Saltimbocca, Country Fries, Tomatensalat

Alltagstaugliche Saltimbocca mit Bio-Schweineschnitzel

Ein Rezept mit Fleisch auf meinem Blog? Gab es das bisher überhaupt schon einmal? Eher als potentielle Zugabe beim Rübstiel (plus Mettwürstchen) oder Wokgemüse (plus Hähnchen). Und oft natürlich indirekt, wenn es darum geht, dass beim Fleisch weniger mehr ist oder wenn ich meine vegetarischen Lieblingsrezepte weitergebe. Vielleicht kommt dabei meine Überzeugung, dass man sich für den wohldosierten Genuss (!) von Fleisch aus ökologischer Erzeugung nicht rechtfertigen oder gar schämen muss, nicht ausreichend rüber. Denn bisher steht bei uns Fleisch zwar immer seltener, aber eben hin und wieder sehr wohl auf dem Tisch. Daher gebe ich hier heute mal eine Anregung für eine kleine Portion Schwein (vom Bio-Metzger meines Vertrauens). Aber Geduld, denn die Saltimbocca kommen als Letztes in die Pfanne. Erst sind die Beilagen dran 😉

Country Fries aus deutschen Frühkartoffeln plus Tomatensalat

Endlich sind die ersten Bio-Frühkartoffeln aus Deutschland da, zum Beispiel festkochende Annabell. Die schäle ich nicht, sondern schrubbe sie nur gründlich unter fließendem Wasser mit einer Bürste sauber. Dann mit einem Küchenhandtuch gut abtrocknen und in lange Spalten schneiden. In einer Schüssel mische ich sie mit Olivenöl, etwas Paprikapulver, Salz, Pfeffer aus der Mühle und frischem Rosmarin aus meinem Kräuterbeet. Jetzt in einer Lage auf einem Backblech verteilen (das Backpapier spare ich mir, um Müll zu vermeiden…) und bei 180° Celsius Umluft ca. 30 Minuten backen bis sie gar sind.

Nach nur 30 Minuten im Backofen sind die selbstgemachten Country Fries fertig.

Dazu gibt es zum Beispiel einen grünen Blattsalat. Oder einen Tomatensalat mit Ruccola, Basilikum und Frühlingszwiebeln. Nachdem ich im Winterhalbjahr so konsequent auf Tomaten verzichtet habe, kann ich jetzt von frischen Tomaten nicht genug bekommen.

Jetzt lässt sich so richtig in frischen Tomaten aus der Region schwelgen!

Saltimbocca alla romana mit Bio-Schweineschnitzel

Wenn die Kartoffeln im Ofen sind und der Salat fertig ist, sind die falschen Saltimbocca dran. Eigentlich sind Saltimbocca alla romana ein Sonntagsessen. Traditionell bestehen sie aus zartem Kalbfleisch und das hat seinen Preis. Das muss man bei meinem Bio-Metzger bestellen und kostet dort stolze 39,90 pro Kilo. Weniger fein, dafür alltagstauglich und immer noch sehr lecker sind meine falschen Saltimbocca aus dünnen Schweineschnitzeln. Die hat mein Metzger in der Regel vorrätig und die sind deutlich günstiger. Und so geht’s:

  • Auf die eine Hälfte des Schnitzels ein wenig luftgetrockneten Schinken legen, ein oder zwei Blatt Salbei dazu und etwas Pfeffer aus der Mühle.
  • Schnitzel zusammenklappen, salzen, pfeffern und ein weiteres Salbeiblatt oben drauf legen.
  • Bei mittlerer Hitze in Rapsöl erst auf der Seite mit dem Salbeiblatt braten,
  • nach wenigen Minuten umdrehen, Deckel drauf und noch einmal von der anderen Seite braten bis die Saltimbocca gar sind.

Früher habe ich mir die Mühe gemacht, die Saltimbocca samt Salbei mit einem Spieß zusammenzustecken. Das kann man sich aber sparen, denn alles hält auch so wunderbar zusammen.

Saltimbocca aus Schweineschnitzel
Die Saltimbocca inklusive Salbeiblätter halten beim Braten auch ohne Spieß gut zusammen.

80 Gramm Bio-Fleisch pro Portion – weniger ist mehr

Und nun noch eine kurze Bemerkungen zu „weniger ist mehr“: Die sieben Saltimbocca auf dem Bild (insgesamt rund 240 Gramm) haben wir uns tatsächlich zu dritt geteilt und mit Genuss verspeist. Sogar die Männer waren zufrieden und glücklich und nicht der Meinung, ich hätte doch etwas zu sparsam eingekauft. So lässt sich auch die Empfehlung der DGE, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche zu essen, gut umsetzen – vor allem, wenn es dazwischen immer wieder vegetarische Tage gibt. Und so können sich auch Menschen mit kleinem Budget Bio-Fleisch aus ökologischer Erzeugung leisten: Nur sechs Euro haben unsere falschen Saltimbocca nämlich insgesamt gekostet.