Pflaumenmus auf Weißbrot

Pflaumenmus mit Zwetschgen selber machen ;-)

Ich liebe selbst gemachtes Pflaumenmus, aber bisher habe ich mich nicht getraut, selber welches zu kochen. Und ich liebe das Internet, weil mir das meine Arbeit als Texterin erleichtert und weil ich da – rein theoretisch – alle Rezepte der Welt finden kann. Manchmal kann solch eine Recherche aber auch ganz schön verwirren. So ging es mir mit dem Pflaumenmus: Auf keinen Fall im Backofen, das gibt eine riesige Schweinerei. Unbedingt mit Zucker über Nacht Wasser ziehen lassen. Mit Zimt und Nelken verfeinern. Ganz viel rühren, damit nichts anbrennt.

Bereits ein paar Mal habe ich stattdessen schweren Herzens Pflaumenmarmelade gekocht. Da kann man wenig falsch machen. Bis ich dieses Wochenende zum dritten Mal in Folge kiloweise Pflaumen geschenkt bekam. Da habe ich mich daran erinnert, meine Tante anzurufen, die Pflaumenmus nach dem gleichen Rezept kocht wie früher meine Mama und auf einmal klang alles ganz leicht.

Falls euch also die passenden Verwandten zum Fragen fehlen, haltet euch einfach an mein Rezept von Tante Margrit. Das funktioniert super und mein Pflaumenmus (das eigentlich Zwetschgenmus ist, s.u.) schmeckt ganz ohne Gewürze total köstlich.

Mein Pflaumenmus nach Tante Margrits Anleitung

  1. Pflaumen (Zwetschgen) waschen, entsteinen und vierteln
  2. in einen gusseisernen Bräter füllen (meiner ist klein und ich hatte etwa 2,5 kg vorbereitet)
  3. solange bei 200° C  ohne Deckel und ohne zu rühren im Backofen garen, bis sich die Menge um etwa 1/3 reduziert hat (das hat bei mir etwa eine 3/4 Stunden gedauert und in der Zeit haben die Früchte gleichzeitig ordentlich Saft abgegeben)
  4. dann 10 % Zucker (in meinem Fall also 250 g) unterrühren und weiter ohne Deckel schmurgeln lassen
  5. jetzt etwa alle 15 Minuten gut mit einem Kochlöffel umrühren
  6. nach und nach dicken die Pflaumen (Zwetschgen) immer mehr ein
  7. gegen Ende der Kochzeit habe ich etwas öfter gerührt und nach etwa 2,5 Stunden hatte die Masse die richtige Konsistenz
  8. das Mus habe ich ohne es vorher zu pürieren (ich mag die etwas stückige Konsistenz) randvoll in Marmeladengläser mit Twist-Off-Deckel gefüllt

Unterm Strich…

  • war die ganze Aktion super-easy, man muss nur ein paar Stunden in Reichweite sein, aber überhaupt nicht ständig rühren
  • schrumpften die 2,5 Kilo Zwetschgen auf vier Gläser Mus zusammen, das muss man sich vorher klar machen: hier geht es nicht um Menge, sondern Genuss
  • kostet das Mus vor allem Energie – weil der Backofen so lange an ist – aber das kann man ausnahmsweise mal machen, finde ich
  • nehme ich beim nächsten Mal weniger Zucker, weil ich es nicht so süß brauche

Pflaumen oder Zwetschgen?

Im Nachhinein habe ich übrigens erfahren, dass es sich bei meiner letzten Pflaumenlieferung aus Neuwied um Zwetschgen (= Quwötsche auf Neuwieder Platt) handelte. Ich habe also streng genommen Zwetschgenmus gekocht. Wo ist der Unterschied? Es gibt diverse, aber weil manche Sorten Kreuzungen aus beiden sind, ist es nicht immer so eindeutig. Pflaumen sind meist rundlicher als die eher ovalen bis platten Zwetschgen. Sie sind auch saftiger und der Stein löst sich manchmal nur schwer. Zwetschgen ziehen weniger Saft und eignen sich daher besser für Kuchen. Weitere Infos zur Unterscheidung von Pflaumen und Zwetschgen findet ihr im Internet 😉

Mein Tipp zum Schluss

Fragt eure Omas, Mamas, Tanten und Onkel unbedingt nach ihren Spezialrezepten, solange ihr sie noch fragen könnt. So bewahrt ihr deren Rezepte für die Nachwelt und die freuen sich, wenn ihr mal anruft oder vorbeischaut.