltung und „Fütterung“ (das Stopfen eben) in Frankreich überhaupt noch gibt (in Deutschland und vielen anderen Ländern ist sie ja verboten), treibt mir jedes Mal Schauer über den Rücken. Aber damit nicht genug: Zurück in Deutschland lud uns die Schwiegermama ins Sternerestaurant ein und was prangte dort ganz oben auf der Menü-Empfehlung? Gänsestopfleber! Zum Glück waren wir schließlich nur in der zugehörigen Brasserie und dort gab es andere – nicht ganz so teure – Leckereien, die wir ohne schlechtes Gewissen verspeist haben.

Trotzdem lässt mich die Sache nicht los und ich habe dem Sternekoch heute eine Mail geschrieben und mal nachgefragt, was es mit seiner Gänsestopfleber so auf sich hat. Jetzt bin ich gespannt, was er darauf antwortet.