Grünkernbratlinge statt Grillwurst

Grünkernbratlinge statt Grillwurst

So richtiges Grillwetter hat der Mai bei uns bisher nicht gebracht. Heute regnet es jedenfalls schon wieder. Daher mache ich schnell noch ein bisschen Werbung für meine Grünkernfrikadellen – 100 Prozent vegetarisch, mit Ei und Käse aber nicht vegan. Veganer lassen den Käse einfach weg und ersetzen das Ei durch Sojamehl, damit die Bratlinge nicht auseinanderfallen.

Ganz klassisch mit Kartoffelbrei und Möhren-Kohlrabi-Gemüse Foto: Freitag-Ziegler
Ganz klassisch mit Kartoffelbrei und Möhren-Kohlrabi-Gemüse

Grünkernfrikadellen bzw. Grünkernbratlinge mache ich hin und wieder als Alternative zu klassischen Fleischfrikadellen mit Kartoffelbrei und Gemüse z. B. Sie sind aber auch super Fingerfood fürs kalte Buffet.

Ob frisch aus der Pfanne in handfester Frikadellengröße oder als kalte Minis: die Bratlinge sind ziemlich lecker und leichter zuzubereiten als man denkt. Etwas Übung braucht man allerdings schon und auch bei mir werden sie jedes Mal ein klein bisschen anders. Das liegt aber auch daran, dass ich oft „nach Gefühl“ koche und es mit den Mengenangaben nicht so genau nehme. Das kann dann bei den Grünkernbratlingen dazu führen, dass der Brei zu weich wird, um ihn mit den Händen zu formen. Das war z. B. bei denen auf dem Foto rechts der Fall. Daher habe ich ihn mit dem Löffel in die Pfanne portioniert und die Bratlinge sind eher Puffer geworden – auch lecker. Für das Rezept unten habe ich nochmal genau abgewogen und ausprobiert und das Ergebnis waren richtige, dicke Frikadellen, wie das Pfannenfoto beweist.

Grünkernbratlinge 2
Wenn der Teig nicht zu weich ist, werden die Bratlinge schön dick

Grünkern selber schroten mit alter Kaffeemühle

Ich glaube, ich mache die Bratlinge auch deshalb so gerne, weil ich den Grünkern selber auf etwas unkonventionelle Weise schrote. Ich habe nämlich keine Getreidemühle, aber eine alte elektrische Kaffeemühle, mit der das prima funktioniert – jedenfalls kleine Mengen. Aber man kann Grünkern natürlich auch bereits fertig geschrotet kaufen.

Mit Mamas alte Kaffeemühle Foto: Freitag-Ziegler
Mamas alte Kaffeemühle

Außerdem habe ich noch ein anderes praktisches Gerät, das mir ein paar Schnippelarbeiten abnimmt: einen Standmixer bzw. Zerkleinerer, mit dem ich früher Babybrei püriert habe und heute Pesto und Co. mache. Anders als ich es im Rezept beschrieben habe – weil ja nicht jeder so ein Maschinchen hat – schmeiße ich Ei, Zwiebel und Walnüsse gemeinsam in den Mixer und mixe einmal kurz durch. Dann bin ich ruckzuck fertig.

Grünkernbratlinge
 
Autorin:
Rezepttyp: Vegetarische Bratlinge
Zutaten
  • 400 ml Wasser
  • 2 gestrichene Tl gekörnte Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 180 g Grünkern (oder fertiges Grünkernschrot)
  • 70 g feine Haferflocken
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 40 g Walnusskerne (etwa 8 Walnüsse)
  • 50 g Käse (z. B. Emmentaler, Gouda)
  • 2 El frische Petersilie
  • 1 Ei (oder 1 El Sojamehl mit 2 El Wasser verrührt)
  • 1 Tl getrockneter Majoran
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack
  • Pflanzenöl (z. B. Rapsöl) zum Braten
Zubereitung
  1. Das Wasser mit der Gemüsebrühe und dem Lorbeerblatt in einem Topf zum Kochen bringen. Den Grünkern schroten und in das kochende Wasser streuen, gut umrühren und vom Herd nehmen. Mindestens 30 Minuten quellen lassen.
  2. Das Lorbeerblatt entfernen. Den Brei in eine Schüssel umfüllen, die Haferflocken unterrühren und das Ganze etwas abkühlen lassen.
  3. Während der Grünkern abkühlt, bereitet man die anderen Zutaten vor: Walnüsse knacken und mit dem Messer grob hacken, Käse reiben, Zwiebel sehr fein würfeln, Petersilie hacken und. alles zusammen mit dem Ei und den Gewürzen unter den Grünkernbrei mischen.
  4. In einer Pfanne ca. 4 EL Öl erhitzen. Aus dem Grünkernteig mit feuchten Händen Bratlinge formen und bei mittlerer Hitze goldbraun braten – das dauert pro Seite etwa Minuten.
  5. Je nachdem wie groß die Pfanne ist, muss man die Bratlinge in zwei Partien braten. Für die zweite Partie kommt dann frisches Öl in die Pfanne.
Man kann den Grünkernbrei auch gut am Vorabend vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank aufheben.

Dazu passt Kräuterquark oder Apfelmus.