Rezension: Seelenfutter vegan

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Eintopf mit Aufschrift Seelenfutter Vegan

Heute stelle ich euch ein neues Kochbuch in meinem Küchenregal vor: Seelenfutter vegan von Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm. Darauf war ich sehr neugierig, denn ich kenne Sabine persönlich und war gespannt, wie sie vegane Küche umsetzt. Mein Fazit gleich zu Beginn: Als eine bunte pflanzliche Welt mit jeder Menge Kräutern und Gewürzen. Als ein Plus an Genuss statt Verzicht. Das gelingt mit vielen frischen Zutaten, die bei uns zuhause sind, und exotischen Extravaganzen in Maßen.

Vegane Kochkunst und Drumherum

Auf wenigen Seiten erklären die Autorinnen, warum veganes Essen auch ohne Sahne oder Fleisch, Eier oder Käse die Seele streicheln kann: Mit Pilzen, Tomaten, Nüssen, Sojasoße und Misopaste für den nötigen „Umami-Faktor“. Mit Rauchsalz und geräuchertem Paprikapulver für deftigen Geschmack. Mit Pflanzensahne, Kokosmilch oder Nussmusen für die nötige Cremigkeit. Und natürlich mit ganz viel heimischem Gemüse und Obst der Saison. Damit machen sie mir Lust, neue Zutaten auszuprobieren oder Bekanntes neu zu kombinieren. Und immer öfter gezielt vegan zu kochen, was mir „aus Versehen“ sowieso schon oft gelingt.

Zum Drumherum gehören ein paar Geschichten plus Warenkunde: Über Kartoffelsalat-Kontroversen, Reibekuchen-Liebe und das passende Öl zum Braten oder „Kloß mit Soß“.  Für mich ist letzteres ein ganz wichtiges Thema. Denn seit ich zu schätzungsweise 95 Prozent vegetarisch lebe, vermisse ich solche dunklen Seelenfutter-Soßen wie die von Rinderrouladen am meisten – besonders jetzt, wo es draußen oft so ungemütlich ist.

Auch beim Kapitel zu duftenden Frühlingskräutern und Gemüsefrust im März habe ich gedacht: Meinen die mich? Denn darin heißt es:

„Und im Gemüsefach? Wurzeln. Knollen. Kohl. Genau wie schon die ganzen letzten Monate. Regional und saisonal kochen – das Konzept klang ungefähr bis Januar toll.“

Ja, genau. Dann schwärmen die beiden aber von frischen Kräutern und grüner Soße als Licht am Ende des Tunnels. Die sollen uns beim Warten auf die ersten Frühlingsgemüse helfen. Tatsächlich freue ich mich jetzt schon auf diese Herausforderung, den in Sachen Gemüse schwierigen März auch mit Hilfe dieses Kochbuchs zu meistern. Weil: Ja, Kohl ist cool und wandlungsfähig, aber dafür braucht es manchmal ein paar neue Ideen 😉

Kreative vegane Rezepte à la saison

Dankeschön also, für die vielen raffinierten Gerichte, von denen einige ruckzuck fertig sind und andere angenehm entschleunigen. Nicht nur beim Kochen mit Wurzeln, Knollen und Kohl, sondern mit überhaupt so viel buntem Gemüse und natürlich Hülsenfrüchten. Bisher habe ich ausprobiert:

  • ein duftendes Steckrüben-Korma, für das ich zum ersten Mal ganze Kardamomkapseln verwendet habe
  • den Rotkohl-Orangen-Salat, für den der Kohl kurz angebraten wird
  • die Erdnusspolenta mit Mangold, über die ich mich mit Polenta angefreundet habe und die (saisonbedingt) auch mit Möhren statt Paprika funktionierte
  • den Süßkartoffel-Grünkohl-Eintopf, der eine tolle Alternative zu westfälischem Kohl mit Pinkel ist
  • die Kichererbsen-Tajine, für die ich extra drei Wochen vorher Salz-Zitronen angesetzt habe
Steckrübe mit Mörser und Gewürzen

Steckenrüben-Korma beglückt schon beim Mörsern von Koriandersamen und Kardamom.

In allen Rezepten finden sich reichlich Kräuter und Gewürze. Das ist prima. Denn beim Kochen ohne Rezept stehe ich manchmal etwas ratlos vor der Entscheidung, was sich mit wem verträgt und wie ich es genau verwende. Mir gefällt auch, dass saisonales und regionales Gemüse eine Hauptrolle spielt und den gehypten Avocados eine Nebenrolle zugewiesen wird: Als gelegentlicher Leckerbissen und am besten nicht so weit gereiste, spanische Bio-Avocado.

Rundumschlag und Abwechslung satt

Seelenfutter vegan ist ein gelungener Rundumschlag oder Querschnitt durch die vegane Kochkunst. Es finden sich wichtige Rezepte für „moderne Klassiker“ wie die erwähnte „Bratensoße“, Pasta mit Linsenbolognese, Süßkartoffelpommes oder Linsen-Dal. Dazu viele Gerichte aus Länderküchen rund um den Globus. Beim Getreide dominiert nicht Quinoa als Superfood, sondern gibt es Ideen für Reis, Couscous, Graupen, Grünkern und Dinkel. Ich bekomme Anregungen für knuspriges Tofu und die Verwendung von Seidentofu, Pflanzensahne und Kokosmilch. So habe ich auch hier die Wahl.

Mein Fazit: Ein wunderbares Kochbuch für alle Menschen, die nachhaltig leben und genießen möchten. Es bringt reichlich gesunde Hauptzutaten in den Topf und führt mit jedem Rezept an die vielen kleinen Details heran, die für Aroma, Geschmack und echtes Seelenfutter wichtig sind.

Seelenfutter vegan
Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm
Gräfe und Unzer Verlag, 2021
Hardcover: 192 Seiten
ISBN-13: 978-3-8338-8018-6
19,99 Euro

Für diese Buchbesprechung habe ich keinerlei Gegenleistungen erhalten. Ich bedanke mich aber beim Gräfe und Unzer Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar

Quelle Cover: Gräfe und Unzer Verlag

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