Obst einkochen macht viel Arbeit (und glücklich)!

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Apfelschalen von Falläpfeln

Apfelmus von Falläpfeln aus dem eigenen Garten, Kirschmarmelade vom übervollen Baum einer Freundin und eingekochte Zwetschgen und Mirabellen von der Rekordernte der Nachbarn: Dieses Jahr gibt es Obst satt und ich habe bereits einen guten Teil davon für den Winter gehamstert. Dabei kamen gleichzeitig Kindheitserinnerungen hoch. Denn als Landkind der 70er bin ich mit eingemachtem Obst und Gemüse aus unserem riesigen Hausgarten groß geworden.

Heute ist das Marmeladekochen und Einwecken ja wieder ziemlich angesagt. Damals hatte das nix mit Romantik zu tun, sondern war viel notwendige Arbeit und die übliche Art der Vorratshaltung. Da wurde jeder Apfel mit Macken verwertet und zu Apfelmus oder Apfelkompott verarbeitet.  In unserem „Einkochkeller“ bogen sich zwei deckenhohe Regale unter mehreren Reihen von Gläsern. Die machten wir dann nach und nach bis zur nächsten Ernte leer: Pflaumenkompott zum Nachtisch, Schnippel-Bohnen und Möhren als Eintopfgrundlage, Stachelbeeren auf dem Tortenboden.

Apfelmus, Pflaumen-Marmelade und eingeweckte Mirabellen

Falläpfel von unserem Apfelbaum

In diesem Jahr hängt unser Apfelbaum richtig voll und alle paar Tage verarbeite ich Falläpfel zu Apfelmus oder Apfelkuchen.

Obst und Gemüse haltbar machen ist mittlerweile wohl auch deswegen so im Trend, weil wir Lebensmittel wieder mehr wertschätzen. Zumindest ist das der Plan angesichts von 11 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die allein in Deutschland jedes Jahr im Müll landen. Stattdessen gilt die Devise Zu gut für die Tonne. Das ist in diesem Jahr eine ganz schöne Herausforderung, zum Beispiel weil es eine Rekordernte bei Pflaumen gibt. Mein Nachbar hat letzte Woche von einem einzigen Baum 70 kg (!) Zwetschgen gepflückt und verarbeitet. Damit war er tagelang beschäftigt.

Und auch unser Apfelbaum hängt extrem voll. Seit etwa drei Wochen wirft er davon jeden Tag diejenigen ab, die wurmstichig sind. Die können wir weder alle aufessen noch wollen wir sie wegschmeißen. Und die Tiefkühltruhe ist längst voll … Daher koche ich daraus jetzt wie früher meine Mama alle paar Tage Apfelmus ein. Das funktioniert übrigens auch ohne Einkochtopf: Wie Marmelade könnt ihr Obst in Gläsern mit Twist-Off-Deckeln haltbar machen.

Für große Mengen lohnt sich ein Einkochtopf. Weil ich Mamas Exemplar inklusive Gläsern leider vor Jahren nicht gerettet habe, habe ich mir solch ein Ungetüm extra für die Mirabellen- und Pflaumenflut bei Bekannten ausgeliehen. Und zum Glück hatten die auch noch viele Weckgläser im Keller. Müsst ihr das alles kaufen, wird es nämlich ganz schön teuer.

Apfelmus

Frisches Apfelmus von den ersten eigenen Äpfeln

Jedenfalls war und bin ich mit der ganzen Einkocherei nach Feierabend und am Wochenende – man ist ja schließlich nur Hausfrau im Nebenberuf – ordentlich beschäftigt. Dafür schmückt das Ergebnis jetzt hübsch drapiert meine Küche. Den Löwenanteil habe ich im Kämmerchen untergebracht. Und natürlich kamen die ersten Gläser bereits nett verpackt als Geschenke aus der Küche zum Einsatz. Außerdem weiß ich, was drin ist: Nur so viel Zucker wie nötig und bestes Obst von vor der Haustür sozusagen. Wenn das nicht regional, saisonal und nachhaltig ist!

Reiche Süßkirschen-Ernte

Im Juni durfte ich mich an Monis Kirschbaum bedienen!

Wenn ihr keinen eigenen Garten oder wie ich das Glück habt, von Nachbarn und Freunden mit frischem Obst beschenkt zu werden, könnt ihr es in diesem Jahr günstig aus der Region kaufen. Am besten direkt bei einem Ausflug zum nächsten Obstbauern. Noch haben Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen Saison und die Äpfel- und Birnensaison geht gerade los. Brombeeren oder Holunder könnt ihr auch prima an öffentlich zugänglichen Stellen oder in Parks sammeln. Gute Tipps zum Sammeln, Ernten und Haltbarmachen inklusive zahlreicher Links findet ihr aktuell bei der Verbraucherzentrale NRW.

 

Erdbeer-Rhabarber, Kirsch-Zitronen-Marmelade

Gabis Marmeladenküche 😉

Kocht ihr auch Obst oder Gemüse ein? Oder ist euch das viel zu viel Arbeit? Ich freue mich, wenn ihr eure Erfahrungen und vielleicht sogar Kindheitserinnerungen mit mir teilt. Dazu noch dieses Geständnis: Irgendwann hatten wir als Kinder natürlich die Nase gestrichen voll von eingeweckten Pflaumen. Jetzt freue ich mich schon darauf, das erste Glas im Winter aufzumachen.

Ergänzung vom 27.08.2018: Hilfreiche Tipps und Anleitungen zum Haltbarmachen leichtgemacht gibt es in der aktuellen Ausgabe von „Kompass Ernährung“.

 

 

3 Kommentare

  1. Ich liebe es, Marmelade und Sirup zu kochen. Dieses Jahr habe ich schon Rhabarber, Kirschen, Brombeeren und Holunder verarbeitet. Und das alles ohne eigenen Garten. Wie du schon schreibst, es gibt viele Stellen, an denen man ernten kann und irgendwer hat in solchen Jahren doch immer zu viel Obst im Garten.
    Ich freue mich übrigens noch auf die Quitten, die bald reif sein müssten. Viele Grüße und viele schöne Sommererinnerungen beim Aufessen der leckeren Sachen wünscht Julia

  2. Sabine sagt:

    Ich habe definitiv Hamstergene und liebe es, wenn sich die Gläser mit selbst Eingekochtem in unserer kleinen Speisekammer stapeln. Allerdings muss ich mich dann zwingen, sie auch wieder zu leeren; darin bin ich nämlich gar nicht so gut. Na ja, und da wir mitten in der Stadt wohnen und weder einen eigenen Garten haben noch erntemüde Gartenbesitzerfreunde, komme ich auch eher selten in den Genuss, größere Mengen Obst verarbeiten zu müssen. Eher ist es so, dass ich rumrechne, ob die gekaufte Konfitüre und das gekaufte Pflaumenkompott nicht doch günstiger sind als das, was ich aus teuer erstandenem Bio-Obst mit Zucker und Zeit selbst fabriziere. Leider.

    1. Gabriela Freitag-Ziegler sagt:

      Liebe Sabine,

      ja, da gebe ich dir recht. Wenn man extra Bio-Obst kaufen muss, lohnt es sich eher nicht.

      Und ob wir das mit dem Aufessen schaffen, wird sich zeigen. An liebe Menschen verschenken, klappt aber bestimmt 😉

      Sommerliche Grüße von Gabi

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