Kohl ist cool und hat jetzt Hauptsaison

Kohl ist cool und hat jetzt Hauptsaison

Kohl ist cool! Findet ihr nicht? Ganz ehrlich, bis vor ein paar Jahren war ich davon auch nicht überzeugt. Rotkohl zum Beispiel. Den gab es bei uns früher nur aus dem Glas. Kann man mal machen, aber ein Hochgenuss ist der nicht. Um Längen besser schmeckt mir Rotkohl aus der Tiefkühltruhe. Richtiger Genuss kommt für mich aber erst auf, wenn ich den frischen Kohl verarbeite. Das fängt schon beim Schnippeln an: Da kommen die tolle Farbe und das verrückte Muster so richtig zur Geltung. Die machen den Rotkohl zu einem coolen Fotomotiv und „instagramable“ schon bevor der Herd an ist. Das hat neulich auch meine Kollegin Anja Tanas mit tollen Rotkohl-Fotos unter Beweis gestellt. Seit sie eine Multimedia-Reportage zum Rotkohl entwickelt hat, ist sie bekennender Rotkohl-Fan.

Mit #kohlistcool mehr Spaß auf Social Media

Da ich den Rotkohl neulich nicht nur frisch zubereitet, sondern gleichzeitig auf Instagram präsentiert habe, fiel mir beim „Passende-Hashtags-Suchen-und-Überlegen“ #kohlistcool ein. Erstaunlicherweise gibt es dazu auf Instagram bisher nur eine Handvoll Posts. Auf Twitter, meinem Lieblingskanal, fand ich keinen einzigen. Daher habe ich dort flugs einen kleinen Aufruf gestartet, unter #kohlistcool zu twittern. Und der führte prompt zu ersten Erfolgen, sprich interessanten Posts meiner Follower zu Warenkundlichem oder neuen Rezepten. So macht Social Media Spaß!

Sehr vergnüglich ist auch, wenn Rosenkohl alle Jahre wieder auf Twitter „trendet“. Dann kommt es zu kreativen Gefechten zwischen Rosenkohl-Hassern, die ihn in Schokolade umhüllt als Schocker zu Halloween verteilen, und Rosenkohl-Liebhabern (solche wie mich), die gesundheitliche Pluspunkte, Geschmack und Wandlungsfähigkeit in der Küche loben.

Tipps gegen Kohlgeruch

Zurück in die Küche. Dort verbreitet der Rotkohl in der kalten Jahreszeit dank winterlicher Gewürze wie Nelken, Wacholder und Sternanis einen wunderbaren Duft. Überhaupt kann ich nicht nachvollziehen, wieso das mit dem Kohlgeruch so ein Problem sein soll. Gestern gab es bei mir ein vegetarisches Blumenkohl-Curry mit Ingwer, Curry, roten Linsen und Jasminreis. Das duftete und schmeckte herrlich. Das gilt auch für in der Pfanne gebratenen Rosenkohl oder eine asiatische Weißkohlsuppe (Rezept unten).

Wenn ihr den Kohl als Zutat für einen Auflauf oder eine Quiche blanchiert, gebt ihr einfach einen Schuss Essig ins Kochwasser. Das mildert den Kohlgeruch deutlich ab. Angeblich sollen auch ein paar Walnusshälften im Kochwasser Wunder wirken. Das habe ich bisher nicht ausprobiert. Am besten hilft so banal wie effektiv: Dunstabzugshaube auf volle Pulle und nachher gut lüften 😉

Lust auf Kohl mal anders? Rosenkohl oder Rotkohl als Salat. Grünkohl im Smoothie. Vegetarische Kohlrouladen. Kochbücher, Zeitschriften und Internetportale sind voll mit alten und neuen Rezepten. Und auch viele Foodblogger orientieren sich heute zum Glück beim Gemüse daran, was bei uns gerade Saison hat. Selbst, wer mit Social Media nicht viel am Hut hat, kann sich zum Beispiel auf Instagram prima Anregungen holen.

Welcher Kohl hat jetzt Saison (oder eben nicht)?

Nicht jedes Gemüse, das die Silbe „kohl“ im Namen trägt, ist übrigens ein Wintergemüse. So gibt es Rotkohl das ganze Jahr über: Ab Juni den zarten Frühkohl, danach Sommer- und Herbstsorten und jetzt eben den Dauerkohl. Der lässt sich monatelang im Keller lagern, wenn man welchen aus eigener Ernte hat. Ansonsten übernehmen die Gemüsebauern diese Lagerung für uns. So können wir von jetzt an bis zur neuen Ernte im nächsten Juni die dicken Rotkohlköpfe kaufen.

Das gilt genauso für Weißkohl und Wirsing. Und das ist deswegen so interessant, weil die Zeit der Sommergemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken oder Kopfsalate mittlerweile längst vorbei ist. Jedenfalls für Menschen, die konsequent nur die Gemüse essen, die jetzt vor unserer Haustür wachsen bzw. sich gut über den Winter lagern lassen.

Blumenkohl, Spitzkohl und Brokkoli gehören nicht dazu. Die haben ihre Hauptsaison im Sommer und es stehen bei uns die letzten Exemplare auf den Feldern. Was danach im Handel ist, ist nicht mehr regional, sondern Importware aus Spanien, Italien oder Frankreich.

Richtige Wintergemüse sind Rosenkohl und Grünkohl. Die halten sogar Frost und Schnee aus. In meiner Kindheit hieß es noch, Grünkohl essen wir erst nach dem Frost. Fakt ist, dass die niedrigen Temperaturen den Geschmack vom Rosen- und Grünkohl verbessern. Dadurch wandelt sich ein Teil der Stärke in Zucker um. Gab es keinen Frost, halfen wir mit der Tiefkühltruhe nach. Die neuen Sorten heute kommen auch ohne Kälteschock aus.

Reste vom Rot-, Weiß- oder Chinakohl halten sich im Kühlschrank

Ein prima Wintersalat ist Chinakohl – zurzeit noch frisch vom deutschen Acker und danach als Lagerware. Das Problem: Genauso wie der dicke Rot- und Weißkohl ist so ein stattlicher Chinakohl zu viel für den Single- oder Pärchen-Haushalt. Das Problem könnt ihr durch die richtige Lagerung lösen: Einfach in einer fest schließenden Box im Gemüsefach aufbewahren. So hält sich der Rest vom Kohl mindestens eine Woche und dient gleich für zwei oder mehr Lieblings-Rezepte.

Oder ihr verarbeitet zum Beispiel den ganzen Rotkohl zur Gemüsebeilage und friert Portionen davon ein. Für Rotkohl gilt nämlich frei nach Witwe Bolte dasselbe wie für Sauerkraut: „Wovon sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.“ Falls es bei uns zu Weihnachten ein klassisches Wildgericht geben sollte, wartet der Rotkohl dazu jedenfalls schon fertig gekocht in meiner Tiefkühltruhe. Perfekt!

Noch mehr gute Hinweise zur jeweiligen Haupt- und Nebensaison so wie das Wichtigste zur Warenkunde gibt es zum Beispiel auf den Seiten der Erzeugerorganisation Deutsches Obst und Gemüse. Und mittlerweile bieten sogar einzelne Erzeugerbetriebe eigene Saisonkalender an. Oder sie veröffentlichen auf ihren Seiten, was sie wann anbauen und ernten. Noch einfacher ist natürlich der Blick auf die Herkunftsangabe am Gemüseregal oder einfach mal nachzufragen 😉

Asiatische Weißkohlsuppe
 
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Zutaten
  • 600 g Weißkohl (= ½ Kohlkopf)
  • 300 g Karotten
  • 30 g Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 250 ml Kokosmilch
  • Jodsalz, Pfeffer
Zubereitung
  1. Kohl putzen und mit der Hand oder Küchenmaschine in feine Streifen hobeln.
  2. Karotten putzen (evtl. schälen) und in Scheiben schneiden.
  3. Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken.
  4. Rapsöl in einem großem Topf erhitzen, Knoblauch und Ingwer kurz darin anschwitzen.
  5. Kohl und Karotten dazu geben und wenige Minuten mitdünsten.
  6. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, Lorbeerblatt dazu, zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten im geschlossenen Topf leicht köcheln lassen.
  7. Kokosmilch in die Suppe gießen und noch einige Minuten zusammen köcheln lassen.
  8. Mit Salz und Pfeffer würzen.

 

Auch wenn sich das Ganze hier ein wenig wie Werbung anhört: Diesen Blogpost habe ich auf eigenes Betreiben und eigene Rechnung geschrieben. Einfach weil ich eine nachhaltige und gesunde Ernährung so wichtig finde!