Grüne Linsen Sorte Du Puy

Linsen in allen Farben immer ruckzuck auf dem Tisch

Ich liebe Linsen in allen Farben. Das war nicht immer so. Früher kannte ich sie eigentlich nur als klassische Linsensuppe mit Mettwürstchen. Die sieht ein wenig wie braune Pampe aus, ist aber deftig-lecker. Für mich ist sie eine richtige Kindheitserinnerung und echtes Seelenfutter – vor allem, wenn es draußen ungemütlich ist. Die schmeckt sogar ohne Speck und Wurst, wenn man Vegetarier bzw. Veganer ist oder in der Fastenzeit bis Ostern auf Fleisch und Wurst verzichtet. Das machen die Tochter und ich gerade mal wieder.

Linsen sind aber auch perfekt für Sportler, denn sie gehören unter den Hülsenfrüchten zu den besten Eiweißlieferanten. Da greift also auch der Leistungssportler in der Familie gerne zu, zumal, wenn er (wegen der fastenden Damen) keine Extrawurst bekommt. Weil außerdem reichlich Kohlenhydrate und Ballaststoffe drin sind, machen Linsen richtig lange satt. Lange kochen müssen sie aber im Gegensatz zu getrockneten Bohnen, Erbsen oder Kichererbsen nicht. Soviel nur ganz kurz von der Oecotrophologin an dieser Stelle 😉

Die Köchin in mir liebt Linsen aber deswegen, weil es so viele Sorten gibt. Die regen zu immer neuen Gerichten und Experimenten an. Mittlerweile ist mein Standardrepertoire daher weit über die klassische Linsensuppe hinaus angewachsen. Gestern habe ich mal die Sorten aus meinem aktuellen Vorrat vor die Kamera geholt und verrate hier gerne, was ich damit mache.

Tellerlinsen – der Klassiker für herzhaften Eintopf

Braune Tellerlinsen
Braune Tellerlinsen für klassischen Linseneintopf

Weil es ja draußen derzeit oft noch nass und kalt ist, gibt es bei uns bestimmt noch den ein oder anderen Linseneintopf. Dazu koche ich ein ganzes Paket (500 g) Tellerlinsen in reichlich Gemüsebrühe. Für den Blogpost Hülsenfrüchte vor oder nach dem Kochen salzen? habe ich bereits vor Längerem herausgefunden, dass die Brühe die Kochzeit nicht verlängert. Ich setze die Linsen mit einer großen gewürfelten Zwiebel und einem Lorbeerblatt auf. Nach etwa einer halben Stunde kommen gewürfelte Kartoffeln, Karotten und Sellerie dazu. Kurz vor Schluss eventuell in Scheiben geschnittene Mettwurst vom Bio-Metzger. Nach einer 3/4 Stunde ist alles gar. Salz, Pfeffer und ein Schuss Essig dazu. Fertig!

Die Tellerlinsen enthalten mit 15 g/100 g übrigens besonders viele Ballaststoffe. Dafür sind sie aber auch nicht ganz so gut verträglich wie die geschälten Sorten. Wer vorausschauend geplant hat, weicht die Linsen ein. Dann sind sie deutlich schneller gar.

Geschälte gelbe Linsen für Suppe und Hummus

 

Gelbe Linsen
Gelbe Linsen für indische Linsensuppe und Püree

Vor Jahren habe ich mal aus der Schrot & Korn das Rezept Indischer gelber Linseneintopf mit Koriander und Ingwer aufgehoben. Als ich es kochen wollte, stellte ich fest, dass ich nur die Zutaten, nicht aber die Zubereitung ausgeschnitten hatte. Daher habe ich einfach nach Gefühl gekocht: Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer angebrutzelt, dann die Linsen dazu gegeben und mit Wasser aufgefüllt. Bei den Gewürzen habe ich auf den Koriander verzichtet. Den mögen wir leider nicht.

Vielleicht ist meine „Interpretation“ des Originalrezeptes nicht ganz so fein; es ist aber ein echtes Ruckzuck-Essen, weil die geschälten Linsen schon in 15 bis 20 Minuten gar sind. Daher kommt die indische Linsensuppe bei uns oft und gerne auf den Tisch.

Gut eignen sich gelbe Linsen auch für Hummus als Alternative zu Kichererbsen. Die lieben wir auch sehr, brauchen aber leider ziemlich lange, bis sie weich sind. Vielleicht steht da demnächst mal die Anschaffung eines Schnellkochtopfes ins Haus. Aber das ist eine andere Geschichte…

Rote Linsen zerfallen schnell zu Brei

Kleine rote Linsen
Rote Linsen sind schon nach 5 bis 10 Minuten gar

Rote Linsen sind auch geschält und zerfallen daher schon nach 5 bis 10 Minuten zu Brei. Das macht sie ideal für Suppen, Pürees oder Brotaufstriche. Ein tolles Rezept für einen Orientalischen Linsen-Möhren-Aufstrich gibt es auf dem Blog von Sabine Schlimm.

Zu meinen Standardgerichten gehören mittlerweile verschiedene vegetarische Currys, je nach Jahreszeit zum Beispiel mit Grünkohl oder Blumenkohl. Die werden durch rote Linsen schön sämig und erhalten außerdem eine Portion Eiweiß. Dazu gibt es duftenden Basmati-Reis.

Grüne Linsen „Du Puy“ aus Frankreich

Die grünen Puy-Linsen habe ich noch seit dem letzten Sommer im Schrank. Sie sind auch in etwa 15 Minuten gar, zerfallen aber nicht. Stattdessen bleiben sie schön knackig und sind mit ihrem nussigen Geschmack ideal für Salat. Wer es noch herzhafter mag, ergänzt das vegetarische Rezept unten durch ein wenig angebratenen und gewürfelten Schinkenspeck.

Salade de lentilles vertes
 
Autor:
Rezepttyp: Salat
 
Zutaten
  • 400 g getrocknete grüne Linsen (Lentilles du Puy)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4 Schalotten
  • 4 EL Olivenöl
  • 4 EL Walnussöl
  • 2 bis 3 EL Weißweinessig
  • 1 TL Senf
  • Salz, Pfeffer
  • 8 Walnüsse
  • 150 g französischer Saint-Nectaire Käse
  • etwas frische Petersilie
Zubereitung
  1. Die Linsen waschen und in reichlich kaltes Wasser geben.
  2. Die Zwiebel schälen und im Ganzen mit den Lorbeerblättern dazugeben.
  3. Zum Kochen bringen und in etwa 20 Minuten auf kleiner Flamme gar kochen.
  4. In dieser Zeit beide Öle mit Essig und Senf zu einer Vinaigrette verrühren.
  5. Die Schalotten fein zerkleinern und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  6. Die fertig gegarten Linsen abgießen, Lorbeerblätter und Zwiebel entfernen, mit der
  7. Vinaigrette vermischen und abkühlen lassen.
  8. Die Walnüsse knacken, grob hacken und in einer trockenen Pfanne leicht anrösten.
  9. Den Salat auf vier Teller portionieren, den Käse würfeln und zusammen mit den Walnüssen auf den Linsen verteilen. Mit der gehackten Petersilie bestreuen.

Soweit der kleine Einblick in meinen Vorratsschrank und meine Kochkünste 😉 Noch nicht verarbeitet habe ich bisher die Berglinsen (sogar aus ökologischem Anbau), die mir neulich im Discounter zugelaufen sind. Und ich muss gestehen, dass ich auch noch kein Rezept mit schwarzen Beluga-Linsen ausprobiert habe. Wer mag, kann mir in den Kommentaren gerne ein wenig auf die Sprünge helfen und sein Lieblingsrezept verraten.