Biofach 2018

BIOFACH 2018 – viel probiert, geredet und gelernt

Endlich die BIOFACH! Nach diversen Messebesuchen (AnugaVeganfachGrüne Woche, Internorga…) habe ich es dieses Jahr nach Nürnberg zur BIOFACH 2018 geschafft – Der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel. Zusammen mit Melanie Kirk-Mechtel und Julia Icking haben wir uns als Oecotrophologinnen-Texterinnen-Trio durch Massen von Messebesuchern unseren Weg gebahnt und probiert, was das Zeug hielt. Denn nirgends sonst hat man die Gelegenheit, so viele verschiedene und teils ungewöhnliche Lebensmittel zu versuchen:

  • puren Cranberrysaft
  • Käse aus Ziegen- und Stutenmilch
  • Apfelschorle mit Kräuterheu
  • veganen Käseersatz aus Cashewkernen
  • eingelegte Kimchi
  • Pesto aus Algen
  • Schokolade mit 99 % Kakao
  • Lichtwurzelsalz mit Kräutern und Blüten
  • low carb Pizzateig aus Leinsamen
  • Rote Bete im Saft oder Riegel
  • Sanddorn-Gummibärchen
  • den ersten Smoothie in Keksform
  • ein Premium-Granola, das die Welt erobern möchte
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Das ist wirklich nur ein kleiner Ausschnitt und irgendwann habe ich auch den Überblick verloren. Denn obwohl wir 1 1/2 Tage eingeplant hatten, haben uns die zig Gespräche so viel Zeit gekostet, dass wir nur einen Bruchteil der rund 3.000 Aussteller geschafft haben. Für einen ersten Gesamteindruck hat es aber dicke gereicht: Die Biofach ist wirklich eine besondere Messe mit spezieller Atmosphäre, die ich demnächst fest in meine Jahresplanung einbauen werde. Natürlich geht es auch hier um Geschäfte und auch hier fragt man sich bei manchen Neuheiten, ob die Welt das braucht (Kokoswasser zum Beispiel) – bio hin oder her. Hinter vielen Lebensmitteln stecken aber (Jung)Unternehmer, die mehr als nur Umsatz machen wollen und denen eine nachhaltige und ökologische Erzeugung, soziale Arbeitsbedingungen und fairer Handel wirklich am Herzen liegen. Den Eindruck bekamen wir in vielen intensiven Diskussionen an den Ständen und die waren jede Minute wert.

Auch bio kommt oft nicht ohne Verpackung aus

Nebenbei hatte ich immer ein Auge auf die Verpackung. Schließlich habe ich dieses Jahr mit dem Vorsatz begonnen, weniger Plastikmüll zu produzieren. Tatsächlich heißt „aus ökologischer Erzeugung“ nicht zwangsläufig „nachhaltig verpackt“ oder gar „unverpackt“. Und tatsächlich kaufen natürlich auch Biokunden Fertiggerichte und die liegen meist in Plastik im Regal. In der Süddeutschen Zeitung stand dazu ein interessanter Bericht unter der Überschrift Innen bio, außen Plastik. Danach stecken die Alternativen noch in den Kinderschuhen und sei auf der BIOFACH 2018 keine super-ökologische Verpackung zu finden.

Trotzdem wird überall an kreativen Lösungen getüftelt wie Gewürzen im Tontopf oder der Müslimischung in einer beschichteten Papiertüte; dazu oft Glas statt Plastik. Viele Produkte wie das vegane Fertiggericht für die Mikrowelle – so bio, nachhaltig und lecker der Inhalt auch sein mag – schaffen es dagegen nicht ohne Plastik – das schützt den Inhalt bisher einfach am besten.

Wer Kartoffeln, Gemüse und Obst lose im Bioladen, auf dem Markt, beim Gemüsehändler oder im Supermarkt kauft, hat dafür heute die Wahl unter verschiedenerlei praktischen Mehrwegbeuteln. In meinem Bioladen gibt es zum Beispiel welche von fregie aus „reißfestem, lebensmittelechtem, recyclingfähigem Kunststoff, die sich über Jahre hinweg wiederverwenden lassen“. Noch besser gefallen mir die Stoffbeutel von naturtasche aus Bio-Baumwolle, die ich auf der Messe entdeckt habe. Die sind auch prima für Brot, Baguette oder Brötchen, weil nichts herausrieseln kann.

Bloggen für Bio

Sehr spannend war ein kurzer Vortrag mit Hendrik Haase, den ich bisher nur von Twitter als @wurstsack kannte. Der „Food-Aktivist“ mit dem markanten Zylinder veranstaltet zum Beispiel zusammen mit dem BÖLN Foodblogger-Events auf Öko-Höfen. Auf der BIOFACH erklärte er, warum sich ein Landwirt die Mühe machen sollte, seinen Hof für diese fremde Spezies zu öffnen: Foodblogger leben von Bildern und Storys und natürlich von hochwertigen Lebensmitteln. Alles Dinge, die sich auf einem Bio-Betrieb zuhauf finden lassen. Foodblogger erreichen durch ihre Blogs und die Social-Media-Kanäle, die sie professionell bespielen, oft sehr viele Leser, Fans und Follower. Die lassen sich durch deren authentische und kreative Art zu berichten gut von den Vorteilen regionaler und saisonaler Bio-Produkte überzeugen – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Dass etliche Blogger das rein aus Überzeugung und Spaß am Netzwerken und hochwertigen Lebensmitteln tun, überraschte einige der anwesenden Bio-Bauern doch sehr…

Weitere Highlights finden sich übrigens auf Melanies Blog. Dort stellt sie neben naturtasche.de drei weitere StartUps vor. Das mit dem Kirschtomaten-Sugo hat mich so beeindruckt,  dass davon gleich meine Tomatensauce am Wochenende profitiert hat. Die habe ich zwar nicht 5 Stunden, aber immerhin 1 1/2 köcheln lassen und war von dem Ergebnis begeistert. Wofür so eine Messe doch gut sein kann 😉

Quelle Beitragsbild: NürnbergMesse