Spargel und Spinat, Blumenkohl und Blattsalat und natürlich jede Menge Erdbeeren – der Juni ist mein kulinarischer Wonnemonat. Dann sind die Märkte voll mit frischem Gemüse und Obst aus der Region, die bei uns Hauptsaison haben. Welche das sind, weiß ich eigentlich schon seit meiner Kindheit. Denn damals kamen bei uns Gemüse und Obst zum größten Teil aus dem eigenen Garten und nicht aus dem Supermarkt. Und natürlich gab es im Winter weder Tomaten noch Kopfsalat, sondern Rotkohl und Sauerkraut oder das eingeweckte Gemüse vom Sommer.
Ich muss gestehen: Seit ich selber für mich und später meine Familie einkaufte, hat sich das geändert. Jahrelang habe ich nicht mehr so peinlich darauf geachtet, Obst und Gemüse nach Saisonkalender zu essen und zum Beispiel auch im Winter Tomaten, Paprika oder Zucchini gekauft. Spanische Erdbeeren oder Frühkartoffeln aus Ägypten (auch nicht in Bio!) zwar nicht, aber ich habe es einfach insgesamt nicht so genau genommen.
Das hat sich vor ein paar Jahren geändert und hängt auch mit meiner Arbeit zusammen: Plötzlich musste (durfte) ich immer öfter über Wintergemüse schreiben, über neu entdeckte alte Sorten, über heimisches Superfood, über nachhaltige Erzeugung. Irgendwie hat das einen Schalter in meinem Kopf umgelegt und ich kaufe und koche heute ziemlich konsequent nach Saisonkalender, idealerweise mit Obst und Gemüse aus dem Rheinland.
Alles zu seiner Zeit: Salat im Sommer, Gemüsesuppe im Winter
Und das Ergebnis von alledem ist: Ich koche heute deutlich kreativer als früher und genieße jede Jahreszeit viel intensiver. Saisonal essen bedeutet für mich wirklich mehr Genuss statt Verzicht. Denn es stimmt schon: Wenn einem der Kohl spätestens im Februar nicht zu den Ohren rauskommen soll, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Aber zum Glück bin ich ja mit meiner Überzeugung mittlerweile in guter Gesellschaft und finde in Kochbüchern, deren Kapitel nach Jahreszeiten aufgebaut sind, oder über Social Media Anregungen ohne Ende.
Denn so oft ich mich darüber ärgere, manchmal mit spitzen Kommentaren oder meckerigen Blogposts reagiere, wenn die Saison für Erdbeeren zu früh ausgerufen wird oder Rezepte für Zoodles (Spaghetti aus Zucchini) im Winter gepostet werden: Wer auf Twitter, Facebook oder Instagram den „richtigen“ Leuten, Accounts und Hashtags folgt, kann sich Unmengen von Ideen holen. Dann gilt wirklich #kohlistcool und #saisonalschmecktsbesser.
Und so schwelge ich gerade in Erdbeeren frisch vom Feld, Spargel und knackigen Salaten – am besten alles gleichzeitig zu einem bunten Salat kombiniert. Das geduldige Warten und die steigende Vorfreude haben sich gelohnt. Und nebenbei erfrischt mich sogar die Zubereitung, wenn es draußen heiß ist. Im Winter bekomme ich dagegen allein schon bei der Vorstellung, Salat im kalten Wasser zu waschen, eine Gänsehaut. Da wärme ich mich lieber bereits beim Kochen an der Gemüsesuppe auf.

An den Jahreszeiten liebe ich es, dass es auch in Supermärkten jeweils verschiedenes Obst und Gemüse angeboten wird. Ich bin umgezogen und suche aktuell noch einen guten Markt für das frischeste Obst und Gemüse. Hoffentlich finde ich die Tage einen Hofladen in meiner Umgebung.
https://www.st-toeniser-obsthof.de/kontakt/duesseldorf
Ja, das geht mir auch so! Im Sommer sammel ich noch zusätzlich frische Wildkräuter, seit Jahren übrigens. Und auch Blätter und Blüten von Schafgarbe, Löwenzahn, Knoblauchsrauke etc. gibt’s nur saisonal.
Herzliche Grüße, Silke
Ja, nur wer saisonal und regional isst, kennt das Glücksgefühl, wenn für 2-3 Wochen lang dicke Bohnen und Zuckererbsen gemeinsam Saison haben!