Postelein oder Portulak – deutscher Wintersalat und Nährstoffbombe

Kommentare 9
Portulak oder Postelein

Postelein, die Nährstoffbombe?

[Korrektur 26.6.2020:  Noch habe ich auf diese Frage leider keine Antwort. Denn die Nährwerte, die ich unten durchgestrichen habe, gehören zum Portulak oder Sommerportulak. Den habe ich damals vor lauter Begeisterung mit dem Postelein, der auch Winterportulak und manchmal sogar kurz Portulak genannt wird, verwechselt. Verlässliche Zahlen zum Postelein konnte ich bisher nicht finden. Sobald mir dies gelungen ist, liefere ich sie hier nach. Versprochen! Mehr Infos findet ihr bis dahin in meinem neuen Beitrag Frischer Portulak aus eigener Ernte.]

Normalerweise sträuben sich mir die Nackenhaare, wenn einzelne Lebensmittel so tituliert werden. Aber der Postelein – auch Winterpostelein, Portulak oder Winterportulak genannt – verdient dieses Attribut wirklich: In 100 g stecken 95 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 3,6 mg Eisen und 70 mg Vitamin C. Da erblassen andere Salate vor Neid.

Außerdem enthält Postelein ausgesprochen wenig Nitrat. Das ist oft ein Problem bei Blattsalaten, vor allem, wenn sie im Winter aus Treibhäusern kommen.

Für mich ist Postelein aber vor allem eins: Eine willkommene Abwechslung zu Feldsalat. Der ist zwar auch ziemlich lecker und reich an Nährstoffen (z. B. Beta-Carotin, Eisen und Folsäure), aber irgendwann kommt er mir dann doch ein wenig zu den Ohren heraus. Und ich muss zugeben: Je länger der Winter dauert, desto mehr verliere ich auch die Lust auf Grünkohl, Lauch, Rosenkohl, Rote Bete und all die anderen Wintergemüse.

Bei dem Gedanken an einen großen bunten Frühlings- oder Sommersalat mit allem Drum und Dran läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Aber soweit ist es ja noch lange nicht. Daran ändert auch nicht, dass Kopf- und Blattsalate das ganze Jahre über wie selbstverständlich als Importware in den Gemüseregalen liegen und überall schon von Frühlingsrezepten die Rede ist. Da kann der deutsche Winterpostelein gut beim Überbrücken helfen. Der hält selbst ordentlichen Frost aus; erstaunlich für einen Salat, der mit seinen zarten Blättern gar nicht so robust erscheint. Von Oktober und jetzt noch bis März/April wächst Postelein im unbeheizten Folientunnel und ist oft aus regionalem Anbau zu haben.

Postelein als Salat oder Gemüse

Ich mag den Postelein am liebsten als Solisten. Dann kommt der frische, etwas säuerliche Geschmack am besten zur Geltung. Dazu passt gut ein leicht süßes Dressing mit Joghurt, Zitrone und Honig oder eine klassische Vinaigrette.

Etwas nerven können die langen Stiele. Die isst man aber unbedingt mit, sonst bliebe wenig vom kostbaren Salat übrig! Denn Postelein hat wie guter Feldsalat seinen Preis: Ich habe ihn bisher vor allem im Bioladen gefunden und dort kosten 100 g etwa einen Euro. Nach dem Waschen trenne ich die Stiele einfach von den herzförmigen Blättern ab und schneide sie wie Schnittlauch in Röllchen. Die dienen dann als Topping. Wer mag, kann den Postelein natürlich auch mischen, zum Beispiel mit Chicorée (oder Feldsalat), und dazu noch ein paar gehackte Walnüsse oben drauf streuen.

Postelein mit Chicoree und Walnüssen

Postelein schmeckt solo oder gemischt mit anderen Wintersalaten wie Feldsalat oder Chicorée.

Man kann Postelein auch wie Spinat als Gemüse zubereiten, zum Beispiel zu Gnocchi verarbeiten oder einer Postelein-Suppe. Das habe ich bisher noch nicht ausprobiert, weil ich eben immer so viel Lust auf frischen Salat habe. Aber bei nächster Gelegenheit werde ich mal einen Versuch wagen.

 

9 Kommentare

  1. Heyka sagt:

    Dankeschön für die tollen Infos und die schöne Seite❣ ich hatte Postelein heute in meiner Biokiste und musste erstmal recherchieren ob er in die Salatschüssel oder die Pfanne kommt Jetzt gibt es heute einen schönen knackigen Salat

    1. Gabriela Freitag-Ziegler sagt:

      Das freut mich und ich hoffe, dein Salat wird dir schmecken!

  2. Hallo, witzig. Ich heiße Gabriele Ziegler. Habe heute zum ersten Mal Portulak gekauft. Vielen Dank für die Info.

    1. Gabriela Freitag-Ziegler sagt:

      Gerne und guten Appetit 😉

  3. Chrissy sagt:

    Die langen Stiele vom Postelein kommen bei mir in den morgendlichen Smoothie mit Orangensaft. Darauf ein wenig Öl. Toller Geschmack und ideal bei Frauenleiden…

  4. Sandra sagt:

    Ich kaufe seit einigen Jahren im Winter Postelein bei „meinem“ Bio-Bauern – im Vergleich zu Feldsalat hat er den enormen Vorteil, dass man ihn nicht umständlich von Lehm und Erde befreien muss! Er ist mild und schmeckt sogar unserem Sohn, der ansonsten wenig von Gemüse und Salat hält.

    1. Gabriela Freitag-Ziegler sagt:

      Liebe Sandra, das ist prima. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Kinder die Blätter gerne so auf die Hand knabbern oder sich damit ihr Butterbrot dekorieren.

  5. Moni sagt:

    klingt gut, also bei Gelegenheit werde ich mal Postelein suchen …..

    ehrlich gesagt, hab ich noch nie was davon gehört

    1. Gabriela Freitag-Ziegler sagt:

      Liebe Moni, tatsächlich bin ich bis vor Kurzem auch immer dran vorbei gegangen. Bis er dann mal in der Gemüsekiste lag. Viel Erfolg beim Suchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spam-Sicherung *

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu