Gemüsespieße mit Rauchtofu, Kartoffelmuffins und Auberginencreme

Vegetarisches Grillen – Ein Kochkurs-Erlebnis!

Nur ganz selten mache ich bei Gewinnspielen mit. Letzte Woche hat es mich dann mal wieder gejuckt und prompt gelohnt. Mein Name wurde aus der Lostrommel für einen Kochkurs im Kochatelier St. Augustin gezogen. Das war mein erster Kochkurs überhaupt. Außer meiner Mama und diversen Kochbüchern oder Bloggern hat mir bisher keiner das Kochen beigebracht. Trotzdem backe und koche ich schon seit ewigen Zeiten einigermaßen erfolgreich – learning by doing eben. Oft muss es bei mir aber schnell gehen und trotzdem allen schmecken. So greife ich auch schon mal zu „gekörnter Gemüsebrühe aus dem Glas“, z. B. für meine Grünkernbratlinge oder Sellerie-Reis-Frikadellen.

Solche praktischen Helferlein kommen in der gehobenen Küche und in so einem Kochkurs natürlich nicht vor. Müssen sie auch gar nicht, wenn man weiß, wie es anders geht. Unser Koch Robert wusste das und hat mir geduldig alle Fragen dazu beantwortet: Für eine selbst gemachte Gemüsebrühe nutzt er z. B. Gemüseabschnitte, die sich im Laufe einer Woche ansammeln. Wie das genau funktioniert, kann man prima in dem Beitrag Brühe aus Gemüseabschnitten von der Kochbuchautorin Sabine Schlimm nachlesen. Ich habe jedenfalls seit gestern so eine Sammeldose in meinem Gefrierschrank.

Und auch sonst haben mir die diversen Tipps und Tricks vom Profi am meisten gebracht. Jetzt weiß ich nämlich erst, wie man Zwiebeln ganz einfach richtig schön klein schneidet, dass man Ingwer nicht schälen muss, sondern dünn mit einem Löffel abschabt, und wie man eine Vinaigrette so rührt, damit es eine richtige Emulsion (das Öl tröpfchenweise unterschlagen) und keine Fake-Emulsion (alles auf einmal miteinander verrühren) wird.

Von den Rezepten haben mir die gefüllte Rote Bete, der Melonen-Sprossen-Salat und die Kartoffel-Kräuter-Muffins am besten gefallen. Dazu braucht man aber nicht unbedingt einen Grill, denke ich. Denn daran könnte das Nachkochen einiger Gerichte bei mir scheitern: In meinem Garten befindet sich nämlich nur so ein profanes Modell ohne Deckel und Schnickschnack. Daher war ich in diesem Kochkurs auch eigentlich ein bisschen Fehl am Platz. Aber der Trend geht ja eindeutig in Richtung Outdoor-Kochen mit Hightech-Geräten. Das verträgt sich bestens mit der kreativen vegetarischen Kochkunst 😉

Rote Bete gefüllt mit Ziegenfrischkäse und Mandelblättchen

Mein Hauptbeitrag bestand in der Zubereitung der Vorspeise und natürlich habe ich mir das Wintergemüse, nämlich die Rote Bete, vorgeknöpft. Dazu habe ich sie geschält, halbiert, ausgehöhlt und in einem Sud aus Gewürzen, Honig und Balsamico auf dem Grill vorgegart. Hier kann ich mir gut vorstellen, dass das auch im Backofen funktioniert.

Ausgehölte und fertig gedünstete Rote Beete

Dann kamen in jede Rote Bete etwas frischer Thymian, ein kleiner Kloß Ziegenfrischkäse und oben drauf ein paar Mandelblättchen. Nochmal 2 Minuten gratinieren – fertig!

Gedünstete Rote Beete-Hälften, mit Ziegenfrischkäse gefüllt und Mandelblättchen bestreutEine andere Kursteilnehmerin kümmerte sich derweil um die zweite wichtige Komponente des Vorspeisentellers: Einen Salat aus Wassermelone und Sojasprossen. Auch für den Salat kam der Grill zum Einsatz, denn die Melone wurde vor dem Würfeln kurz angeröstet, um den Geschmack zu intensivieren. Sobald wirklich Wassermelonenzeit ist, werde ich diesen Salat direkt noch einmal ausprobieren, denn die Kombination aus Melone, Sprossen, Zitrone und Minze war ziemlich genial.

Gefüllte Rote-Bete-Hälften mit Salatgarnitur und Melonen-Sprossensalat

Barbecue-Spieße mit Rauchtofu, Auberginen-Dip und Kartoffel-Kräuter-Muffins

Das Hauptgericht bestand aus Barbecue-Spießen mit Rauchtofu, Paprika, Zucchini und roten Zwiebeln. Die wurden mit einer raffinierten Marinade (Mop heißt sowas unter Kennern) bepinselt und dadurch sehr würzig. Dazu gab es einen Auberginen-Dip und Kartoffel-Kräuter-Muffins. Für die Muffins kann man laut Robert prima Reste vom Kartoffelbrei verarbeiten. Auch das werde ich bald nochmal ausprobieren, denn wenn ich Kartoffelbrei koche, mache ich immer zuviel und weiß nicht so recht wohin mit dem, was übrig bleibt.

Gemüsespieße mit Rauchtofu vom Grill

Muffins aus Kartoffeln, Mehl und KräuternVegetarische Spieße mit Rauchtofu, Aubergingepaste und Kartoffel-Kräuter-Muffins

Ach so, den Nachtisch hätte ich fast vergessen. Der war zwar auch sehr lecker, machte für meinen Geschmack aber etwas zu viel Arbeit. Es gab Mascarponecreme, die in (von mir mühsam) ausgehöhlten Orangen gebacken wurde, und dazu karamelisierte Ananas. Aus dem Orangensaft wurde dann noch spontan ein Orangensorbet. Hat man eine Eismaschine, geht das natürlich ganz fix – habe ich aber (bisher) leider auch noch nicht.

Wer das eine oder andere nachkochen möchte, findet hier die Rezepte für das Veggie-Barbecue. Sie stimmen nicht ganz genau mit dem überein, wie wir es letztendlich zubereitet haben. So fehlen beim Melonensalat die Sojasprossen – offensichtlich also eine neue kreative Idee von unserem Meisterkoch Robert. Der war übrigens nicht nur kreativ und kulinarisch auf der Höhe, sondern kannte sich auch ansonsten sehr gut mit Lebensmitteln und Ernährung aus. Kein Wunder also, dass wir beim gemeinsamen Essen auch noch ins Fachsimpeln kamen 😉