Frischer Portulak aus eigener Ernte

Frischer Portulak aus eigener Ernte

Ich habe einen neuen Gartenbewohner. Er heißt Portulak oder Sommerportulak. Die frischen, leicht säuerlichen Salatpflänzchen wandern seit etwa zwei Wochen direkt vom Blumenkasten auf unsere Teller. Meist als Topping zu anderen Blattsalaten sorgen sie dort für eine Extra-Portion Vitamine und Mineralstoffe. Denn Portulak ist ausgesprochen nährstoffreich und ihr könnt ihn kinderleicht selber ziehen.

Vitamine und Mineralstoffe aus dem Blumenkasten

In 100 g Portulak stecken laut Heseker-Nährwerttabelle* 95 mg Calcium, 150 mg Magnesium, 3,6 mg Eisen und 70 mg Vitamin C. Außerdem soll er reich an Omega-3-Fettsäuren sein. Das gibt mir beim Genuss ein gutes Gefühl. Besonders der hohe Eisengehalt freut mich, denn bei uns kommt kaum noch Fleisch auf den Tisch. Und das Vitamin C, das unserem Körper dabei hilft, Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln zu verwerten, steckt auch schon drin. Sehr praktisch!

Am besten gefällt mir, dass die knackigen Pflänzchen ganz unkompliziert in einem Blumenkasten wachsen. Mit dem habe ich mein Hochbeet verbreitert, das mit diversen Kräutern, Spinat und Pflücksalat schon mehr als voll ist.

Leider gehöre ich zu den Menschen mit nur einem halben grünen Daumen und bin immer froh, wenn meine Garten-Experimente gelingen. Daher verzichte ich hier auch auf Anbau- und sonstige Gartentipps zum Portulak. Das können andere besser. Wenn ihr mehr wissen möchtet, schaut euch zum Beispiel diesen Überblick zum Portulak an. Damit mache ich jetzt zwar (unbezahlte!) Werbung, aber diese Seite scheint mir das Wichtigste schnell – und vor allem richtig – zusammenzufassen.

Wenn ihr mögt, könnt ihr Portulak jetzt noch den ganzen Sommer über aussäen. Samen findet ihr in Gärtnereien, Samenhandlungen oder bei spezialisierten Saatgut-Züchtern. Ich werde ein paar Pflänzchen stehen lassen und aus den Blüten meine eigenen Samen für nächstes Jahr gewinnen.

 

Portulak erste Triebe
Portulak reif zur Ernte

Das Foto links stammt von Ende Mai, das Foto rechts von Mitte Juni. Seitdem ernte ich regelmäßig frischen Portulak.

Sommerportulak  und Winterportulak (= Postelein) sind zweierlei

Dieser Blogpost hat übrigens noch einen anderen Hintergrund: 2018 lernte ich erstmals Postelein kennen. Den bescherte mir im Februar meine Bio-Gemüsekiste und ich war hoch erfreut über die Abwechslung zum Feldsalat und anderen Wintersalaten und -gemüsen. Doch dann passierte mir, womit ich offensichtlich nicht allein bin: Ich warf vor lauter Begeisterung Sommerportulak und Postelein, der auch unter dem Namen Winterportulak bekannt ist, in einen Topf. Das sind allerdings zwei verschiedene Pflanzen und verrät auch der Blick in die Botanik bzw. Systematik. Postelein gehört zu einer anderen Gattung und trägt die botanischen Namen Claytonia perfoliata oder auch Monita perfoliata. Portulak heißt botanisch korrekt Portulaca Oleracea.

Postelein sieht auch etwas anders aus als Portulak. Er hat längere und dünnere Stiele und zartere Blätter als der fleischige Portulak. Und er wächst eben im Winter und hält sogar Frost aus.  Portulak ist dagegen ein klassischer Sommersalat, den ihr ab Mai direkt ins Freiland aussäen könnt.

Eigentlich merkwürdig, dass beide Pflanzen nur wegen dieses Namen-Wirrwars so oft verwechselt werden. Was die Verwendung in der Küche angeht, ähneln sie sich dann doch wieder. Beide schmecken als Salat oder als Gemüse. Den Postelein findet ihr jedoch im Winter mittlerweile häufiger im Gemüse-/Bioladen oder auf dem Markt. Portulak habe ich bisher noch nirgends entdeckt, aber auch nicht aktiv danach gesucht.

Portulak oder Sommerportulak (Portulaca oleracea) hat fleischige Stiele und kleine eiförmige Blätter.
Winterportulak oder Postelein
Postelein oder Winterportulak (Claytonia perfoliata) hat lange dünne Stiele und größere herzförmige Blätter.

Wanted: Nährwertangaben zum Postelein

Dummerweise versah ich den Winterpostelein auch noch mit den oben beschriebenen Nährwerten für den echten Portulak. Und das, wo ich es eigentlich immer ganz genau nehme. Die würde ich im Blogbeitrag zum Postelein jetzt gerne ergänzen. Mag sein, dass die ähnlich sind, aber das ist reine Spekulation. Fakt ist, ich habe bisher keine verlässlichen Nährwertangaben zum Postelein gefunden. Er taucht in den einschlägigen Tabellenwerken einfach nicht auf. Und auch meine Nachfrage bei diversen Fachleuten hatte (noch) kein Ergebnis.

Aber ich bleibe dran und ergänze die Inhaltsstoffe, sobald ich fündig geworden bin. Denn ich gehöre zwar nicht zu denjenigen, die einzelne Lebensmittel als Superfood hypen, sondern esse nach dem Motto „bunt ist gesund“. Aber ich finde es doch immer sehr interessant, was das Essen auf meinem Teller zu bieten hat. Falls ihr also einen ultimativen Recherche-Tipp oder Hinweis für mich habt, bin ich sehr dankbar.

*Heseker, H., Heseker, B.: Die Nährwerttabelle, Umschau-Verlag 2016/2017