Hochbeet von oben mit Pflanzen

Hochbeet-Bau mit Hindernissen – nachher ist man immer schlauer!

Ein Hochbeet im eigenen Garten – das scheint zurzeit absolut im Trend. Und nun bin endlich auch ich stolze Besitzerin von so einem Mini-Garten im Garten. Denn für normale Beete ist bei uns kein Platz und gibt es nur wenige halbwegs sonnige Stellen. Weil wir einen zwar wunderbaren, aber leider riesigen Walnussbaum haben.

Von der Idee zur Tat dauerte es nicht lange. Allerdings haperte es an der Planung und einfach mal machen entpuppte sich als ungünstig. So reibungslos, wie es in der Collage aussieht, klappte die Aktion nämlich nicht. Aber der Reihe nach.

 

Hochbeet-bauen
Hochbeet-bauen-2
Hochbeet-Rotteschicht
hochbeet_holz_erde

Ratlos im Baumarkt

Wer sich heute gut gelaunt zum Gartencenter oder Baumärkte aufmacht, hat in Sachen Hochbeet die Qual der Wahl: Stahlblech, Holz oder sogar Kunststoff, mini bis riesig. Wir wollten auf jeden Fall eines aus Holz, damit es schön aussieht. Weil aber die Gefahr besteht, dass es nach ein paar Jahren verrottet, riet uns der freundliche Mitarbeiter, eine Noppenfolie dazuzukaufen. Die schützt das Holz von innen und hält Erde und Pflanzen muckelig warm – vor allem, falls es nochmal kühl wird, so wie jetzt gerade.

Aber welche Größe? Die Tochter wollte möglichst groß, damit möglichst viel demnächst selber zu erntendes Gemüse reinpasst. Ich war für „erstmal klein anfangen“. Wir kauften schließlich eine Variante aus unbehandeltem Lärchenholz und den Abmessungen 100 x 58 x 72 cm. Eine gute Entscheidung, wie sich bald herausstellte. Denn Holz ist schwer und diese Größe konnten wir zwei gerade so tragen. Das Hochbeet ist nämlich ein Mutter-Tochter-Projekt 😉

Der freundliche Mitarbeiter schwatzte uns noch ein Wühlmausgitter auf, aber das habe ich später wieder zurückgebracht. Bisher wurden bei uns keine Wühlmäuse gesichtet.

Erst Gehirn einschalten, dann Hochbeet bauen

Die nächsten Schritte klappten zunächst prima und machten Spaß: Die vier Teile zusammenschrauben (Akkuschrauber!), das Holz mit einer wetterfesten Holzschutzfarbe streichen, den Standort vorbereiten und eine Reihe Pflastersteine (vom hilfreichen Nachbarn) als Basis platzieren. Dann die Noppenfolie zurechtschneiden und rein damit ins Hochbeet.

Hier passierte der entscheidende Fehler: Ungeduldig wie ich bin und den Schreibtisch im Nacken, war ich dafür, die Noppenfolie einfach so hineinzustellen („die legt sich schon an“). Das ging schnell, sah nach etwa der Hälfte der Befüllung aber leider komplett falsch aus. Das war der Moment, in dem meine Tochter von der Assistentin zur Projektleiterin aufstieg, denn sie war von Anfang an der Meinung gewesen, man müsse die Folie ordentlich festtackern.

Noppenfolie im Hochbeet - Fehlversuch
Ging schnell, war aber falsch: Die Noppenfolie muss man festtackern -eigentlich logisch.

Die Assistentin – nun also ich – durfte zur Strafe alle Schichten aus dem Hochbeet wieder mühsam herausfischen und getrennt zwischenlagern. Die Tochter organisierte in der Zwischenzeit (vom hilfreichen Nachbarn) einen Elektrotacker. Zum Glück hatten wir noch genug Folie für einen zweiten Versuch: Die deutlich geduldigere und geschicktere Tochter tackerte die Folie nun also mühsam (trotz Strom) und sehr ordentlich rundherum fest.

Schlau schichten: Ästchen und Zweige, Gras, Kompost, Erde

Als alles schön und fertig war, durften die vier Schichten wieder hinein:

  • ein Haufen kleiner Äste und Zweige,
  • das Gras vom ersten Rasenmähen des Jahres,
  • der halbe Inhalt unseres Komposthaufens und zum Schluss
  • etwa zwei große Säcke Gartenerde à 70 Liter.

Wer mag, findet in Büchern und Gartenblogs viele Anleitungen und Tipps für solche  oder ähnliche Schichtungen. Ich habe einfach den hilfreichen Nachbarn gefragt und das genommen, was unser Garten hergibt. Kaufen musste ich also nur die Gartenerde für die oberste Schicht.

Spätestens an dieser Stelle waren wir übrigens sehr froh, dass wir uns für die kleine Version entschieden hatten. Jetzt ist nämlich unser Kompost erstmal so gut wie leer. Vielleicht bauen wir uns einfach nächstes Jahr ein zweites Hochbeet, wenn wieder Kompost-Nachschub da ist.

Lieblingsgemüse säen und pflanzen

Dann folgte die Belohnung für unsere Mühe: Wir suchten in der Gärtnerei die zukünftigen Bewohner für unser Hochbeet aus. Ich war überrascht, was man heute alles bereits vorgezogen kaufen kann. Nicht nur Tomaten, Zucchini und natürlich jede Menge Kräuter. Letztere wachsen bei mir schon länger in einer eigenen Kräuterbütt und verteilt im Garten.

Wir entschieden uns schließlich für eine kleine aber bunte Mischung zum Ausprobieren und Erfahrungen sammeln: Zwei Zucchini-, je eine Chili- und Brokkoli-Pflanze; dazu als Samen Pflücksalat und Spinat. Der wirklich sehr hilfreiche Nachbar steuerte noch ein paar restliche Karotten- und Rosenkohlsamen bei. Die sprießen mittlerweile alle und ich bin gespannt, wann es in unserem Hochbeet zu eng wird. Aber das wäre dann eben ein Lerneffekt für die nächste Saison.