Blätter vom Winterrettich

Gemüseblätter essen statt wegwerfen

Die Blätter vom Kohlrabi landen in der grünen Tonne und bestenfalls bei Nachbars Kaninchen? Das geht auch anders: einfach essen und als würzende Zutat wie Küchenkräuter genießen. Welche Gemüseblätter meiner Texttreff-Kollegin Silke Bicker am besten schmecken, verrät sie euch in ihrem Gastbeitrag. Der ist ein Geschenk an mich im Rahmen der jährlichen Blogwichtel-Aktion des Texttreff, dem Netzwerk wortstarker Frauen. Herzlichen Dank dafür, liebe Silke 🙂

Im letzten Frühjahr mistete ich meine Schublade für Werbemittel aus. Dabei fanden sich zahlreiche Samentütchen, etliche gefüllt mit Radieschensamen. Da zu meiner Wohnung ein Balkon gehört, säte ich sie in Töpfen aus, goss regelmäßig und vergaß, die Rüben zu ernten. Zwischenzeitlich war ich dienstlich viel unterwegs und lernte auf einer Tagung Naturschützer kennen, die Pesto aus den Blättern gelber Bete und Karottengrün zubereiteten und kosten ließen. Das schmeckte etwas speziell, ungewohnt und lecker. Auf meinem Balkon sprossen währenddessen die Radieschen munter weiter. Und ich probierte ihre zahlreichen Blätter. Eins von der Hand in den Mund kostend und eine Handvoll abgezupft für die auf dem Herd brodelnde Gemüsesuppe. Später auch für Salate – wer braucht schon Rucola, wenn Radieschenblätter sprießen? Sie schmecken übrigens nussig-mildscharf.

Kohlblätter liefern vitaminreiches Grün

Jetzt, im Winter, wachsen die Radieschenblätter zwar noch und sie halten auch strengen Frost gut aus. Für eine reiche Ernte sorgen sie nicht. Daher weiche ich derzeit auf die Blätter anderer Kreuzblütler (Brassica spp.) aus. Man findet sie samt Wurzel beziehungsweise Blütenständen in Super- und auf Wochenmärkten. Die Wurzel essen wir bei Kohlrabi, Rettich, Steckrübe, Bete, Radieschen und die Blütenstände bei Brokkoli und Blumenkohl. Und man kann nicht nur diese essen sondern auch Blüten und Blätter. Wer gerne frische, regionale Kräuter verwendet, findet naturgemäß im Winter außer den im Supermarkt typischen draußen nicht viele. Aber Blätter an Kohlarten finden sich reichlich!

Gesundfutter!

Die Blätter schmecken meist nicht so intensiv. Und sie munden, je nach Sorte und Art, eher mild. Sie lassen sich in vielen Speisen unterbringen. Ähnlich wie die Wurzeln beziehungsweise Blütenstände enthalten auch die Blätter Senföle, Kalium, viel Vitamin C, wirken antibiotisch und sollen Entzündungen im Körper hemmen. Oft sind diese Blätter etwas kräftiger als herkömmliche Kräuter. Daher sollten sie in heißen Gerichten, wie Pilze, erst später hinzugefügt werden. Dann bleiben Geschmack, Mineralien und Vitamine erhalten.

 

Die milden Blätter vom Kohlrabi schmecken in Gemüsepfannen und bunten Salaten (Foto: Silke Bicker)

Abfall?!? Köstlichkeit!

Beim Kohlrabi drehen viele Menschen die Stiele samt Blättern ab. Die Märkte geben das frische Grün gerne an Besitzer von Kaninchen und Meerschweinchen ab. Die Nager wissen, was ihnen gut tut!

Blätter und Blattstiele schmecken gedünstet gut zu Rührei mit Pilzen. Aber auch in Gemüsesuppe, Reispfannen, Salaten wirken sich die milden Blätter köstlich aus. Übrigens sogar in Möhreneintopf. Den bereitete ich mir letzte Woche zu und dachte nicht daran, Petersilie zu kaufen. Also schnitt ich während des Aufkochens eine Mischung aus Brokkoli- und Rettichblättern hinein. Der Eintopf schmeckte anders als gewohnt und gut.

 

Süß-saurer Weißkohl
 
Eigentlich eine asiatische Beilage. Schmeckt und sättigt auch mit Reis als Hauptgericht.
Autorin:
Zutaten
Für das Gemüse
  • 1 kleiner Weißkohl
  • 2 Chilischoten (wer es nicht scharf mag, nimmt z. B. Chilipulver),
  • 1-2 Kohlrabiblätter
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Rapsöl zum Braten
Für die Sauce
  • 3 El Rapsöl
  • 2 El Sojasauce
  • 1 ½ El Essig
  • 1 ½ El Zucker
  • 1 ½ Tl Kräutersalz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Tl Sesamöl
Zubereitung
  1. Den Weißkohl und die Chilis in dünne Streifen schneiden. Die Kohlrabiblätter klein hacken.
  2. Das Öl in Pfanne oder Wok erhitzen, Chilis und Pfeffer dazu geben.
  3. Nach wenigen Sekunden den Kohl unterrühren und dünsten bis er bissfest bis welk ist.
  4. Die Kohlrabiblätter hinzugeben. Den Herd ausstellen.
  5. Alle Saucenzutaten miteinander vermengen, darüber geben und gut mischen. Einige Minuten ziehen lassen.
  6. Kurz vor dem Servieren das Sesamöl hinzufügen.
Wer mag, gibt gekochten Reis hinzu und brät ihn kurz mit.
Das Gericht schmeckt kalt und heiß.

 

Porträt Silke BickerSilke Bicker ist Diplom-Ingenieurin Landschaftsentwicklung. Sie unterstützt als freie Kommunikationsberaterin Dienstleister dabei, ihre PR-Strategie zu entwickeln. Dazu erarbeitet sie mit ihnen ein Konzept samt Rotem Faden, welches jederzeit nachjustiert werden kann. Ihre Kunden erhalten das nötige Knowhow, damit sie ihre Presse- & Öffentlichkeitsarbeit selbst ausführen können.

Fotos: Silke Bicker