Mein Kochbuchtipp: „Landfrauenküche“ von der Verbraucherzentrale

Kochbuch Landfrauenküche von der Verbraucherzentrale
Foto: Verbraucherzentrale

Schnell noch ein Kochbuch zu Weihnachten verschenken? Nicht die schlechteste Idee. Aber welches? Denn Kochbücher gibt es mittlerweile wirklich wie Sand am Meer. In den Buchläden türmen sich hunderte von Exemplaren für sämtliche Trends (vegan, bio, Cake-Pops, Smoothies, grillen  …), Geschmäcker und Lebensmittel (italienisch, scharf, Nudeln, Kräuter … ), Bedürfnisse (abnehmen, genießen, feiern …) und Zielgruppen (Singles, Faule, Teenies, Männer, Angeber … ).

Trotz der einschlägigen Portale und unzähligen Kochblogs im Netz scheint der Kochbuch-Boom kein Ende zu nehmen. Das haben mir auch die Verlage auf der Frankfurter Buchmesse bestätigt. Dort habe ich mich im Herbst durch viele neue und einige auf neu gemachte Back-und Kochbücher geblättert. Sämtliche Fernseh-  und etliche Sterne- und prominente Hobbyköche prangten außerdem auf den Covern. Von Jamie Oliver bis Sophia Loren ist wirklich für jeden was dabei.

Und natürlich tummelte sich auch ganz viel Hochglanz auf den Tischen der großen Aussteller. Jetzt vor Weihnachten warten sie alle auf Abnehmer in den Buchläden. Darunter so extravagante Werke wie ein Messer-Kochbuch im Holzschuber mit japanischem Kochmesser für schlappe 299 Euro – streng limitierte Auflage versteht sich.

Regionale und saisonale Küche auf Recyclingpapier

Wer ein deutlich kleineres Budget hat und ein eher schlichtes Werk sucht, dem empfehle ich die „Landfrauenküche“ der Verbraucherzentrale. Die ist so ziemlich das Gegenstück zu all den bunten Hochglanzbüchern. Tatsächlich bestehen die 176 Seiten sogar aus 100 % Recyclingpapier. So hätte ich persönlich keine Hemmungen, meine eigenen Kommentare neben die Rezepte zu schreiben, z. B.  „war lecker“ oder „beim nächsten Mal etwas länger im Ofen lassen“.

Gut gefällt mir an diesem Kochbuch die bunte Mischung von klassischer Hausmannskost und kreativen neuen Rezepten. Die Klassiker, weil ich der Meinung bin, die sollte jeder irgendwie „drauf“ haben. Dazu gehören z. B. Spargelsuppe, Linsensuppe oder Pflaumenkuchen; für mich persönlich auch lecker Kohlrouladen und Grünkohl. Außerdem gibt es einige spannende neue Ideen wie Rosenkohlsalat mit Äpfeln oder Sauerkrautrauten (eine Tarte aus dem Ofen). Beides werde ich ganz bald mal ausprobieren. Und ein Rezept für Wildschweingeschnetzeltes hatte ich bisher auch noch nicht in meinem Fundus.  Die rund 100 Rezepte mit viel heimischem Gemüse und Obst, aber auch Fleisch und Fisch haben die Autorinnen jedenfalls geschickt ausgewählt, finde ich.

Plus Einkaufstipps und Bauernhof-Reportagen

Sehr gut gefallen mir aber auch die ersten 35 Seiten vor dem Rezeptteil. Dort erklären die Landfrauen ausführlich, wie und warum man regional und saisonal einkaufen sollte. Dazu liefern sie als Extra drei gelungene Reportagen über Leben und Arbeit auf beispielhaften Bauernhöfen: einem Gemüseerzeuger, einem Bioland-Betrieb mit Kühen und Schweinen und einem Hof, auf dem unter anderem Ostfriesische Silbermöwen (eine vom Aussterben bedrohte Hühnerrasse) und Bentheimer Weideschweine  gezüchtet werden.

Mein Fazit: Ein prima Kochbuch für Anfänger (und Fortgeschrittene), die Spaß an regionaler Küche haben und sich von einer überschaubaren Zahl an Rezepten anregen lassen möchten.

Wer „Landfrauenküche“ noch zu Weihnachten verschenken möchte, kann es direkt bei der Verbraucherzentrale für 19,90 Euro plus 2,50 Euro Versandkosten bestellen.