"Gewicht im Griff" - Neuer Ratgeber der Verbraucherzentrale

„Gewicht im Griff“ – Neuer Ratgeber der Verbraucherzentrale

Noch ein Diätbuch? Nicht wirklich! Oder nicht nur und dennoch gerade zu dieser Jahreszeit interessant. Denn spätestens nach Weihnachten, allerspätestens im neuen Jahr meint der ein oder andere, nach der Völlerei müsse der Hüftspeck wieder runter. Man muss es aber gar nicht so weit kommen lassen. Man kann tatsächlich vor (!) den Feiertagen erste Hebel ansetzen oder legt sich dieses Buch unter den Weihnachtsbaum – als Stütze für die schon im Hinterkopf schwelenden guten Vorsätze 😉 Die sind selbst für schlanke Menschen oft eine Herausforderung, wenn es zum Beispiel darum geht, weniger Alkohol zu trinken oder achtsamer zu essen.

Konstruktive Anregungen zum Abnehmen und gesunden Essen

Die wichtigsten Hebel beschreibt meine Kollegin Maike Groeneveld in diesem neuen Buch der Verbraucherzentrale. Ein sehr gelungener Ratgeber nicht nur für Menschen, die abnehmen wollen oder müssen; auch eine prima Motivation für alle, die ihre Ernährung an der ein oder anderen Stelle optimieren möchten. „An der ein oder anderen Stelle“ bzw. folgender Hinweis ist für mich der Knackpunkt:

Suchen Sie sich ein beliebiges Thema aus, und versuchen Sie, den Empfehlungen zu folgen. Wenn Sie zwei oder drei Themen umsetzen können, ist das schon eine tolle Leistung!

Diese Herangehensweise finde ich ideal. Denn oft scheitern gute Vorsätze doch daran, dass man sich einfach zu viel vornimmt und dann schnell frustriert wieder aufgibt.

Maike hat insgesamt 10 Themen identifiziert, an denen jeder für sich nach Lust und Bedürfnis ansetzen kann. Dabei finde ich sehr sympathisch und geschickt: Bei 8 dieser Themen heißt die Devise „mehr“ und nur bei 2 „weniger“. Für mich klingt das so, dass es hier nicht um Verzicht geht und das motiviert dazu, gleich loszulegen. Zu diesen Themen – zum Beispiel mehr Gemüse – gibt Maike viele konstruktive Hilfen: angefangen von jeweils kurzen Bestandsaufnahmen „wie viel Gemüse esse ich schon jetzt?“ über ganz praktische Tipps für mehr Gemüse auf dem Tisch, bei der Arbeit oder im Restaurant bis hin zu Checklisten, mit denen man seine Fortschritte überprüfen kann.

Immer wieder finden sich Einschübe zur Warenkunde – zum Beispiel von Hülsenfrüchten oder pflanzlichen Eiweißalternativen. Außerdem gibt Maike als Oecotrophologin, die sich sehr gut auskennt und die wissenschaftliche Studienlage bewerten kann, differenzierte Antworten auf viel diskutierte Fragen: Wie viel Milch ist gesund? Wie sieht eine kohlenhydratbewusste Ernährung aus? Worauf sollten Veganer achten? Und obwohl das Buch kein Wälzer ist, hat es sogar Platz für weitere Aspekte wie „Ernährung und Klima“.

Rezepte für die schlanke Küche – nicht nur für die Diät!

Dieses Buch eignet sich aber auch perfekt für eine ausgewogene Reduktionsdiät, sprich zum Abnehmen. Dazu erklärt Maike, was es mit der Energiebilanz auf sich hat und welche Rolle Bewegung spielt. Ein beispielhafter Wochenplan für eine 1.500-Kalorien-Diät, der schlauerweise Gerichte aus dem sich anschließenden Rezeptteil enthält, bietet einen einfachen Einstieg. Diese Rezepte von der Co-Autorin und ebenfalls Ernährungswissenschaftlerin Kathi Dittrich sind einfach und ohne komplizierte Zutaten nachzukochen. Sehr gut gefällt mir auch „die Schreibe“ der Autorinnen, die ohne den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger auskommen. Alles liest sich leicht und ist für jedermann verständlich.

Hier gibt es die wichtigsten Fakten inklusive Blick ins Buch.

Wie immer habe ich auch für diesen Buchtipp keinerlei Gegenleistungen erhalten. Ich bedanke mich aber bei der Verbraucherzentrale für die Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplares.