Minestrone auf Goldrandteller

Rezension „One Pot Soulfood“. Kann man Glück essen?

Ja, Glück kann man essen! Und das auch noch mit wenig Aufwand und ohne viel Spülkram nach dem Kochen. Dieses Versprechen bzw. mein Rezensionsexemplar von „One Pot Soulfood“ kamen mir nach meinem Italienurlaub wie gelegen. Denn nach Antipasti, Primi Patti, Secondi Piatti und so fort hatte ich diese Woche so richtig Lust auf nicht so kompliziertes Kochen und Essen. Um den Temperatursturz zu verkraften und weil gerade noch Saison für deutsche Tomaten und Brokkoli ist, habe ich also direkt mal die Minestrone ausprobiert und war sehr angetan. Die enthält gleichzeitig Kartoffeln und Nudeln, macht also schon deswegen satt und glücklich. Außerdem stecken jede Menge frisches Gemüse drin und dicke Bohnen als pflanzliche Eiweißquelle. Und dann auch noch serviert im Goldrandteller von Opa. Perfekt!

Vegetarisches mit Gemüse satt, Fleisch, Fisch und Süßkram

Auch die über dreißig weiteren vegetarischen Rezepte enthalten reichlich Gemüse aus jeder Saison. Als nächstes werde ich den „Kartoffel-Stampot mit Birne und Radicchio“, Haselnüssen, Zimt und Balsamico ausprobieren. Dann wohl die „Pasta mit Kürbis und Salbei“ und die „Gratinierten Gnocchi mit Rosenkohl“.  Genau für solche Rezepte bin ich total dankbar. Denn ich koche mittlerweile zwar sehr gut „frei Schnauze“ und habe viele Rezepte im Kopf, aber auf manche verblüffenden Kombinationen käme ich nicht von selbst.

Dankbar bin ich auch für eine kleine aber feine Auswahl an Rezepten mit Fleisch. Braten kann ich zum Beispiel gar nicht gut. Bei „Mini-Braten mit Wintergemüse“ steckt daher bereits ein Bepper im Buch. Weitere Bepper habe ich im Fischkapitel (Fischtajine mit Kichererbsen und Gemüse) und bei den süßen Seelenstreichlern (Spätzleauflauf mit Kirschen) verteilt.

Quasi nebenbei deckt „One Pot Soulfood“ alle möglichen Foodtrends ab: Es gibt Gerichte angesagter Länderküchen von Skandinavien bis Fernost. Diverse Getreide- und Pseudogetreidesorten wie Bulgur oder Quinoa kommen vor. Dazu neue Lebensmittel wie die Jackfrucht, heimisches Wintergemüse wie Rote Bete, jede Menge Hülsenfrüchte und natürlich duftende Kräuter und Gewürze. So versprechen die Autorinnen nicht nur Futter für die Seele, sondern liefern tatsächlich eine super Anleitung für die vielzitierte „abwechslungsreiche Ernährung“. So mein Eindruck durch die Oecotrophologen-Brille 😉

Keine Ausrede für faule Köche

Hier geht’s zur Leseprobe.
Quelle: Gräfe und Unzer

Perfekt ist die konsequente Umsetzung der One-Pot-Idee. Denn das Aufräumen und Spülen von Töpfen und Pfannen nach einem köstlichen Essen ist schon nervig. Ich kann verstehen, wenn weniger ambitionierte Köche sich diese Mühe sparen wollen und lieber eine Tiefkühl-Lasagne aufwärmen. Doch auch wer gerne aufwändiger kocht, hat dazu nicht jeden Tag Zeit und Lust. Ich zum Beispiel. Da kommt mir dieses Kochbuch gerade recht. Auch mit seinem gewissen Pragmatismus, der die Verwendung von fertigen Gnocchi aus dem Kühlregal erlaubt. Weil: Ich liebe selbst gemachte Gnocchi, aber hey, manchmal muss es eben flott gehen.

Was mir noch sehr gut gefällt: Die „Vorratsjoker“, denn Kochen fängt ja nicht in der Küche, sondern mit dem Einkaufen an. Auch das kostet Zeit und daher bin ich ein regelrechter Vorratsjunkie. Tatsächlich habe ich für „Jokerrezepte“ wie Kichererbsen-Masala, Pasta mit Linsenbollo und die Kartoffelgröstl alles im Haus. Dazu kommt der unterhaltsame und wertschätzende Schreibstil und die immer wieder ausgesprochene Empfehlung, auf sich zu achten und es sich gut gehen zu lassen.

Mein Fazit

  • Ein inspirierendes Kochbuch für erfahrene Hobbyköche, die neue Ideen suchen.
  • Eine prima Motivation zum Selberkochen für (junge) Kochanfänger (die keine Spülmaschine haben).
  • Eine gute Anleitung für eine abwechslungsreiche Ernährung, die Genuss und Gesundheit im Blick hat.
  • Zwei Autorinnen, die sich mit guten und manchmal exotischen Zutaten auskennen und zugleich Wert auf eine nachhaltige Lebensweise legen.

Für diese Buchbesprechung habe ich keinerlei Gegenleistungen erhalten. Ich bedanke mich aber beim GU-Verlag für die Bereitstellung eines kostenlosen Rezensionsexemplares.