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Voneinander lernen: Bloggende Ernährungsexperten im Interview

Melanie Kirk-Mechtel und ich haben nacheinander in Bonn Ernährungs- und Haushaltswissenschaften – EHW hieß das damals – studiert und uns daher quasi knapp verfehlt. Kennengelernt haben wir uns auf dem PR-Netzwerktreffen unseres Berufsverbandes VDOE 2014 in Hamburg. Genau genommen auf der fünfstündigen Rückfahrt. Da hatten wir viel Zeit, festzustellen, dass wir privat und jobmäßig auf der gleichen Wellenlänge liegen. Mittlerweile tauschen wir uns regelmäßig über unsere Arbeit aus, stemmen größere Projekte auch schon mal gemeinsam oder reisen zusammen zu Messen wie der Biofach.

Mit diesem Interview startet meine kleine Reihe, in der ich in loser Folge bloggende ErnährungswissenschaftlerInnen bzw. OecotrophologInnen vorstellen möchte. Denn wir werden immer mehr und freuen uns über jeden Leser, der vorbeischaut, dem unsere Beiträge gefallen und der Antworten auf Fragen erhält, die er schon lange mit sich herumträgt. Außerdem möchte ich bisher noch zögernde KollegInnen zum Mitmachen und Netzwerken motivieren.

Liebe Melanie, du postest auf deinem Blog nicht nur Beiträge zu Ernährungsthemen, sondern auch zu „Kommunikation“ und „Grünes“. Wie bist du zu dieser Mischung gekommen?

Erstmal danke für die schöne Einleitung! Ich freue mich sehr, dass wir uns gefunden haben 😊. Mein Interesse für Ernährungsthemen muss ich wohl nicht weiter erklären. Ich denke mal, das haben alle OecotrophologInnen einfach in sich. Da ich schon immer gerne geschrieben habe, war ich sehr froh, nach meinem Studium in einer PR-Agentur mit Food-Schwerpunkt einsteigen zu können. Neben dem Inhaltlichen ging es viel darum, wie Botschaften und Themen so verpackt werden können, dass sie bei der Zielgruppe ankommen. Das fand ich sehr spannend und immer wieder eine Herausforderung. Wie wir Empfehlungen für eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung einfach und alltagstauglich vermitteln, darüber haben sich ja schon viele KollegInnen den Kopf zerbrochen. Wie gut, dass es Veranstaltungen wie das BZfE-Forum gibt, in denen neue Impulse für die Ernährungs- und Verbraucherkommunikation gesetzt werden. Da trage ich gerne meinen Teil dazu bei, dass fundierte Ernährungsinformationen im Internet zu finden sind. Und wenn man sich mit gutem Essen beschäftigt, sollte man meiner Meinung nach nicht nur auf die Gesundheit schauen, sondern auch auf die Umweltauswirkungen unseres Konsums. So kam es zum Dreiklang Ernährung, Kommunikation und Grünes.

Jede Woche verlinkst du auf „melas Montag“ Beiträge aus allen drei Bereichen. Ich finde, das ist ein toller Service, setzt dich aber bestimmt ganz schön unter Druck. Wie regelst du das für dich konkret und wonach wählst du aus, was du in „melas Montag“ aufnimmst?

Weil ich mich sowieso für die drei genannten Bereiche interessiere und immer auf der Suche nach neuen Informationen bin, sammle ich fortlaufend Links in meiner Pocket-App, vor allem aus den sozialen Medien. Also, das Material ist schonmal da. Dann muss ich es nur noch schaffen, die Links zu kuratieren. Wenn es am Freitag nicht klappt, setze ich mich oft am Wochenende hin. Das macht dann natürlich nicht immer Spaß. Aber ich habe den Ehrgeiz, dass „melas Montag“ möglichst jede Woche erscheint. Andererseits kann ich mittlerweile ganz gut loslassen – und dann gibt es „melas Montag“ halt mal im Zwei-Wochen-Rhythmus. Meine Themen-Auswahl ist 100 % subjektiv. Ich sammle einfach, was mich interessiert und hoffe, dass für die Leser etwas Interessantes dabei ist.

Wie organisierst du deinen Blog darüber hinaus? Hast du einen Redaktionsplan oder schreibst du spontan immer dann, wenn du Zeit, Lust und eine Idee hast?

Lustig ist, dass ich für Kunden Redaktionspläne in Trello pflege, aber für mich selbst nicht. Ich tagge Themen, über die ich gerne schreiben würde in meiner Pocket-Liste mit „themen“ oder schreibe Ideen in die To-do-Liste in meinem (analogen) Planer. Da bleiben sie aus Zeitmangel aber häufig liegen. Die gespeicherten Links verwende ich manchmal noch für „melas Montag“.

Woher bekommst du Anregungen für immer wieder neue Ernährungsthemen?

Die Anregungen kommen aus ganz verschiedenen Quellen, aus dem Internet, aus Fach- und Kundenzeitschriften, aus Pressemitteilungen, oder sie ergeben sich im Gespräch. Ideen habe ich in der Regel mehr als genug, weil das Feld Ernährung so groß ist. Es werden nur häufig keine Blogbeiträge daraus, denn – das kennst du ja auch – zuerst sind nun mal die Kundenaufträge zu erledigen.

Du hast mal zu mir gesagt, manchmal müsse man einen Blogpost auch mal ohne stundenlange Arbeit einfach so „raushauen“. Das nehme ich mir auch hin und wieder vor und dann sind doch ruckzuck vier Stunden oder mehr vergangen. Wie viel Zeit steckst du im Schnitt in deine Beiträge?

Also, so eine Ausgabe „melas Montag“ kann auch mehrere Stunden dauern, obwohl es nicht viel Text ist. Aber ich lese die Artikel vor dem Speichern meist nur kurz an und muss mich später näher mit dem Inhalt beschäftigen, um den Link zu empfehlen und anzuteasern – oder zu verwerfen. Bei anderen Artikeln geht es meist auch nicht so schnell, wie ich es vorher immer denke. Mir hat mal jemand gesagt, dass so ein Blogbeitrag in einer Stunde erledigt ist. Das halte ich für ein Gerücht. Vielleicht klappt es, wenn man eine Pressemeldung nur kurz umschreibt und mitgeliefertes Bildmaterial verwendet. Meistens sitze ich aber auch an kleineren Beiträgen mindestens zwei Stunden, bis alles online ist. Das mit dem „Raushauen“ habe ich eine Zeitlang geübt, weil ich einen Hang zum Perfektionismus habe, der mich manchmal ganz schön ausbremsen kann. Da habe ich mir vorgenommen, vor dem Veröffentlichen von Blogbeiträgen nicht mehr ganz so viel nachzudenken. Ein Text mit lauter Tippern und unvollständigen Sätzen darf es aber natürlich trotzdem nicht werden.

Wie misst du den Erfolg deines Blogs? Hast du unterm Strich den Eindruck, dass sich die ganze Sache lohnt und den Aufwand wert ist?

Mit dem Inkrafttreten der DSGVO habe ich alle Analyse-Tools von meinem Blog entfernt, sodass ich jetzt bei meinem Host nachschauen müsste, wie sich die Website entwickelt. Das habe ich vorher aber auch nur ganz selten gemacht. In erster Linie ist meine Website mit dem Blog das Aushängeschild für mein „Geschäft“. Dort möchte ich zeigen, wie ich bin, wie ich schreibe, was mich interessiert. Die Besucherzahlen sind dabei eigentlich egal, solange ein potentieller Kunde einen guten Eindruck von mir bekommt. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass meine Auffindbarkeit im Netz durch meine regelmäßigen Online-Aktivitäten relativ gut ist. Dafür lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall!

Weil wir ja bestens vernetzt sind, weiß ich, dass du deine Posts über diverse Social-Media-Kanäle verteilst. Welches ist dein liebster und warum?

Mittlerweile mag ich Twitter am liebsten. In erster Linie, weil ich dort die meisten relevanten Informationen finde. Instagram gefällt mir auch ziemlich gut, aber da poste ich nicht so regelmäßig. Bei beiden Kanälen finde ich schön, dass es viele Interaktionen gibt – das motiviert mich, dranzubleiben 😉.

 

Melas MontagMelanie Kirk-Mechtel ist Diplom-Oecotrophologin und arbeitet als selbständige Fachjournalistin, Texterin und Redakteurin in Bonn. Auf Melanie Kirk-Mechtel – Ernährungskommunikation & mehr bloggt sie regelmäßig zu den Themen Ernährung, Kommunikation und Grünes. Als besonderen Service stellt sie in melas Montag interessante Linktipps zu allen drei Bereichen für ihre Leser zusammen.