Die fertigen Keimlinge bzw. Sprossen schmecken super-lecker und frisch

Keimlinge und Sprossen sind echtes Superfood, wenn die Hygiene stimmt

Schon zu Studentenzeiten habe ich es keimen lassen. Damals hatte ich ein Keimgerät für drei Sorten gleichzeitig und habe so dies und das ausprobiert. Nach diversen Umzügen war leider die Hälfte der Apparatur verschwunden und irgendwie hatte ich das Thema lange Zeit vergessen. Der Sprossen- und Keime-Ratgeber stand aber all die Jahre noch im Kochbuchregal und fiel mir vor ein paar Wochen in die Hände. Seitdem lasse ich es wieder keimen.

Was ich mit dieser langen Einleitung sagen will: Selbst gezogene Keimlinge oder Sprossen (letztere beschreiben botanisch korrekt eigentlich ein späteres Stadium) sind nicht wirklich in. Jedenfalls nicht so in wie grüne Smoothies oder Chiasamen zurzeit. Das ist nicht fair. Denn die kleinen Pflanzenbabys sind wirklich so einfach zu ziehen und schmecken so lecker. Und gesund sind sie natürlich sowieso, echtes Superfood, finde ich. Vorausgesetzt, man nimmt es mit der Hygiene genau. Sonst züchtet man sich im schlimmsten Fall keine Vitaminbomben sondern Keimbomben im negativen Sinne heran.

Jeden Tag mehrmals gründlich spülen

Gut unter fließendem Wasser spülen und danach ablaufen lassen.
Am besten dreimal täglich gründlich spülen
Foto: Freitag-Ziegler

Ich habe mir daher eine neue spezielle Keimschale aus Kunststoff angeschafft. Die kommt nach der Ernte in die Spülmaschine und erst wieder zum Einsatz, wenn ich keine Reste mehr darin entdecken kann – z. B. in verstopften Löchern, durch die eigentlich das Wasser ablaufen soll. Die Samen oder Getreidekörner für die nächste Ernte wasche ich dann als erstes gründlich mit klarem Wasser. Dickere Sorten wie Mungobohnen lasse ich über Nacht einweichen. Wichtig ist, dass sie anfangs nicht zu dicht liegen, damit sie genug Platz zum Wachsen haben.

Nur wenige Alfalfa-Samen verwandeln sich in ein paar Tagen in frisches Grünzeug
Alfalfa-Samen sind nur 2 mm groß

Dann stelle ich das Keimgerät in meiner Küche an einen hellen Platz (nicht direkt in die Sonne), wo ich es gut im Blick habe und nicht etwa vergesse. Denn nun heißt es am besten dreimal täglich gründlich unter fließendem Wasser spülen. Das verhindert, dass Bakterien oder Schimmel gezüchtet werden.

Und nun heißt es außerdem abwarten und beobachten und vielleicht hin und wieder schon mal probieren. Wie lange man Geduld haben muss, hängt von der Sorte ab. Getreidekörner wie Weizen haben sich schon nach zwei Tagen zu kleinen Keimlingen entwickelt, ihren Vitamingehalt erhöht und sind erntereif. Die kleinen Alfalfas – unsere Lieblingssorte – lasse ich mehrere Tage wachsen bevor sie auf unsere Butterbrote wandern.

Mungobohnen sind knackig und frisch
Fertig: Mungobohnen schmecken leicht nussig
Foto: Freitag-Ziegler

Und auch die Mungobohnen brauchen mindestens vier bis fünf Tage bis sie knackig und lecker sind. Die schmecken prima in Salaten, Wraps oder Pfannengemüse.

Wer also selber frische, essbare Deko für den Osterbrunch züchten möchte, sollte schon einmal die nötigen Zutaten kaufen und Anfang nächster Woche loslegen. Die beste Auswahl und hoffentlich auch Beratung bekommt man im Bioladen oder Reformhaus.